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Das Projekt Verbraucherrechte in der digitalen Welt endet am 31.12.2015, so dass diese projektbezogene Internetseite www.surfer-haben-rechte.de nicht mehr weiter aktualisiert werden kann.

Mobilfunktarife: Kaum Angebote ohne Einschränkung

Mobilfunktarife: Kaum Angebote ohne Einschränkung
Grenzenloses Surfen mit dem Smartphone?

Grenzenloses Surfen davon träumen viele Nutzer schon lange nicht mehr. Denn immer mehr Mobilfunkanbieter schließen entweder die Nutzung datenintensiver Dienste ganz aus oder lassen sich die Nutzung extra bezahlen. Allerdings sind diese Verbote oder Kosten oftmals tief im Kleingedruckten versteckt und unterscheiden sich von Tarif zu Tarif. Das Surfer-haben-Rechte-Team wollte es einmal genauer wissen und hat bei den Mobilfunkanbietern nachgefragt.

Konkret wollten wir von den vier großen Netzbetreibern – Telekom, Vodafone, Telefónica (o2) und E-Plus - wissen, in welchen ihrer Mobilfunktarifen es vertragliche oder technische Einschränkungen gibt, hinsichtlich

* Voice over IP (VoIP) / Skype - Telefonieren über das Internet

* Peer-to-peer (P2P) - Austauschen von Dateien über Netzwerke im Internet

* Instant Messaging (IM) - Versenden von Sofortnachrichten über das Internet

* Tethering - Verbinden eines Smartphones mit einem PC oder Tablet, um diesem eine Internetverbindung zu ermöglichen

* sonstige

Tatsächlich bot im Juni 2013 lediglich ein Tarif der Telekom die Internetnutzung ohne Beschränkung an. Alle anderen Tarife der befragten Mobilfunkbetreiber schränken fast durchweg übliche Anwendungen wie Skype etc. ein. In manchen Tarifen können einige der Anwendungen hinzugebucht werden, in anderen nicht. Die Ergebnisse können nach Anbieter, Tarif und Dienst in der Tabelle im Anhang nachgelesen werden. So möchten wir Nutzer bei ihrer Vertragsauswahl unterstützen. Sollten Ihnen Änderungen auffallen, sind wir über einen Hinweis über unser Kontaktformular  dankbar.

Wo Internet drauf steht ist nicht immer Internet drin

Viele Verbraucher bemerken beim Abschluss des Mobilfunkvertrages diese Einschränkungen nicht. Schließlich wird geworben mit „grenzenlosem surfen“ oder „unbegrenzt surfen“. Verbraucher gehen also zu Recht davon aus, dass sie mit einem Internetanschluss alle Produkte und Dienstleistungen des Internets, also auch das Instant Messaging oder Filesharing nutzen können. Und selbst wenn Verbraucher die Einschränkungen in den Bestimmungen entdeckt haben, wissen sie häufig gar nicht, was sie nun nutzen können und was nicht. Was sind peer-to-peer-Anwendungen? Und heißt der Ausschluss von Instant Messaging Diensten auch, dass ich den Facebook Chat nicht benutzen kann? Viele Fragen, auf die auch die Mobilfunkbetreiber selten eine eindeutige Antwort haben.

Werbung der Mobilfunkanbieter

Damit Verbraucher tatsächlich wissen, was ihr Mobilfunkvertrag nun beinhaltet, müssen zwingend ausdrückliche und deutliche Hinweise zu den Einschränkungen erfolgen. Darüber hinaus sind Werbeaussagen wie „grenzenloses surfen“ trotz versteckter Einschränkungen von Internetanwendungen im Kleingedruckten irreführend. Im Fall von Vodafones Red M Tarif, der mit grenzenlosem Surfen beworben wurde, jedoch jegliche peer-to-peer-Anwendungen und Instant Messaging ausschloss, bestätigte das Landgericht Düsseldorf diese Auffassung des vzbv.

  • 19. Juli 2013
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