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Das Projekt Verbraucherrechte in der digitalen Welt endet am 31.12.2015, so dass diese projektbezogene Internetseite www.surfer-haben-rechte.de nicht mehr weiter aktualisiert werden kann.

Bezahldienste: Vorsicht bei Frage nach PIN und TAN

Bezahldienste: Vorsicht bei Frage nach PIN und TAN
Bezahldienste

Verbraucher kontaktieren uns immer wieder und melden uns vermeintlich schwarze Schafe aus dem Bereich Zahlungsdienstleister, bei denen sie ihre Bankdaten preisgeben sollen – also PIN und TANs zum Onlinebanking. Wir fragen Frank-Christian Pauli, Referent für Banken und Finanzdienstleistungen im Verbraucherzentrale Bundesverband, was Verbraucher von diesen Angeboten halten sollen.

Eine Seite im Internet will PIN und TAN um auf mein Konto zuzugreifen und eine Zahlung durchzuführen. Was sollte ich als Verbraucher wissen und beachten?  

Diese Angebote sind nicht per se verboten, auch haben wir bisher keine Erkenntnisse, dass dieser Anbieter die Daten missbraucht. Allerdings haben quasi sämtliche Banken in ihren Onlinebedingungen die Weitergabe der Kontozugangsdaten über derartige Dienste explizit verboten und das bedeutet haftungsrechtlich, dass man als Verbraucher Gefahr laufen kann, wegen der Nutzung dieses Angebotes eine grobe Fahrlässigkeit unterstellt zu bekommen, wenn auf anderem Wege Täter auf das Konto doch einmal zugreifen. Die Haftungslage kann sich stark verschlechtern, da man kraft Gesetzes verpflichtet ist, diese Anweisungen der Anbieter zu befolgen.  

Das heißt also, dass man bei solchen Diensten als Verbraucher fast allein das Risiko trägt. Gibt es darüber hinaus weitere kritische Punkte?  

Auch technisch ist es nicht ganz ungefährlich, von einem Anbieter auf eine Bezahlseite mit Kontodaten umgeleitet zu werden. Das gilt aber auch für Angebote der Banken selbst. Wenn dies aber die eigene Bank macht, ist es zumindest kein Vertragsverstoß und damit Aufgabe der Bank, für die erforderliche Sicherheit zu sorgen. Als Verbraucher muss man sehen, dass die Kontozugangsdaten viel weitgehender verwendbar sind, als Daten, die nur dem Zahlungsvorgang dienen. So können Anbieter zum Beispiel mit den Zugangsdaten auch erst Mal Einblick ins Konto nehmen, um zu sehen, ob ihr Buchungsvorgang Erfolg haben kann.  

Wie verhalte ich mich also als Verbraucher am besten?  

Wir müssen von der Nutzung derartiger Angebote abraten, auch wenn kein unmittelbarer Schaden aus ihnen folgen muss. Und wir werden uns weiterhin bemühen eine Rechtslage herbeizuführen, die entweder derartige Dienste vom Markt nimmt oder den Verbraucher haftungsrechtlich sicher stellt. Es ist ein Unding, dass der Verbraucher heute Rechtsexperte sein muss, um die Zahlungsangebote auch renommierter Onlineshops auf derart versteckte Gefahren hin abklopfen zu können.

  • 15. Juni 2010
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