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Das Projekt Verbraucherrechte in der digitalen Welt endet am 31.12.2015, so dass diese projektbezogene Internetseite www.surfer-haben-rechte.de nicht mehr weiter aktualisiert werden kann.

Datenschutzerklärungen bei Apps oft mangelhaft
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Datenschutzerklärungen bei Apps oft mangelhaft
Landesdatenschützer untersuchen Apps

In einer gemeinsamen Aktion haben Datenschutzbeauftragte aus der ganzen Welt im Rahmen der sogenannten Sweep Weep sich Smartphone-Apps und die dazugehörenden Datenschutzerklärungen mal genauer angeschaut – mit erschreckenden Ergebnissen.Beteiligt waren in Deutschland die Landesdatenschützer von Bayern, Baden-Württemberg, Berlin und Hessen, sowie das Haus der Bundesdatenschutzbeauftragten.

Insgesamt haben 27 Datenschutzbehörden an der Aktion teilgenommen. Dabei war es ihnen freigestellt, ob nur Apps aus dem jeweiligen Herkunftsland oder der Herkunftsregion untersucht werden sollten oder nicht.

Die Behörden haben sich dann genauer angesehen, welche Berechtigungen die Apps auf dem Smartphone haben, ob diese Berechtigungen über das hinausgehen, was man als Verbraucher für den Funktionsumfang der Apps erwarten würde und wie die Apps den Verbrauchern erklärt, warum persönliche Daten überhaupt gebraucht werden und was damit geschieht. So haben die bayrischen Datenschützer 30 verschiedene Apps (jeweils für iOS und für Android) getestet.

Enttäuschende Ergebnisse

In der Pressemitteilung bemängelte der baden-württembergischen Datenschutzbeauftragten, „dass die meisten Apps die notwendige Transparenz im Umgang mit personenbezogenen Daten vermissen ließen.“ Häufig fehlte die Datenschutzerklärung gleich ganz. Somit blieb unklar, warum bestimmte Daten von einer App benötigt werden. Die Verbraucher wissen dann eben nicht, ob die erhobenen Daten für das Funktionieren einer App tatsächlich erforderlich sind.Thomas Kranig, bayrischer Landesdatenschützer, strebt nach dieser allgemeinen Prüfung eine noch intensivere Prüfung, gerade für bayrische App-Entwickler an. Welche Apps genau geprüft wurden, verraten die Datenschützer allerdings leider nicht. Aufsehen erregte aber vor einiger Zeit das Beispiel der Taschenlampen-App, die das Adressbuch ausliest. Ein Beispiel für übertriebenen Datenhunger der Apps – und für eine Irreführung der Verbraucher, denn niemand erwartet solch ein Verhalten von einer Taschenlampen-App. Der Datenhunger von Smartphone-Apps steht übrigens auch schon seit längerem unter Beobachtung – auch vom Projekt „Surfer haben Rechte“. Im August 2013 (Kinderapps) und im März 2014 haben wir unsere eigenen App-Untersuchungen durchgeführt. Und gerade bei Apps, die sich speziell an Kinder richten,  einiges zu bemängeln. In Hinblick auf den Datenschutz sind wir dabei zu den gleichen Ergebnissen wie die Landesdatenschützer gekommen: Es ist häufig zu intransparent, welche Berechtigungen für die App tatsächlich gebraucht werden.  

Leitfaden für App-Entwickler

Damit es die App-Entwickler in Zukunft besser machen, hat der Düsseldorfer Kreis, der Zusammenschluss aller Landesdatenschutzbeauftragten und der Bundesdatenschutzbeauftragten, eine Orientierungshilfe für App-Entwickler herausgegeben. Darin werden Entwickler zum Beispiel auf den Grundsatz der Datensparsamkeit hingewiesen, der im Bundesdatenschutzgesetz (§ 3a) festgeschrieben ist und für Apps ganz besonders gilt. Auch die Lesbarkeit ist immer wieder ein Streitpunkt. Wir vom Projekt „Surfer haben Rechte“ fordern schon länger, dass Datenschutzerklärungen einfach und verständlich sein müssen – gerade auch auf den kleineren Displays der Smartphones. Eine einfache Lösung schlagen auch die Datenschutzbeauftragten vor, denn es könne „auch genügen, die wesentlichen Inhalte der Datenschutzerklärung wiederzugeben und für darüber hinausgehende Informationen gut sichtbar auf weitere Erläuterungen sowie die vollständige Datenschutzerklärung zu verlinken.“ Eine Möglichkeit wären dafür zum Beispiel auch Symbole, wie mit der Datenschutzreform der EU kommen könnten.

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