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Das Projekt Verbraucherrechte in der digitalen Welt endet am 31.12.2015, so dass diese projektbezogene Internetseite www.surfer-haben-rechte.de nicht mehr weiter aktualisiert werden kann.

Beliebte Apps: Candy Crush

Beliebte Apps: Candy Crush

Die Spiele der Reihe Candy Crush sind allgegenwärtig: Kaum ein Bildschirm in der U-Bahn oder im Bus, der zum kurzen Zeitvertreib nicht die bunten Welten aus dem Hause King Games anzeigt. Die Apps sind in allen Appstores unter den beliebtesten. Aber auch der Umsatz stimmt – und das, obwohl die Apps kostenlos sind.

Die englische Zeitung „The Guardian“ meldete im Februar, dass King Games alleine mit Candy Crush über eine Milliarde Euro Umsatz erzielt. Die App finanziert sich vor allem durch In-App-Käufe.

Das Prinzip von Candy Crush und seinen verwandten Spielen Bubble Witch Saga oder Diamond Digger ist denkbar einfach: Man muss durch Klicken oder Wischen Gegenstände zusammenbringen, damit diese platzen und man Punkte bekommt. Hinzu kommen bestimmte Aufgaben –aber man hat nur eine begrenzte Zahl von Zügen. Solche Spiele mit schneller Belohnung bergen erhebliches Suchtpotenzial, das sich Candy Crush zu Nutze macht: Ab einem gewissen Level wird es einfach immer schwieriger, wahrscheinlich sogar gezielt unmöglich, die Spiele ohne In-App-Käufe zu bewältigen. Aber wenn man schon Level 93 erreicht hat, will man eben doch noch weiter – gerade weil es auch immer wieder Neues zu entdecken gibt.

Dabei ist der Einstieg denkbar leicht, die Spiele sind kostenlos und sowohl im Browser, über Facebook als auch auf dem Tablet oder Smartphone als App spielbar. Durch Social-Media-Elemente kann man seinen Spielstand mit seinen Facebook-Freunden teilen, diesen Nachrichten schreiben und Leben verschenken oder bei Freunden um Leben bitten. Das gegenseitige Messen treibt an, noch weiter zu spielen und noch ein höheres Level erreichen zu wollen.

Und das geht dann ab einem gewissen Level eben nur noch über In-App-Käufe, wenn man mithalten will. Diese variieren von 0,99 Cent bis hin zu 74,99 Euro im Google-Playstore. Ein Milliardenumsatz, ganz ohne Werbung? Da lohnt sich der Blick in die AGB von King Games, der Firma hinter Candy Crush, genauer. Denn dort räumt sich die Firma umfassende Rechte ein, die für die Verbraucherinnen und Verbraucher sehr nachteilig sind.

Denn die In-App-Käufe bei Candy Crush und Co werden nicht in Euro abgewickelt, sondern über eine eigene virtuelle Währung – die man natürlich für richtige Euros kaufen muss. Das Problem ist:

4.2 Du bist nicht Eigentümer von virtuellen Gütern und virtuellem Geld, sondern erwirbst eine beschränkte persönliche, widerrufliche Lizenz für ihre Verwendung - ein Guthaben von virtuellen Gütern oder virtuellem Geld spiegelt keinen gespeicherten Wert wider.

Weder das virtuelle Geld noch die virtuellen Güter, die man damit erwirbt, „gehören“ den Verbraucherinnen und Verbrauchern wirklich.

Und wie das so ist, wenn man sich etwas quasi nur „leihen kann“, kann es auch über Nacht wieder verschwinden:

4.5 Wir behalten uns das Recht vor, alle virtuellen Gelder oder virtuellen Güter ohne Haftung dir gegenüber zu steuern, zu regulieren, zu ändern oder zu entfernen.

Auch eine Rückerstattung von Guthaben sieht King Games schlicht nicht vor. Man sollte sich also gut überlegen, wie viel echte Euro man in das virtuelle Geld von King Games investiert.

Auch sonstige Bestimmungen der AGB von Candy Crush sind überaus nachteilig für die Verbraucherinnen und Verbraucher. So wird man beispielsweise verpflichtet, die eigenen Daten – etwa bei einer Facebook-Verknüpfung – aktuell und richtig zu halten. Ein Verstoß dagegen könnte eben zur Sperrung und zum Verlust des Guthabens führen.

Aber wozu braucht Candy Crush denn überhaupt aktuelle und korrekte Daten?

„ …. zur Vermarktung von und Werbung für unsere Dienstleistungen oder verbundene Produkte,“

und natürlich zur Weitergabe an Dritte, denn auch dabei räumt sich King Games, der Hersteller von Candy Crush, sehr weitreichende Rechte ein.

Unser Fazit:

Als Zeitkiller beim Warten auf die U-Bahn ist Candy Crush die App der Wahl. Wenn es aber ans Geld geht, sollte man vorsichtig sein. Wenn man auf die In-App-Käufe nicht verzichten will, sollte man sich ein nicht allzu hohes Limit setzen und sein eigenes Spielverhalten sorgfältig prüfen, um bei den In-App-Käufe auch bei kleinsten Beträgen nicht die Übersicht zu verlieren – oder der Willkür von King Games und seinen AGB ausgesetzt zu sein.

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