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Hintergrund: Der Streit um Googles Büchersuche

Hintergrund: Der Streit um Googles Büchersuche
Hintergrund

Der Suchmaschinenbetreiber und Anzeigenvermarkter Google hat binnen zehn Jahren eine Stellung im Internet erhalten, die sich kaum ein Mensch jemals vorstellen konnte. Nun steht die Firma von vielen Seiten in der Kritik, weil sie beim Erstellen der Büchersuche GoogleBooks mutmaßlich Urheberrechte verletzt hat. Worum geht es bei dem Streit?

Googles Hauptsitz liegt in den Vereinigten Staaten von Amerika, einem Land mit anderen Rechtstraditionen und anderen Gesetzen als die in den meisten kontinentaleuropäischen Staaten. Die Geschichte der GoogleBooks ist eine von Digitalisierung und Globalisierung zugleich: über das Internet weltweit verfügbar betrifft die Handhabung im Rechtsumfeld der USA nun auch viele Autoren und Verlage, aber auch Internetbenutzer unter anderem in Deutschland. Nur ein kleiner Teil der auf der Plattform verfügbaren Inhalte ist urheberrechtsfrei, weil die Rechteinhaber schon seit langem verstorben sind oder die Werke von vornherein der Allgemeinheit gehörten (sog. Public Domain, gemeinfreie Güter).

Google hat zum einen in den USA ein Abkommen mit dortigen Verlegern abgeschlossen, zum anderen stellt man sich dort auf den Standpunkt, dass den Benutzern ja stets nur wenige Seiten eines Werkes gezeigt würden. Und obendrein, jeder Rechteinhaber könne sich ja jederzeit an den Betreiber wenden und seine Inhalte reklamieren – man würde diese dann umgehend herausnehmen und durch einen entsprechenden Hinweis ersetzen.  

Der Streit um die Zulässigkeit dieses Vorgehens wird auf vielen Ebenen ausgetragen. Mitbewerber der Firma versuchen, auf rechtlichem Wege vorzugehen, europäische Verlage sehen ihre Ansprüche als nicht vom Abkommen zwischen Anbieter und US-Verlagen gedeckt an und auf politischer Ebene sind unter anderem das Bundesjustizministerium, seine europäischen Pendants und die EU-Kommission aktiv. Die Benutzer bekommen von all dem wenig mit: sie geben einfach ein Suchwort ein und bekommen Ergebnisse ausgeliefert.

Der international agierende Konzern hat die Welt mit der Nase auf ein offensichtliches Problem gestoßen: das Internet nimmt keine Rücksicht auf nationalstaatliche Grenzen und man kann sich darin auf verschiedene Rechtsordnungen berufen. Wohin das führt? Diese Diskussion wird noch eine Weile andauern. Am Ende werden darüber einige Bücher zu schreiben sein.

  • 7. September 2009
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