Skip to content Skip to navigation

Das Projekt Verbraucherrechte in der digitalen Welt endet am 31.12.2015, so dass diese projektbezogene Internetseite www.surfer-haben-rechte.de nicht mehr weiter aktualisiert werden kann.

Auf die richtige Einstellung kommt es an

Auf die richtige Einstellung kommt es an
Android datenschutzfreundlich gestalten

Wer sich ein neues Smartphone kauft, verlässt sich in gut 80 Prozent der Fälle auf Googles Betriebssystem Android. Nur auf die Vorsteinstellungen sollte man sich dabei nicht verlassen. Die sind nämlich nur drauf ausgelegt, die Nutzerinnen und Nutzer so eng wie möglich an Google zu binden – und so starkt wie möglich auszuleuchten, um Googles Datenhunger zu stillen.

Wir zeigen Ihnen die wichtigsten Einstellungen, die Sie vornehmen können, und schlagen Ihnen auch Alternativen zu den inzwischen über 30 vorinstallierten Apps von Google vor. Beachten Sie aber, dass sich die Einstellungen je nach Smartphone und Android-Version leicht unterscheiden können.

Gehen Sie zuerst in die Google-Einstellungen. Das einem Zahnrad ähnelnde Icon dazu sieht so ähnlich aus wie das zu den „normalen“ Einstellungen, hat aber noch ein kleines „g“ im Symbol.

Die untere Ansicht kann je nach Version Ihres Android-Phones variieren.

Dort erwarten sie umfangreiche Einstellungsmöglichkeiten, ganz oben der „Kontoverlauf“. Wir empfehlen, alle Menüpunkte auf „pausiert“ zu setzen:

In den Menüpunkten verbirgt sich nämlich die komplette Durchleuchtung Ihres Nutzungsverhaltens auf dem Smartphone, um Ihre Suchergebnisse und Apps personalisieren zu können. Dabei wird dann jeglicher Suchverlauf, ob in der Maps-App, bei Youtube oder im Browser gespeichert und zur Datenauswertung an Google geschickt. Fast schon bewusst irreführend ist der Menüpunkt „Geräteinformationen“. Dahinter verbirgt sich nämlich die Einstellung, dass sämtliche Kalenderdaten und Kontakte sowie „Weckeralarme, Apps, Musik, Filme, Bücher und andere Inhalte“ in der Google-Cloud gespeichert werden, um auch für andere Geräte mit demselben Nutzerkonto verfügbar zu sein. Auch bei den Sprach- und Audioaktivitäten nimmt Google sich das Recht heraus, „die Sprach- und Audioeingaben in Ihrem Konto zu speichern“, wenn Sie per Sprache suchen. Damit sollen Sie Google helfen, „Ihre Stimme besser zu erkennen und die Spracherkennungsfunktion zu optimieren.“

Tracking in jeder App auf dem Smartphone?

Wieder eine Ebene rauf und dann geht’s weiter mit „Anzeigen“:

Hier empfehlen wir, „Interessenbezogene Anzeigen deaktivieren“ – und wieder einmal zeigt sich, wie „geschickt“ Google die Menüführung wählt. Im Gegensatz zu allen anderen Optionen muss man diese Option aktivieren und den Schalter auf grün setzen, um die Funktion zu deaktivieren! Sie sollten zudem regelmäßig Ihre Werbe-ID zurücksetzen. Apps und Webseiten, die Googles Werbenetzwerk nutzen, sammeln sonst viele Daten aus Ihrem Nutzungsverhalten (welche Apps Sie benutzen, welche Webseiten Sie besuchen, Ihr Alter und Geschlecht aus dem Googleprofil und einiges mehr), um Ihnen Werbung zu zeigen, die auf diesen Daten basiert.

Wieder eine Ebene hoch und zum Menüpunkt „Standort“. Auch hier empfehlen wir den Schalter auf „aus“ zu setzen und das Häkchen zu entfernen.

GPS oder WLAN-Ortung?

Bei der Ortung zeigten sich die größten Unterschiede auf unseren verschiedenen Geräte- und Android-Versionen. Meistens reicht der GPS-Dienst alleine aus, der außerdem auch keine Daten überträgt. In jedem Fall empfehlen wir, den Standortbericht und Standortverlauf zu deaktivieren. Andernfalls werden nämlich „Standortdaten an Google gesendet." Und das unter Umständen auch wenn keine Apps ausgeführt werden. So weiß Google dann immer, wo Ihr Telefon gerade ist.

Leider müssen Sie bei manchen Geräten bei jedem Start des GPS-Dienstes der Aufzeichnung von Standortdaten widersprechen. Denn Google lässt nicht zu, dass Sie den Haken bei „nicht erneut nachfragen“ setzen und dann auf Ablehnen klicken. Ziemlich perfide, dürfte das doch auf Dauer den meisten Nutzerinnen und Nutzern zu lästig werden, so dass sie irgendwann genervt zustimmen.

Die deaktivierte Standorteinstellung lässt dann natürlich beim Menüpunkt „Sicherheit“ die „Remote-Ortung“ dann nicht zu. Somit können Sie Ihr Gerät nicht aus der Ferne orten oder Löschen lassen, falls Sie es einmal verlieren. Sie können aber in diesem Menüpunkt das „Gerät nach Sicherheitsbedrohungen durchsuchen“ und die „Erkennung schädlicher Apps verbessern“, indem Sie dort diese Punkte aktivieren.

Auch im Menüpunkt „Play Spiele“ sollten Sie alle Punkte abwählen. Das schont Ihre Nerven, weil die Spiele Ihnen dann keine Benachrichtigungen zuschicken dürfen und diese auch nicht automatisch auf Google veröffentlicht werden. Außerdem sollten Sie die Benachrichtigungen unter „Wichtige Benachrichtigungen zulassen“ auf „nur für mich“ setzen, in dem Sie alle voreingestellten Häkchen entfernen.

Verlassen Sie die „Google-Einstellungen“ und gehen Sie in die „normalen“ Einstellungen des Betriebssystems, das heißt dem „Zahnrad-Icon“ ohne „g“. Auch hier gibt es noch einige Kniffe zu beachten. Unter dem Menüpunkt „Sichern & zurücksetzen“ sollten Sie abwählen, dass „App-Daten, WLAN-Passwörter und andere Einstellungen“ auf den Google-Servern gesichert werden.

Im Menüpunkt „WLAN“ ist, versteckt unter „Erweitert“ (Je nach Smartphone entweder oben rechts die drei Punkte antippen oder die Menütaste) die Funktion „Erkennungsfunktion immer verfügbar“ oder „Suche immer erlauben", womit der Standortdienst von Google und andere Apps immer nach WLANs suchen, auch wenn das WLAN eigentlich ausgeschaltet ist. Diesen Punkt sollten Sie ausschalten, da sonst ihr Handy auch bei deaktiviertem WLAN ständig seine eindeutige Kennung, die MAC-Adresse, in die Welt hinausschickt. Und diese interessiert mittlerweile sogar schon Werbeplakate und öffentliche Mülleimer.

Alternative Apps

Zu den meisten vorinstallierten Google-Apps gibt es inzwischen auch sehr gute Alternativen:

  • Alternative Kartendienste gibt es von Openstreetmap, Nokia Here oder Maps.me.
  • Als Alternative zum vorinstallierten Mailprogramm ist K-9 sehr beliebt.
  • Chromium oder den Android-Browser können Sie durch Firefox oder Opera ersetzen.
  • Als Ersatz zur SMS-App können Sie Textescure benutzen.
Schlagworte: 
Kommentare
Gibt es diese tolle Info auch für der Apple-System IOS?
Vielen Dank für Ihr Lob für unseren Beitrag. Allerdings konnten wir uns bisher nur mit Android näher beschäftigen.