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Das Projekt Verbraucherrechte in der digitalen Welt endet am 31.12.2015, so dass diese projektbezogene Internetseite www.surfer-haben-rechte.de nicht mehr weiter aktualisiert werden kann.

Immer noch Probleme mit In-App-Käufen

Immer noch Probleme mit In-App-Käufen
EU-Kommission erhöht den Druck

Bereits im April berichteten wir über Apps, die sich den Anschein geben, kostenlos zu sein, aber sehr schnell sehr hohe Kosten nach sich ziehen. Spiele etwa, die sich an Kinder richten und zu Käufen innerhalb der App auffordern. Die EU-Kommission sieht weiter Handlungsbedarf, Sorgenkind ist vor allem Apple.

Die Europäische Kommission und die nationalen Verbraucherschutzbehörden und –verbände arbeiten seit einiger Zeit daran, den Schutz vor ungewollten In-App-Käufen zu verbessern. Das Problem: Viele Spiele und andere Apps werben damit, kostenlos zu sein, lassen sich aber nur komplett spielen oder benutzen, wenn sogenannte In-App-Käufe getätigt werden. Dazu braucht es das App-Store-Passwort, aber je nach Einstellung kann nach einmaliger Eingabe des Passworts für 15 Minuten oder länger munter drauf los geshoppt werden – in Amerika reichte diese Zeitspanne schon, um schnell mal über 500 Dollar an Spielgegenständen auszugeben.

Einfache Forderungen für mehr Rechtssicherheit

Im Dezember 2013 verständigten sich deshalb die nationalen Verbraucherschutzbehörden der EU auf ein gemeinsames Positionspapier und forderten unter anderem Apple und Google auf, Apps, die In-App-Käufe enthalten, nicht als „kostenlos“ zu bewerben, keine direkten Kaufaufforderungen an Kinder zu richten, Geld nicht ohne ausdrückliches Einverständnis abzubuchen und eine E-Mail-Adresse für Kundenbeschwerden anzugeben.

Apple bleibt Sorgenkind

Nachdem diese Punkte Apple und Google bereits im letzten Jahr mitgeteilt wurden, sah sich die Kommission veranlasst, jetzt einen Zwischenstand herauszugeben. Der fällt für Apple nicht gerade positiv aus, denn das Unternehmen zeigt sich uneinsichtig, wenn es um den Verbraucherschutz geht.

So heißt es im neuen Standpunkt der Kommission aus Juli 2014 über Apple, dass die Informationen über „In-App-Käufe“ in sehr kleiner Schrift dargestellt sind, so dass diese auf kleinen Bildschirmen schwierig zu lesen sind. Außerdem weigert sich Apple anscheinend das 15-minütige Zeitfenster nach Eingabe des App-Store-Passworts, währenddessen man so viel nachkaufen kann, wie man möchte, aus den Standardeinstellungen zu verbannen. Die Verbraucherschützer wünschen sich vielmehr, eine echte Wahlfreiheit für die Verbraucher und eine neutrale Information, ob diese Standardeinstellung beibehalten werden solle oder man lieber bei jedem In-App-Kauf eine Kindersicherung in Form der Passworteingabe haben möchte.

Verbesserungen bei Google

Google zeichnet die In-App-Käufe und mögliche nachfolgende Kosten dagegen sehr viel besser und deutlicher aus und verzichtet bei solchen Apps ganz auf die Verwendung des Begriffs „kostenlos“, loben die Verbraucherschützer im gemeinsamen Positionspapier. Bis September 2014 soll außerdem die Passwortabfrage für In-App-Käufe so umgesetzt werden, dass Verbraucher beim ersten Kauf entscheiden müssen, ob das Passwort – und damit die Kindersicherung – immer abgefragt wird oder man 30 Minuten Zeit hat, bis das Passwort das nächste Mal abgefragt wird.

Ob und gegebenenfalls wann diese Praktiken die Gerichte beschäftigen werden, ist Sache der nationalen Verbraucherschutzbehörden und –verbände, so die Kommission. Außerdem will die Kommission „das Thema weiterhin im Auge behalten und dabei insbesondere darauf achten, inwieweit die eingegangenen Verpflichtungen die Bedenken im Positionspapier tatsächlich entkräften“, wie es in der Pressemeldung heißt.

Umfrage: Helfen Sie uns

Das Projekt „Surfer haben Rechte“ verfolgt die Probleme bei In-App-Käufen schon seit längerer Zeit und hat ebenfalls schon zahlreiche Verbraucherbeschwerden bekommen. Hatten auch Sie schon einmal Ärger mit In-App-Käufen? Dann helfen Sie uns, indem Sie an unserer Umfrage teilnehmen. Mit fünf kurzen Fragen erfahren wir so noch besser, was Verbraucher ärgert.

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