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Das Projekt Verbraucherrechte in der digitalen Welt endet am 31.12.2015, so dass diese projektbezogene Internetseite www.surfer-haben-rechte.de nicht mehr weiter aktualisiert werden kann.

Interview: Was Cookies können

Interview: Was Cookies können
Spione auf dem Rechner

Gehört hat jeder von ihnen: den Cookies, die auf dem eigenen Computer landen. Was es damit auf sich hat, was sie können und wie man sich gegen Cookies zur Wehr setzt, erklärt Dr.-Ing. Kei Ishii, Projektleiter vom Partnerprojekt Verbraucher sicher online der Technischen Universität.

Herr Dr. Ishii, Verbraucher hören immer wieder, dass bei ihnen im Browser Cookies gespeichert würden. Was sind das für "Kekse" und wie kommen diese überhaupt auf meinen Rechner?

Diese Cookies sind kleine Textdateien, die zusammen mit einer Webseite an den Browser geschickt und dort gespeichert werden. Wenn man dieselbe Webseite oder eine andere des gleichen Anbieters später aufruft, wird die Textdatei dann automatisch an den Anbieter zurückgeschickt.

Wofür werden die Cookies eingesetzt?

Cookies können dazu verwendet werden, Einstellungen des Nutzers für die Webseite zu speichern. Zum Beispiel, dass die Seite immer auf Deutsch erscheint, wenn zwischen mehreren Sprachen gewählt werden kann. Diese Cookies werden für längere Zeit im Browser gespeichert, enthalten in der Regel aber keine persönlichen Daten. Eine zweite Art von Cookies wird in Onlineshops oder beim Online-Banking verwendet. Mit den so genannten Session Cookies kann der Anbieter die Sitzung – den Einkauf oder die Transaktion – über mehrere Webseiten hinweg eindeutig einem Kunden zuordnen. Session Cookies werden mit dem Schließen des Webbrowser gelöscht werden, da spätestens dann auch alle Sitzungen beendet sind.
Wenn es um Datenschutz geht, ist die dritte Verwendungsart die Umstrittenste. Sowohl Webseiten-Anbieter als auch Dritte – meistens Werbefirmen – speichern so genannte Verfolgungs-Cookies (englisch „tracking cookies“) im Browser. Diese verbleiben dort teilweise über Jahre hinweg und dienen dazu, alle Webseitenbesuche aufzuzeichnen und einem Nutzer zuzuordnen. Als Vorteil wird genannt, dass damit die Werbung auf Webseiten genauer auf die Interessen des Nutzers abgestimmt werden könne. Dem steht aber entgegen, dass hiermit das Surfverhalten des Nutzers über lange Zeit aufgezeichnet wird. Es ist meist unklar, wie diese Aufzeichnungen dann verwendet und an wen sie weitergegeben werden.

Sie sagen, dass es verschiedene Arten von Cookies gibt. Wie sollte ich meinen Rechner einstellen, damit ich keine unerwünschten Cookies bekomme?

Alle gängigen Webbrowser enthalten Funktionen, mit der sowohl vorhandene Cookies gelöscht als auch die Speicherung verhindert werden kann. Die einfachste Möglichkeit ist es, zunächst alle bisher gespeicherten Cookies zu löschen, und dann die Einstellung zu aktivieren, mit der Cookies von Drittanbietern blockiert werden. Damit wird unterbunden, dass eine Firma das Surfverhalten über mehrere Webseiten hinweg verfolgen kann.
Man kann auch generell die Speicherung aller Cookies blockieren. Dann werden einige Webseiten nicht mehr funktionieren. Für diese müssen dann – wenn der Browser diese Funktion anbietet – Ausnahmen von der Blockierung im Browser eingestellt werden. Dies ist die wohl die beste, aber auch die arbeitsaufwendigste Möglichkeit, mit Cookies umzugehen.

In den letzten Jahren sind neben die klassischen "Web-Cookies" auch neue Formen getreten, wie zum Beispiel so genannte Flash-Cookies. Was können diese Cookies und kann ich sie ebenfalls blockieren?

Mit Flash-Cookies lassen sich Einstellungen wie die Lautstärke für Filme oder Spielstände dauerhaft speichern. Und sie werden auch mitunter zur Verfolgung des Surfverhaltens eingesetzt. Es sind sogar Fälle bekannt geworden, in denen Flash-Cookies dazu benutzt wurden, vom Nutzer gelöschte Web-Cookies heimlich wiederherzustellen.
Leider kann man sich derzeit nur umständlich gegen Flash-Cookies wehren. Bisher bietet kein Browser von Hause aus die Möglichkeit, sich diese anzeigen, löschen oder blockieren zu lassen. Man muss hier auf spezielle Software zurückgreifen oder aber über eine Seite des Flash-Herstellers Adobe umständlich die Einstellungen verändern. Wer diese Art von Verfolgung des eigenen Surfens verhindern möchte, wird nicht umhin kommen, sich damit auseinanderzusetzen.

  • 24. November 2010
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