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Das Projekt Verbraucherrechte in der digitalen Welt endet am 31.12.2015, so dass diese projektbezogene Internetseite www.surfer-haben-rechte.de nicht mehr weiter aktualisiert werden kann.

Erfreuliche Nachricht: Apple muss an Eltern 32,5 Millionen Dollar zahlen

Erfreuliche Nachricht: Apple muss an Eltern 32,5 Millionen Dollar zahlen
In-App-Käufe leicht gemacht

Eltern sind nicht hinreichend vor den Kosten für In-App-Einkäufe durch Ihre Sprösslinge geschützt. So zumindest die Auffassung des Verbraucherzentrale Bundesverbandes (vzbv). Immer wieder kommt es vor, dass Eltern durch Käufe Ihrer Kinder im Internet oder innerhalb von Apps überrascht werden und mit den Kosten konfrontiert werden. Nun wurde bekannt, dass Apple in den USA in die Schranken verwiesen wurde. Das Unternehmen muss an betroffene Eltern 32,5 Millionen US-Dollar für nicht genehmigte In-App-Käufe zahlen. Ein Lichtblick auch für Eltern in Deutschland?

Nun wurde Apple in den USA in die Schranken verwiesen. Das Unternehmen muss 32,5 US-Dollar an Eltern zahlen, deren Kinder kostenpflichtige In-App-Käufe getätigt haben. Auf diesen Vergleich einigte sich Apple mit der US-Aufsichtsbehörde FTC. „Kinder haben Rechnungen über Millionen von Dollar ohne Wissen und Zustimmung ihrer Eltern angehäuft“, so die TFC-Chefin Edith Ramirez. Apple hat nun zugesichert, die Abrechnungspraxis künftig ändern zu wollen.

Nachbesserungsbedarf auch in Deutschland

In Sachen Kinder- und Jugendschutz bietet das deutsche Rechtssystem bereits eine Vielzahl von verbindlichen Regelungen. Doch allein die Vorschriften im Bürgerlichen Gesetzbuch zum Schutz Minderjähriger vor unwirksamen Vertragsschlüssen zeigt, wie ausgeklügelt dieses System ist. Geregelt ist, ab wann Minderjährige überhaupt geschäftsfähig und ab wann sie beschränkt geschäftsfähig sind, wann es für eine Vertragsschluss der Zustimmung durch die Eltern bedarf, aber auch, unter welchen Voraussetzungen Minderjährige über ihr Geld, das heißt Taschengeld, frei verfügen dürfen.

Und doch können in solchen Vorschriften nicht alle Lebenssituationen und –bereiche abgebildet werden. Denn es bedarf immer der Betrachtung und Bewertung des Einzelfalls. Fragen wie „Können Kinder mit ihrem Taschengeld oder über ihre Prepaid-Karte rechtswirksam In-App-Käufe tätigen oder bedarf es hierfür zwingend der Zustimmung durch die Eltern?“ können nie pauschal beantwortet werden. Denn abhängig vom Alter eines Kindes und den Vereinbarungen und Absprachen zwischen den Eltern und dem Kind, können die Einkäufe eines Kindes in dem einen Fall rechtswirksam sein und in dem anderen Fall wieder nicht.

Die Eltern sind oft die Dummen

Doch selbst wenn es zwischen Eltern und deren Kindern klare Absprachen gibt, so gibt es immer noch Schlupflöcher, die die Sprösslinge für sich auszunutzen wissen. Selten steckt seitens der Kinder böse Absicht dahinter. Kinder agieren oft aus der Spielsituation heraus. Wenn das geliebte virtuelle Pony zu verhungern droht, dann werden schnell einige Äpfel per SMS oder Telefonanruf gekauft. Gesteuert durch den Spieltrieb und die geschäftliche Unerfahrenheit von Kindern bleibt es nicht zwingend bei einen Einkauf, so dass Eltern unter Umständen von unliebsamen hohen Telefonrechnungen überrascht werden. Und dann stellt sich für viele Eltern nicht nur die Frage, an wen sie mit ihrem Rückerstattungsanspruch heran treten können, sondern auch, ob sie überhaupt einen Anspruch geltend machen können, wenn die Käufe über ihren Telefonanschluss erfolgt sind. Fragen über Fragen, mit den Eltern im Regen stehen gelassen werden und am Ende oft die Dummen sind. Denn für 200,00 Euro ziehen die wenigsten Eltern vor Gericht – zur Freude der App-Anbieter.

Was ist zu tun?

Nach Auffassung des Verbraucherzentrale Bundesverbandes müssen in diesem Themenbereich alle Akteure und Betroffene an einem Strang ziehen. Sicherlich haben Eltern im Rahmen ihres Erziehungsauftrags auch die Aufgabe, mit ihren Kindern klare Regeln in Bezug auf Käufe innerhalb von Apps oder im Internet zu vereinbaren. Im Gegenzug sollten Anbieter von Apps Eltern die Möglichkeit eingeräumt werden, jedwede In-App- Käufe zu deaktivieren. Die Kosten pro In-App-Kauf müssten sich an der spielenden Zielgruppe orientieren und vom durchschnittlich üblichen Taschengeld des Kindes zu bestreiten sein. Anderenfalls müsste die Einwilligung der Eltern für den Kauf sichergestellt werden. Außerdem sollten App-Anbieter den Eltern ein Instrument zur Kostenkontrolle zur Verfügung stellen, mittels dem sie eine Höchstgrenze für alle innerhalb einer App getätigten Käufe pro Monat vorgeben können. 

  • 16. Januar 2014
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