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Das Projekt Verbraucherrechte in der digitalen Welt endet am 31.12.2015, so dass diese projektbezogene Internetseite www.surfer-haben-rechte.de nicht mehr weiter aktualisiert werden kann.

Haftung und Datenschutz in der Cloud

Haftung und Datenschutz in der Cloud
Datenschutz: Die Cloud, das unbekannte Wesen

Immer mehr elektronische Produkte nutzen Cloud-Dienste. Vor allem bei Tablet-PCs und Smartphones spielt die dezentrale Datenverarbeitung in der Cloud eine immer größere Rolle. Auch immer mehr Apps sind auf eine Internet-Verbindung angewiesen, da sie Rechenoperationen gar nicht auf dem Endgerät des Nutzers, sondern in der Cloud ausführen.

Das bedeutet aber auch, dass stets Nutzerdaten übertragen werden. Immer mehr Verbraucher nutzen die Cloud, um Musik, Videos und Fotos dezentral zu speichern. Zudem bieten immer mehr Anbieter automatische Datensynchronisation zwischen unterschiedlichen Endgeräten an. Bequem ist so etwas allemal. Doch besonders bei kostenlosen Diensten sollte man umso genauer auf die Details der Nutzungsbedingungen schauen, wenn man private Daten und insbesondere private Daten Dritter in die Cloud verschiebt.

Da sich insbesondere kostenlose Cloud-Dienste weitgehend durch Werbung finanzieren, besteht von Seiten der Anbieter ein großes Interesse daran, die Daten ihrer Nutzer für Werbezwecke zu analysieren. Bei einigen Anbietern werden sogar die Inhalte von hochgeladenen Dokumenten zu diesem Zweck analysiert. Zudem ist es aufgrund mangelhafter Kontrollmöglichkeiten durch Datenschutzbehörden oft nicht klar, ob gelöschte Nutzerdaten wirklich gelöscht werden oder nicht doch weiter in der Cloud verbleiben. Einige Anbieter bieten zwar eine Verschlüsselung der privaten Daten an, nicht selten behalten sich Anbieter aber vor, einen Hauptschlüssel zu den verschlüsselten Daten einzubehalten. Im Zweifelsfall kann somit der Anbieter in solchen Fällen trotzdem auf die privaten Daten zugreifen.

Haftungsfragen in der Cloud

Wer Daten in die Cloud verschiebt, sollte sich Gedanken um die Vertraulichkeit und Integrität der Daten machen. Das gilt nicht nur für persönliche Daten, sondern insbesondere auch für Betriebs- oder Geschäftsgeheimnisse oder die privaten Daten Dritter. Hierbei geht es ebenso um die Gewährleistung von Datensicherheit – also die Absicherung gegen Angriffe auf die technische Infrastruktur - sowie Wartung und Fehlerbehebung. Schließlich muss der Verbraucher wissen, wer bei einem Ausfall der Daten haftet. Doch bei der Übernahme von Verantwortung halten sich viele Anbieter sehr bedeckt. Eigentlich sollte der Anbieter eines Cloud-Dienstes für alle Schäden oder Ausfälle haften, die nicht durch den Nutzer selbst verschuldet worden sind, sondern durch das Verschulden des Betreibers entstehen. Leider versuchen sich an dieser Stelle viele Anbieter aus der Affäre zu ziehen. Ein Blick in die AGB vor Vertragsabschluss ist daher in jedem Fall lohnenswert. Denn wenn die Daten erst einmal weg sind und der Anbieter sich nicht zuständig fühlt, ist es meist zu spät.

  • 9. Oktober 2012
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