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Das Projekt Verbraucherrechte in der digitalen Welt endet am 31.12.2015, so dass diese projektbezogene Internetseite www.surfer-haben-rechte.de nicht mehr weiter aktualisiert werden kann.

Facebook außer Rand und Band
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Facebook außer Rand und Band
vzbv kritisiert Untätigkeit des Unternehmens und der Politik

Der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) wiederholt seine massive Kritik an Facebook. „Das Unternehmen missachtet beharrlich die in Deutschland und der EU geltenden Datenschutzbestimmungen. Facebook macht, was es will, statt sich an Recht und Gesetz zu halten“, kritisiert vzbv-Vorstand Gerd Billen das Unternehmen.

Erst jetzt gab der vzbv bekannt, dass er den Facebook-Großinvestor Goldman Sachs angeschrieben und aufgefordert hat, Einfluss auf die Unternehmenspolitik von Facebook zu nehmen. Im November 2010 hatte der vzbv bereits Klage gegen das Unternehmen eingereicht.  

Ein konsequentes Vorgehen erwartet der vzbv auch von der Bundesregierung. „Es ist unerklärlich, warum Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich nicht längst das im Datenschutz national Mögliche auf den Weg gebracht hat“, so Billen. Zudem müsse die Bundesregierung vor allem auf die USA einwirken, international verbindliche Daten- und Verbraucherschutzstandards einzuführen und deren Durchsetzung zu gewährleisten. Vorstand Gerd Billen: „Soziale Netzwerke sind als zentrale grenzüberschreitende Kommunikationsplattformen nicht mehr wegzudenken. Es wird höchste Zeit, dass verbindliche Verkehrsregeln für eine sichere Nutzung etabliert werden. Es käme ja auch niemand auf die Idee, Autos ohne Bremsen zu produzieren und sie zudem ohne Verkehrsregeln auf die Menschheit loszulassen.“  

vzbv bleibt dran

Nach dem Einstieg der US-Investmentbank Goldman Sachs bei Facebook hatte der Verbraucherzentrale Bundesverband am 08.März 2011 die Bank angeschrieben. „Fragen des Daten-, Verbraucher- und Kundenschutzes müssen eine entscheidende Rolle für Investitionen in Unternehmen wie Facebook spielen“, schrieb Gerd Billen in einem Brief an Vorstand und Präsidium. Eine Reaktion von Goldman Sachs ist bis dato ausgeblieben. Keine Neuigkeiten gibt es auch für die vom vzbv-Projekt „Verbraucherreche in der digitalen Welt“ im November 2010 eingereichte Klage gegen Facebook. Hier steht ein erster Verhandlungstermin vor dem Landgericht Berlin noch aus. Hauptkritikpunkte des vzbv sind unter anderem Verstöße gegen datenschutzrechtliche Regelungen, vor allem der Adressbuch-Import und die Einladung von Nicht-Mitgliedern ("Freundefinder").  

So macht man sich keine Freu(n)de

Facebook gerät immer wieder negativ in die Schlagezeilen. Das vor wenigen Tagen bekannt gewordene Datenleck, über das Dritte seit Jahren auf sensible Daten der Nutzer zugreifen konnten, ist nur ein Beispiel für die fehlende Sensibilität und Achtsamkeit in Sachen Daten- und Verbraucherschutz. Auch die jetzt bekannt gewordene Affäre, dass Facebook eine PR-Agentur damit beauftragt haben soll, negative Geschichten über Konkurrenten in den Medien zu platzieren, wirft einen weiteren Schatten auf das Unternehmen. Neben dem vzbv hatte sich auch Bundesverbraucherministerin Ilse Aigner öffentlich mit Facebook angelegt und sich aus Protest aus dem Netzwerk zurückgezogen. Trotz aller Kritik hält das Unternehmen – anders als andere Anbieter Sozialer Netzwerke– an seiner Geschäftspolitik fest. „So verschafft sich Facebook mit unzulässigen Methoden Tag für Tag einen Wettbewerbsvorteil gegenüber etwa in Deutschland ansässigen Netzwerken“, kritisiert Billen.

  • 13. Mai 2011
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