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Das Projekt Verbraucherrechte in der digitalen Welt endet am 31.12.2015, so dass diese projektbezogene Internetseite www.surfer-haben-rechte.de nicht mehr weiter aktualisiert werden kann.

Ausgeschlumpft: vzbv mahnt Anbieter der Kinder-App Smurfs´ Village ab

Ausgeschlumpft: vzbv mahnt Anbieter der Kinder-App Smurfs´ Village ab
Wo kostenlos drauf steht, muss nicht kostenlos drin sein

Smartphone an, Schlumpf-App runterladen und schon kann der ungetrübte Spielgenuss beginnen. Doch was anfänglich wie ein Kinderspiel aussieht, wird innerhalb kürzester Zeit durch sogenannte In-App-Käufe zum knallharten Geschäftsmodell. Das ist besonders bedenklich, wenn es um Kinder-Apps geht.

Nachdem das Spiel Smurfs´ Village, eine App, die sich vornehmlich an Kinder richtet, immer wieder wegen der In-App-Käufe in die Kritik geraten ist, hat das Projekt „Verbraucherrechte in der digitalen Welt“ des Verbraucherzentrale Bundesverbandes (vzbv) diese näher unter die Lupe genommen.  

Ziel des Spiels ist es, ein Schlumpfdorf aufzubauen: Häuser, Brücken, Felder, doch nichts ist umsonst. Alles muss mit Schlumpfbeeren und Münzen bezahlt werden. Das anfänglich zur Verfügung gestellte Startkapital ist nach noch nicht einmal einer Stunde Spielzeit verbraucht. Dann heißt es, zahlen oder das Spiel kann nicht mehr vernünftig genutzt werden. Zwar ist das herunterladen der App „Smurfs Village“ kostenlos, doch werden in dem Spiel auch dann Münzen und Beeren benötigt, um das Dorf ohne lange Wartezeit aufzubauen. Das Sprichwort „Geduld ist die Mutter aller Tugenden“ ist vor allem für Kinder wenig tröstlich, wenn die Wartezeit in dem Spiel bis zu acht Stunden beträgt.  

Die Höhe der Preise für die In-App-Käufe variieren hierbei zwischen 4,99 und 99,99 US-Dollar. Ein Klick und der Kauf wird über die Telefonrechnung abgebucht. Kinderleicht ist so das Schlumpfbeerenkapital  wieder für die nächsten Minuten aufgefüllt.

Belohnung für Twitter, Facebook & Co.

Besondere Belohnungen in Form von Münzen und Schlumpfbeeren winken dann, wenn die Kinder das Spiel auf Facebook teilen, Facebook-Freunde einladen oder einen Tweet auf Twitter absetzen. Aber auch durch nur wenige Minuten andauernde Rabattangebote sollen Kinder dazu animiert werden, Schlumpfbeeren käuflich zu erwerben. Welches Kind lässt sich ein derartiges Schnäppchen entgehen?  

Viel Zeit und Geduld für die AGB

Auffällig bei der Überprüfung der App Smurfs´ Village waren die Allgemeinen Geschäftsbedingungen, denen vor der Installation der App auf dem Smartphone zugestimmt werden sollte: 555 Textzeilen, die 109 mal am Bildschirm des Smartphones herunter geblättert werden mussten, das ist auch für einen geübten erwachsenen Leser zu viel des Guten.    

Abmahnung für Abzocker-Schlümpfe

Nach Auffassung des vzbv werden Kinder in dem Spiel Smurfs´ Village nicht nur psychologisch unter Druck gesetzt, zum Aufbau des Schlumpfdorfes weitere teilweise sehr hochpreisige Schlumpfbeeren zu kaufen. Darüber hinaus werden auch deren geschäftliche Unerfahrenheit und der besonders altersbedingte ausgeprägte Spieltrieb ausgenutzt.  

Aufgrund dieser Rechtsverstöße hat der vzbv den Anbieter der App Smufs´ Village am 27.06.2013 abgemahnt. Dieser hat nun Zeit bis zum 26.07.2013 auf das Abmahnschreiben zu reagieren und die geforderte Unterlassungserklärung abzugeben.    

  • 2. Juli 2013
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