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Das Projekt Verbraucherrechte in der digitalen Welt endet am 31.12.2015, so dass diese projektbezogene Internetseite www.surfer-haben-rechte.de nicht mehr weiter aktualisiert werden kann.

Britische Musiker streiten über Urheberrechtsverstöße

Britische Musiker streiten über Urheberrechtsverstöße
Meldung

Sollte man Internetnutzern, die illegal Musik im Internet anbieten oder herunterladen, den Zugang zum Netz abschalten? Elton John und James Blunt sagen ja, Annie Lennox und Billy Bragg nein. In Großbritannien streiten Spitzenmusiker und Politiker über den richtigen Umgang mit zu kopierfreudigen Usern.

Der britische Labour-Wirtschaftsminister Peter Mandelson hatte eine Idee aus Frankreich aufgegriffen: wenn Benutzer wiederholt beim unrechtmäßigen Musikdownload im Internet erwischt würden, könne man ihnen doch den Internetzugang kappen. In Frankreich war diese Idee als "Three Strikes and you are out" (Drei Schläge - und Du bist raus) geboren worden, zwischenzeitlich vom Verfassungsgericht einkassiert und in abgewandelter Form erneut von Regierung und Parlament verabschiedet worden.

Nun streiten in Großbritannien jedoch nicht nur die Internetprovider (dagegen), Musikwirtschaft (dafür) und die Politik (je nachdem). Auch weltbekannte Musiker stehen öffentlich für die eine oder andere Position ein. Dabei sind sie so zerstritten, wie es nur geht: James Blunt, Lilly AllenElton John und weitere Popstars sind der Meinung, dass Urheberrechtsverstöße so gravierend seien, dass sie fast jedes Mittel zur Bekämpfung legitimieren würden. Annie Lennox (Eurythmics), Dave Rowntree (Blur), Ed O'Brien (Radiohead), Billy Bragg und weitere halten die Idee hingegen für falsch: "Wir wollen unsere Fans nicht zu unseren Feinden machen", sagte Dave Rowntree laut BBC. Sie sind in der "Featured Artist Coalition" versammelt, einer Vereinigung, die den Künstlern in den andauernden Debatten der Musikbranche im Wandel eine Stimme geben möchte.

Die britische Verbraucherschutzorganisation Consumer Focus bezeichnet die Pläne Mandelsons als falsch: Menschen vom Internet abzuschneiden, weil sie einer Urheberrechtsverletzung beschuldigt werden, ist unverhältnismäßig", sagt Larry Whitty, Vorsitzender der Organisation. Der Verbraucherzentrale Bundesverband sieht dies ähnlich. Auf Verdacht einer Urheberrechtsverletzung hin Menschen vom Internetzugang abzuschneiden, ist für den vzbv inakzeptabel.

Die britischen Internetzugangsprovider rechnen vor, dass eine Pirateriebekämpfung, wie sie der britischen Regierung vorschwebt, mit bis zu 24 britischen Pfund (gut 26 Euro) bei jedem Anschluss zu Buche schlagen könnte. Und der britische Wirtschaftsminister Mandelson bestreitet heftigst, dass ihm die Idee beim Frühstück mit dem US-Medienmogul David Geffen schmackhaft gemacht worden wäre. Politischen Auftrieb erhält durch die Debatte die britische Piratenpartei, so wie bereits vorher die schwedische und ihr deutscher Namensvetter - die Legislaturperiode in Großbritannien endet spätestens im Juni 2010.

  • 22. September 2009
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