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Das Projekt Verbraucherrechte in der digitalen Welt endet am 31.12.2015, so dass diese projektbezogene Internetseite www.surfer-haben-rechte.de nicht mehr weiter aktualisiert werden kann.

Netiquette – Richtiges Benehmen in Sozialen Netzwerken

Netiquette – Richtiges Benehmen in Sozialen Netzwerken
Richtiger Umgang mit Sozialen Netzwerken: Netiquette und Datenschutz

Viele Verbraucher sind in Sozialen Netzwerken aktiv. Doch was viele nicht wissen: Auch hier gelten ungeschriebene Regeln für den Umgang mit einander. Dies gilt insbesondere für den Datenschutz und das Verbreiten von Informationen über Dritte. Damit Verbraucher nicht ungewollt in ein rechtliches oder zwischenmenschliches Fettnäpfchen treten, haben wir die wichtigsten Tipps und Tricks einmal zusammengefasst.

In den meisten sozialen Netzwerken sind die Standardeinstellungen alles andere als datenschutzfreundlich. Schließlich haben die Unternehmen nicht selten ein wirtschaftliches Interesse daran, dass Verbraucher möglichst viele Informationen freigeben. Die meisten Sozialen Netzwerke bieten den Nutzern aber eine Anpassung der Privatsphäre-Einstellungen an. Wir empfehlen daher, direkt vom ersten Tag an diese Einstellungen auszukundschaften und an die eigenen Bedürfnisse anzupassen. Denken Sie darüber nach, wem Sie welche Inhalte zugänglich machen wollen und teilen Ihre Kontakte in Listen etc. ein. Auch wenn die Privatsphäre-Einstellungen bei einigen Anbietern leider viel zu kompliziert und wenig übersichtlich gestaltet sind, lohnt es sich, hier ein wenig Zeit zu investieren. Denn so kann man böse Überraschungen unter Umständen vermeiden. 

Pseudonyme  

Oftmals ist es nicht zwingend notwendig, umfassende Daten von sich preis zu geben. Wer seinen Familiennamen nicht in Sozialen Netzwerken nutzen möchte, sollte sich Gedanken über die Nutzung eines Pseudonyms machen. Doch auch hier gilt es einige Regeln zu beachten. Denn wenn ein Pseudonym ausgiebig mit privaten Informationen verknüpft wird, ist es leicht zu erraten. Insbesondere sollte man nicht unbedingt eine Mailadresse für eine Anmeldung nutzen, die den eigenen Namen enthält. Das klingt zwar banal, wird aber oftmals vergessen.  

Unterschiedliche Privatsphärebedürfnisse  

Menschen haben unterschiedliche Schutzbedürfnisse, was ihre Privatsphäre im Netz anbelangt.  Wenn Sie andere über Soziale Netzwerke auf intime Lebensbereiche ansprechen, fragen Sie sich besser vorab selbst, ob dies wirklich der richtige Ort dafür ist.  Bei privaten Angelegenheiten ist ein Telefonat oder ein gemeinsames Treffen  oftmals der bessere Gesprächsrahmen. Tragen Sie Dinge, die Ihnen unter vier Augen anvertraut wurden, nicht unbedacht ins öffentliche Netz. 

Verantwortung für den Datenschutz anderer  

Wer sich in Sozialen Netzwerken bewegt, der kommuniziert dort nicht nur mit, sondern auch über andere. Übernehmen Sie dabei auch Verantwortung für die Privatsphäre des anderen. Bevor Sie einen Bekannten in einem Bild markieren, holen Sie sich sein Einverständnis, wenn eine Veröffentlichung nicht zuvor abgesprochen war. Übernehmen Sie die gleiche Verantwortung auch für die E-Mail Adressen Ihrer Freunde, Arbeitskollegen und Bekannten. Wer einfach sein Adressbuch einem Sozialen Netzwerk zur Verfügung stellt, gibt damit ungefragt die persönlichen Kontaktdaten zahlreicher Personen weiter. Nicht jeder ist anschließend erfreut über Werbemails von Anbietern.  

Sich selbst im Blick behalten  

Bleiben Sie auf dem Laufenden darüber, was von Bekannten in Sozialen Netzwerken über Sie verbreitet wird. Löschen Sie eine Markierung  von einem Bild, wenn Sie mit der Darstellung nicht zufrieden sind, oder in einem bestimmten Kontext nicht identifiziert werden möchten. Bitten Sie andere höflich darum, nicht ohne Ihr Einverständnis Veröffentlichungen über Sie zu machen und weisen Sie sie gegebenenfalls darauf hin, Inhalte wieder zu löschen. Bei Inhalten, die Sie selbst einstellen, sollten Sie unbedingt kritisch hinterfragen, welches Bild diese Daten über sie erzeugen. Wer beispielsweise ständig Bilder von sich auf Partys in Sozialen Netzwerken postet, erweckt möglicherweise den Eindruck, sehr trinkfreudig zu sein. Auch dann, wenn dies nicht unbedingt der Realität entspricht. Veröffentlichen Sie daher grundsätzlich nur Daten, die sie jedem zugänglich machen würden - also auch ihrem Chef oder ihrer Mutter.  

Freundschaftsanfragen  

Wenn Sie eine Freundschaftsanfrage an flüchtige Bekannte oder Ihnen Unbekannte verschicken, stellen Sie sich kurz vor und erläutern Sie den Grund für Ihre Anfrage. Sehen Sie eine Ablehnung der Freundschaftsanfrage nicht als einen Angriff gegen Ihre Person. Manche möchten mit beliebig vielen Menschen in Kontakt treten, andere wollen sich nur mit wenigen engen Freunden aus ihrem echten Lebensumfeld vernetzen. Fügen Sie niemanden nur Ihrer Freundschaftsliste hinzu, um sein Privatleben auszuforschen. Schließlich würden Sie auch nicht jemanden in Ihre Wohnung lassen, der dort heimlich Ihre Schubladen durchwühlt.    

Mitteilungsdrang und relevante Nachrichten  

Wer bei Sozialen Netzwerken seine Kontakte ständig über unwichtige Details auf dem Laufenden hält, wird von anderen nicht selten als Spam-Versender wahr genommen. Nicht alles muss gesagt werden. Stellen Sie sich die Frage, ob Inhalte auch für andere relevant und interessant sind.  

Unerwünschte Einladungen

Bevor Sie Einladungen zu Browser-Games, Gruppen oder Events versenden, überlegen Sie sich genau, ob die Person tatsächlich interessiert daran ist. Wenn die Einladung abgelehnt wurde, akzeptieren Sie diese Reaktion und bedrängen Sie den anderen nicht mit erneuten Einladungen.    

Im Internet kommunizieren Menschen  

Auch in sozialen Netzwerken kommt es zu Konflikten. Oft werden auch Konflikte aus dem analogen Leben in Soziale Netzwerke hineingetragen. Behandeln Sie daher selbst in Konfliktsituationen andere stets mit Respekt. Kritik sollte so geäußert werden, dass man sie auch noch gut vertreten kann, wenn man dem anderen von Angesicht zu Angesicht begegnet. Bevor Sie sich in Konflikte, die Dritte betreffen einbringen, überlegen Sie, ob das tatsächlich gewünscht und hilfreich ist. Halten Sie sich im Zweifel lieber zurück, es sei denn Sie haben das Gefühl, dass es zu Mobbing kommt. Dann ist Ihre Zivilcourage gefragt. Betrachten Sie Hetzjagden im Internet kritisch. Oft werfen diese ein schlechteres Bild auf die Personen, die sie lostreten, als auf diejenigen, gegen die sich die Hetzjagd richtet.

  • 1. Oktober 2012
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