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Das Projekt Verbraucherrechte in der digitalen Welt endet am 31.12.2015, so dass diese projektbezogene Internetseite www.surfer-haben-rechte.de nicht mehr weiter aktualisiert werden kann.

Facebook greift nach dem Adressbuch seiner Nutzer

Facebook greift nach dem Adressbuch seiner Nutzer
Facebook drängt Nutzern seinen Maildienst auf

Facebook hat bereits vor geraumer Zeit seinen Nutzern ungefragt automatisch eine Facebook-Mailadresse zugewiesen. Zusätzlich bietet Facebook an, Adressbücher von Nutzern automatisch mit den Daten bei Facebook zu synchronisieren. Das Unternehmen hat in der vergangenen Woche auf diese Adressbücher zugegriffen und bei registrierten Facebook-Kontakten die Facebook-Adresse zur Standardoption gemacht. Nutzer sind verärgert – Facebook versucht diesen Vorfall als „Bug“ herunterzuspielen.

Der Eingriff in die Adressbücher der Verbraucher hat bittere Folgen. Wichtige Mails kommen unter Umständen nicht auf dem richtigen Mailkonto an, sondern landen bei Facebook. Das Problem wird dadurch verschärft, dass Mails von nicht verbundenen Personen im Facebook-Mailordner „Sonstiges“ landen, wo sie oft nicht gefunden werden. Nutzer hatten in Folge des Eingriffs daher massive Schwierigkeiten Nachrichten zu finden. Insbesondere Nutzer, die Facebook nicht intensiv nutzen, merken womöglich gar nicht, dass Nachrichten nun dort, statt auf ihrem üblichen Mailkonto eingehen. Der wirtschaftliche Schaden durch verzögerte Kommunikation ist nur schwer abzusehen.

Bevormundung der Nutzer als Strategie

Facebook hatte bereits in der vergangenen Woche die auf den Profilen einsehbare Mailadresse der Nutzer durch eine neue Facebook-Adresse ersetzt. Nutzer, die weiterhin ihre eigene Mailadresse nutzen wollten, mussten diese Einstellung wieder umständlich rückgängig machen. Der Verdacht liegt nahe, dass Facebook hierdurch die Verbraucher zur Nutzung seines Mail-Dienstes bewegen möchte.

Zu dieser Vermutung passt nun auch der erneute Eingriff in die Daten der Nutzer. Facebook erwirtschaftet seinen Gewinn hauptsächlich mit personalisierter Werbung. Durch die Nutzung eines Facebook-Mailkontos hinterlässt der Nutzer noch mehr Datenspuren in Facebooks Datenbank. Der Verbraucherzentrale Bundesverband hatte anlässlich des Börsengangs von Facebook vor dem wachsenden Datenhunger des Unternehmens gewarnt und Verbesserungen in Daten- und Verbraucherschutz vom Unternehmen gefordert.

Ratschlag für den Verbraucher: Datenportfolio aufteilen

Der vzbv rät Verbrauchern zur Vorsicht bei der Nutzung von Facebook. Angesichts der mangelhaften Datenschutzbestimmungen und intransparenten Unternehmenspolitik mit ständigen Ausweitungen der Befugnisse von Facebook in  den Datennutzungsrichtlinien  sind Daten bei Facebook weder privat noch vertraulich. In jedem Falle sollte man versuchen seine Kommunikation zumindest auf unterschiedliche Dienste zu verteilen, um so einem einzigen Anbieter nicht die Erstellung eines umfassenden Persönlichkeitsprofils zu ermöglichen. Aus diesen Gründen ist von der Nutzung der Facebook-Mailadresse abzuraten.

  • 3. Juli 2012
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