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Das Projekt Verbraucherrechte in der digitalen Welt endet am 31.12.2015, so dass diese projektbezogene Internetseite www.surfer-haben-rechte.de nicht mehr weiter aktualisiert werden kann.

Privatsphäre bei Lokalisierungsdiensten?

Privatsphäre bei Lokalisierungsdiensten?

Mit dem Einchecken bei Lokalisierungsdiensten verraten wir sehr viel von uns - manchmal auch ungewollt. Achten Sie deshalb auf die Einstellungen.

Privatsphäreeinstellungen beachten!

Bei einigen Lokalisierungsdiensten sind die Privatsphäreeinstellungen so voreingestellt, dass alle Nutzer des Dienstes Ihren Standort sehen können. Häufig wird diese Information auch noch mit einer Uhrzeit versehen. Sie sollten daher Ihre Einstellungen so ändern, dass nur die Personen Ihren Standort sehen können, die Sie kennen.

Harmlose Standortdaten?

Unabhängig davon, ob der Nutzer in einem Geschäft eingecheckt hat, senden einige Lokalisierungsdienste alle paar Sekunden den Standort des Nutzers an den Lokalisierungsdienst. Die erhobenen Standortdaten werden in einer Datenbank des Anbieters verwaltet und lassen sich zu Bewegungsprofilen zusammenstellen. So ist es für den Anbieter möglich, die mutmaßlichen Gewohnheiten und Interessen der Nutzer zu erfassen – interessant nicht nur für den Lokalisierungsdienst selbst, sondern auch für die Werbebranche.

Einige Lokalisierungsdienste bieten ihren Geschäftspartnern daher ausführliche Statistiken an: Welcher Nutzer hat wann wie oft das Geschäft besucht? An welchem Wochentag und zu welcher Tageszeit wird am meisten von dem Nutzer eingekauft? Welcher Nutzer hat bereits schon länger das Geschäft nicht mehr aufgesucht?

Die Standorterhebung ist natürlich Sinn und Zweck der Lokalisierungsdienste und die Mitteilung über den Aufenthaltsort erfolgt durch das Einchecken in ein Geschäft freiwillig durch die Nutzer. Eine dauerhafte Lokalisierung durch den Anbieter darf hingegen nicht erfolgen. Nach § 15 Telemediengesetz (TMG) ist die Erhebung und Verwendung solcher Daten nur erlaubt, wenn es für die Erbringung und Abrechnung des Dienstes erforderlich ist, also nur solange der Lokalisierungsdienst genutzt wird. Werden auch Standortdaten erhoben, wenn der Nutzer den Lokalisierungsdienst nicht verwendet (also wenn er nicht in ein Geschäft eincheckt), benötigt der Anbieter eine ausdrückliche Zustimmung des Nutzers für die Datenerhebung und –verwendung. Auch für die Weitergabe der Daten an Dritte muss der Nutzer ausdrücklich zustimmen. Die Anbieter halten sich aber nicht immer daran. Sie speichern die Standortdaten oft unentwegt, ohne dass der Nutzer das weiß und eine solche Datenerhebung ausdrücklich erlaubt hat. Nicht nur der Anbieter, sondern auch die Werbepartner erfahren so stetig, welche Interessen und Gewohnheiten der Nutzer hat, wo er wohnt und einkauft und welche Lokale er häufig aufsucht.

Der Nutzer sollte sich bewusst sein, dass bei der Nutzung von Lokalisierungsdiensten ausführliche Bewegungsprofile erstellt werden und sensible Daten an die Werbepartner weitergegeben werden. Er muss selbst entscheiden, ob, und wenn ja, welchem Anbieter er solche Daten anvertrauen will.

  • Stand: 
    Montag, Oktober 27, 2014