Skip to content Skip to navigation

Das Projekt Verbraucherrechte in der digitalen Welt endet am 31.12.2015, so dass diese projektbezogene Internetseite www.surfer-haben-rechte.de nicht mehr weiter aktualisiert werden kann.

Ihre Rechte beim Onlineshopping

Ihre Rechte beim Onlineshopping

Kann man die Ware online gekaufte einfach so zurückschicken, wenn sie nicht gefällt? Was, wenn der Verkäufer im Ausland sitzt? Beim Online-Shopping gelten einige besondere Vorschriften und Rechte.

Widerruf nicht immer möglich

Seit 2014 gilt grundsätzlich ein Widerrufsrecht für digitale Inhalte, das jedoch unter bestimmten Voraussetzungen vom Anbieter ausgeschlossen werden kann. Dazu müssen Anbieter dem Verbraucher jetzt vor dem Download die Möglichkeit geben,

  1. seine ausdrückliche Zustimmung zur Ausführung des Downloads zu geben
  2. seine Kenntnis bestätigen, dass er sein Widerrufsrecht mit Beginn des Downloads verliert.

Bei fast allen anderen online abgeschlossenen Kaufverträgen hat der Verbraucher ein Widerrufsrecht innerhalb eines Zeitraums von bis zu zwei Wochen nach Erhalt der Ware, wenn er ordentlich über diese Frist informiert wurde. Wurde er nicht ordnungsgemäß informiert, endet die Widerrufsfrist 12 Monate und 14 Tage nach Erhalt der Ware. Verbraucher sollten ihren Widerruf am besten schriftlich und am besten per Einschreiben an den Verkäufer senden.

Seit Juni 2014 gilt außerdem, dass Unternehmen dem Verbraucher die Rücksendekosten bei einem erklärten Widerruf generell auferlegen können, sofern darauf vor Vertragsschluss hingewiesen wurde. Das ist unabhängig vom Bestellwert der Ware, aber einige Online-Shops bieten ihren Kunden einen versandkostenfreien Umtausch- und Rückgabeservice. Es lohnt sich daher, einen genauen Blick auf die AGBs zu werfen.

Einige Waren werden gezielt vom Widerrufsrecht ausgeschlossen. Darunter fallen oft individuell angefertigte oder verderbliche Produkte sowie Güter, die nicht zurückgesandt werden können wie z.B. Arzneimittel, entsiegelte Software, CDS, DVDs und Videos. Der Händler muss den Nutzer darauf hinweisen, dass der Widerruf ausgeschlossen ist. Auch hier gilt es also, einen genauen Blick in die AGBs zu werfen. 

Sitz des Anbieters

Der Sitz des Anbieters entscheidet darüber, welche Rechtsvorschriften für die Kaufabwicklung angewendet werden können. Innerhalb der Europäischen Union ist der Verbraucher durch die Anwendung der deutschen Fernabsatzvorschriften und das weitgehend vereinheitlichte Gewährleistungs- und Widerrufsrecht geschützt. Bei Rechtsstreitigkeiten wird das zuständige Gericht meist anhand des Wohnsitzes des Käufers ermittelt.

Doch die Durchsetzung der Rechtsvorschriften über Landesgrenzen hinweg kann sich manchmal als langwieriges Projekt erweisen.

Hat der Verkäufer einen Sitz außerhalb der EU, ist besondere Vorsicht geboten. Im ungünstigsten Fall findet hier weder das deutsche Recht Anwendung, noch kann der Verbraucher in Deutschland klagen. Bei großen Investitionen empfehlen wir daher, sich vorab über die Rechtslage zu informieren.

Generell gilt: Ein seriöser Anbieter bietet Kunden Informationen über den Sitz des Unternehmens und eine Kontaktmöglichkeit über Telefon und E-Mail. Fehlen derartige Angaben, ist Vorsicht geboten.

Ein Blick in die AGBs

In jedem Fall lohnt sich ein Blick in die AGBs des Online-Shops. Schließlich erfährt man hier, ob die Daten an Dritte weitergegeben werden dürfen und ob ein Umtausch möglich ist.

Händler sind dazu verpflichtet, die Allgemeinen Geschäftsbedingungen gut lesbar und übersichtlich zu gestalten. Der Verbraucher sollte die AGBs mühelos einsehen und abspeichern können. Nur dann sind die AGBs vom juristischen Gesichtspunkt aus gültig.

  • Stand: 
    Montag, Oktober 27, 2014