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Das Projekt Verbraucherrechte in der digitalen Welt endet am 31.12.2015, so dass diese projektbezogene Internetseite www.surfer-haben-rechte.de nicht mehr weiter aktualisiert werden kann.

Große blaue Augen, schmale Nase, gerader Mund – Gesichtserkennung by Facebook

Große blaue Augen, schmale Nase, gerader Mund – Gesichtserkennung by Facebook
Große blaue Augen, schmale Nase, gerader Mund

Nun ist sie auch in Deutschland aktiviert: Die neue Gesichtserkennungssoftware von Facebook. Und wieder müssen sich die Nutzer durch die Privatsphäreeinstellungen kämpfen, wenn sie diese Funktion nicht wollen. „Typisch Facebook“, sagt das Team von Surfer haben Rechte.

Facebook hat letzte Woche eine neue Funktion freigeschaltet: Die Gesichtserkennung. Eine Software erkennt nun Ihre Freunde, die auf Ihren hochgeladenen Fotos abgebildet sind und schlägt Ihnen vor, diese zu markieren, das heißt mit einem Namen zu versehen. Die Erkennung basiert auf der Auswertung biometrischer Daten für Gesichter. Um diese biometrischen Daten zu erhalten, ordnet Facebook die Markierungen dem jeweiligen Konto des markierten Nutzers zu, vergleicht die Gemeinsamkeiten auf den markierten Fotos und speichert eine Zusammenfassung des Vergleichs. Und die Freunde, die uns bei Facebook markieren, helfen bei der Erfassung fleißig mit. So wird die gigantische Datensammlung von Facebook auch noch um biometrische Informationen ergänzt. Da stellt sich die Frage: Gibt es noch etwas, was Facebook nicht von uns weiß?

Facebooks Datensammlung ist ganz einfach: Wie immer entscheidet Facebook, was der Nutzer möchte. So ist auch die Gesichtserkennungsfunktion standardmäßig für alle Nutzer aktiviert. Demzufolge müssen die Facebook-Nutzer, die nicht wollen, dass Fotos automatisiert nach ihrem Gesicht abgesucht werden, erst einmal irgendwie erfahren, dass es diese neue Funktion überhaupt gibt. Auf einen Hinweis von Facebook kann der Nutzer da sicher lange warten. Und dann geht’s auf zur mühevollen Suche in den Privatsphäreeinstellungen nach dem „Aus-Knopf“. Dieser kommt in den Privatsphäreeinstellungen ganz harmlos unter „Freunden Fotos von mir vorschlagen“ daher. Eine detaillierte Anleitung, um die Gesichtserkennung zu deaktivieren, finden Sie in dem Blog des Journalisten Richard Gutjahr. Eine Funktion, die generell das Markieren durch andere Personen unterbindet, bietet Facebook nicht an.

So ist es fast immer mit dem Datenimperium Facebook: Es bestimmt, was privat ist und privat bleiben darf. Und das ist in den Augen von Facebook sehr wenig. Nur mühevoll und nicht immer können die Nutzer sich ihre Privatsphäre zurück erobern.

Die überraschende Freischaltung der Gesichtserkennungsfunktion für Nutzer aus EU-Staaten hat nun auch die europäischen Datenschützer auf den Plan gerufen, die Facebooks Vorgehen und die Gesichtserkennung prüfen wollen. Dabei ist Dringlichkeit geboten, denn auch andere große Konzerne wie Google oder Apple, die bislang aufgrund von Datenschutzbedenken zurückhaltend bei der Einführung von Gesichtserkennungssoftware waren, könnten sich nun veranlasst fühlen, ihre Dienste schnell auf den Markt zu bringen.

  • 17. Juni 2011
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