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Das Projekt Verbraucherrechte in der digitalen Welt endet am 31.12.2015, so dass diese projektbezogene Internetseite www.surfer-haben-rechte.de nicht mehr weiter aktualisiert werden kann.

Facebooks Datenschutz: Einstellungen und Tipps

Facebooks Datenschutz: Einstellungen und Tipps
Was Sie bei den neuen Datenschutzrichtlinien beachten müssen

Facebook hat die Änderungen seiner Datenschutzbestimmungen um einen Monat verschoben, denn der Aufschrei der Nutzer war dieses Mal besonders groß. Sogar in den Bundestag wurde ein Vertreter des Netzwerkes gebeten, um Auskunft zu geben. Dennoch werden die Änderungen ab morgen in Kraft treten. Wir haben bereits an verschiedenen Stellen darüber berichtet, dass Facebook mit den Änderungen seine Nutzerinnen und Nutzer dann auf Schritt und Tritt verfolgen wird, überall im Netz wo ein „Like“-Button zu finden ist oder immer dann, wenn das Handy die Ortungsfunktion angeschaltet hat.

Wer das nicht will, hat keine Möglichkeit die Änderungen abzulehnen oder Widerspruch einzulegen. Ihm bleibt in letzter Konsequenz nur das Löschen des Facebook-Accounts - mit diesem Direktlink. Gar nicht so einfach, aber möglich. Wir empfehlen folgende Vorgehensweise:

Zuerst sollte man sich eine Kopie seiner Daten herunterladen. Darin sind Fotos, Nachrichten und Status-Updates enthalten. Anschließend kann man alle Likes, Statusupdates und Freundesverbindungen einzeln löschen. Die Autorin Meike Büttner beschreibt, was ihr dabei passiert ist: Facebook hat mit Pathos versucht, sie doch noch dazu zu bewegen, ihren Account nicht zu löschen. Also hart bleiben. Denn löscht man den Account, darf man sich 14 Tage lang nicht einloggen, sonst wird er wieder hergestellt.

Was Facebook sonst mit den Daten macht...

Nochmal: Facebook verfolgt seine Nutzerinnen und Nutzer jetzt auch ortsbasiert und benutzt nicht nur die gelikten Einträge auf Facebook, sondern auch Nachrichtenartikel und andere Webseiten, die man aufruft und die einen Like-Button von Facebook haben, um die Werbung noch passgenauer einzustellen Dazu muss man jetzt nicht einmal mehr darauf geklickt haben. Der Button ist mittlerweile auf vielen Webseiten, und deshalb erfährt Facebook auch, was wir außerhalb des blauen Netzwerkes lesen und ansurfen. Einen Einblick, was dazu alles möglich ist, gibt Facebook in öffentlichen Developer-Seiten, auf denen Werbeziele, also Nutzerinnen und Nutzer, definiert werden können.

...kann man nur mit einigem Aufwand verhindern

Will man seinen Facebook-Account behalten, sollte man in Zukunft einiges beachten. Zuerst  sollten Sie überprüfen, ob Ihre Privatsphäreneinstellungen, also was Sie mit wem wie teilen, noch erhalten geblieben sind. Dann gilt es, beim Handy die Ortungsfunktion abzustellen oder zumindest für die Facebook-App zu deaktivieren. Bei Apple-Geräten kann man das einfach über die Rechteverwaltung, bei Android-Smartphones muss man das Gerät leider rooten, um Rechte einzeln zu verwalten. Hier bleibt dann nur die Deinstallation der Facebook-App.

Auch dem Tracking durch den Like-Button kann man entgehen. Dazu blockt man diesen, noch bevor die Webseiten ihn geladen haben. Mit dem Addon „Adblock Edge“ und der entsprechenden Filterliste namens Fanboy’s Social Blocking List. (Wenn Sie Adblock oder Adblock Edge installiert haben, können Sie die Liste mit diesem Link direkt hinzufügen).

Außerdem sollten Sie generell Ihren Browser so einstellen, dass er Cookies nach jedem Surfen löscht. Dazu gehen Sie im Firefox auf „Extras“ - „Einstellungen“ - „Datenschutz“. Dort sollten Sie „Cookies von Drittanbietern akzeptieren“ auf „nie“ setzen, bei „Behalten bis“ die Möglichkeit „Firefox geschlossen wird“ auswählen. Um Facebook das Tracking weiter zu erschweren, bietet es sich außerdem an, einen zweiten Browser zu installieren, den Sie explizit nur für Facebook nutzen.

Das alles bietet natürlich nur kleine Abhilfe zu einem sehr viel größeren Problem: Dass es nämlich immer noch keine EU-Datenschutzverordnung gibt, mit der man starke Datenschutzregeln für alle Verbraucherinnen und Verbraucher in ganz Europa durchsetzen kann gegen den überaus fragwürdigen Umgang von Facebook mit Daten.

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Kommentare
Ich meine der Aufschrei ist unnötig hoch. Wer z. B. Nacktbilder auf genau einer Webseite hoch lädt, braucht sich nicht wundern, die Bilder bald im halben Internet wieder zu finden. Wer sich somit freiwillig bei Facebook anmeldet und da seine persönlichen Daten einträgt, tut dies ja mit dem Hintergrundgedanken bekannt zu werden. Im Idealfall wie ein Promi. Somit muss er halt auch mit den Konsequenzen rechnen die Promis halt auch so stören. Seien es im Extremfall neugierige Fotografen außen am Fenster oder sonstige Dinge die man eigentlich nicht der Öffentlichkeit preisgeben wollte. Kurz gesagt, wer an Datenschutz interessiert ist, meldet sich erst gar nicht bei Facebook an oder spätestens jetzt wieder ab. Aber was ich so von Benutzern davon mitbekommen habe, kümmert die das gar nicht. Somit sind die damit einverstanden und der große Aufschrei ist umsonst. Es ist ja schließlich niemand gezwungen sich da anzumelden und bloßzustellen. Und der Grund "Aber die anderen sind da auch bei" klingt ein Bisschen nach "ich habe Angst nicht dazu zu gehören". Dann bleibt ja immer noch die Möglichkeit, sich mit einer ausgedachten Identität anzumelden. Mit allen möglichen ausgedachten Eigenschaften. Wird lustig wie die Reaktionen so sind. Natürlich auch ausgedachter Postanschrift usw.