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Das Projekt Verbraucherrechte in der digitalen Welt endet am 31.12.2015, so dass diese projektbezogene Internetseite www.surfer-haben-rechte.de nicht mehr weiter aktualisiert werden kann.

Kinder und Datenschutz im Internet
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Kinder und Datenschutz im Internet
Probleme und Fragen zum Datenschutz bei Kindern im Internet

Computer- und Internetnutzung sind für viele Kinder im Grundschulalter ein Selbstverständnis. Es werden Hausaufgaben mit Hilfe von Informationen aus dem Internet angefertigt, es wird gechattet, gespielt, gepostet und das alles auf Internetseiten, die ihre Angebote gezielt auf Kinder zugeschnitten haben. Doch nichts ist umsonst, bezahlt wird auch hier mit den eigenen Daten.

Kein Betreiber einer Seite, der sich mit seinem Angebot gezielt an Kinder richtet, hat etwas zu verschenken. Die Zielgruppe Kinder ist von Unternehmen und der Wirtschaft von besonderem Interesse. So viel wie möglich von den Kindern zu erfahren, über persönliche Vorlieben und Hobbys, Wohnanschrift und Geburtsdatum, das ist die Intention vieler Unternehmen um Kinder an ihre Dienste zu binden und Vertrauen zu schaffen. Auf Kinderwebseiten wird aber auch Werbung für Erwachsene, beispielsweise für Autos und Versicherungen, geschaltet. Dies geschieht häufig zur frühen Markenbindung.

Gib mir Deine Daten, dann darfst Du an meinem Gewinnspiel teilnehmen

Weshalb müssen für eine Teilnahme an einem Gewinnspiel neben der E-Mail-Adresse der Vor- und Nachname, die Wohnanschrift, das Geburtsdatum abgefragt werden? Sollte es nicht ausreichen, sich die E-Mail-Adresse geben zu lassen um (erst) im Falle des Gewinns die Adressdaten in Erfahrung zu bringen?

Gib mir Deine Daten, dann darfst Du Dich beschweren

Auch bei Kontakt- und Beschwerdeformulare ist es datenschutzrechtlich bedenklich, für die Bearbeitung des Anliegens eines Kindes neben der Mail-Adresse hierfür auch den Vor- und Nachnamen sowie das Alter abzufragen. Dieses gilt umso mehr, wenn das Kind erst gar keine Antwort wünscht, sondern schlichtweg nur etwas melden möchte.

Können Kinder in die Datennutzung einwilligen?

Bei der Frage, ob Kinder überhaupt fähig und imstande sind in die Nutzung ihrer Daten rechtswirksam einzuwilligen, kommt es immer auf die Einsichtsfähigkeit des einzelnen Kindes an. Unzulässig ist es beispielsweise in jedem Fall, wenn sich Webseitenbetreiber von den Kindern bestätigen lassen, dass die Eltern die Datenschutzbestimmungen gelesen und sich mit der Nutzung der Daten für die Teilnahme an einem Gewinnspiel einverstanden erklären.

Eine andere und weit verbreitete Vorgehensweise, sich die Einwilligung der Eltern zum Beispiel für die Erhebung und Nutzung der Daten ihrer Kinder einzuholen, ist eine durch die Eltern versendete Bestätigungsmail an den Webseitenbetreiber. Nachdem die Kinder die Mail-Adresse ihrer Eltern mitgeteilt haben, erhalten die Eltern die Aufforderung von dem Seiten- oder Dienstebetreiber, in die Datennutzung per Mail einzuwilligen und einen entsprechenden Bestätigungslink zu betätigen. Das sogenannte „Eltern-Okay“ ist ein erster Schritt, die Eltern einzubeziehen und zumindest ein Versuch, rechtskonforme Einwilligungserklärungen in die Datennutzung ihrer Kinder einzuholen. Dennoch kann nicht sicher gestellt werden, dass die Erklärungen tatsächlich seitens der Eltern erteilt werden.

Datenpreisgabe durch Eltern – aber bitte mit Umsicht!

Wiederum stehen auch Eltern in der Verantwortung hinsichtlich der Datenpreisgabe ihrer Kinder. Ist der Wunsch des Kindes noch so groß, sich für eine Mitgliedschaft auf einer Internetseite zum Beispiel eines Spieleherstellers zu registrieren, so stellt sich die Frage, ob hierfür tatsächlich der Name und das exakte Geburtsdatum von Nöten sind.

„AGB? Das versteh´ ich nicht!“

Betreiber von Webseiten, die ihre Dienste wie Gewinnspielangebote, Communities und Spielseiten gezielt Kindern anbieten, müssen sich immer die spezielle Zielgruppe vor Augen führen: Geschäftsbedingungen und Informationen über den jeweiligen Dienst müssen nicht nur für die Eltern, sondern gerade für die Kinder sprachlich und vom Umfang her angemessen aufbereitet und dargestellt werden.

Grundsatz der Datenvermeidung und Datensparsamkeit

Bei jeder Abfrage von Daten gilt auch der Grundsatz der Datenvermeidung und Datensparsamkeit, bei Kindern noch viel mehr als bei Erwachsenen. Vor allem Kinder müssen den Umgang mit ihren eigenen Daten erst lernen und begreifen, ihre Privatsphäre zu schützen. Kindern, denen in frühen Jahren der Eindruck vermittelt wird, es sei selbstverständlich seine persönlichen Daten preis zu geben, können sich nicht zu datenkompetenten Bürgern entwickeln.

Insofern gilt bei jedweder Datenabfrage gegenüber Kindern: Daten so viel wie nötig und so wenig wie möglich.

  • 7. März 2013
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