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Das Projekt Verbraucherrechte in der digitalen Welt endet am 31.12.2015, so dass diese projektbezogene Internetseite www.surfer-haben-rechte.de nicht mehr weiter aktualisiert werden kann.

Reform des Jugendmedienschutzes

Reform des Jugendmedienschutzes
vzbv kommentiert Jugendmedienschutz-Staatsvertrag

Computer, Fernsehen, Smartphone – die Nutzung verschiedener Medien und digitaler Dienste ist für die meisten Kinder und Jugendliche Alltag. Doch der derzeit gültige Jugendmedienschutz-Staatsvertrag (JMStV) stammt aus dem Jahr 2003 und wird den neuen Herausforderungen und Gefahren für Kinder und Jugendliche in einer digitalisierten Gesellschaft nicht mehr gerecht. Daher sollen die Regelungen modernisiert werden. Zum Entwurf des neuen Jugendmedienschutz-Staatsvertrags hat der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) eine Stellungnahme abgegeben. Darin begrüßt der vzbv grundsätzlich die Bestrebungen der Bundesländer, den JMStV zu novellieren, kritisiert aber gleichzeitig auch einige Punkte.

Wirksamkeit von Filterprogrammen fraglich

Bedenken äußert der vzbv unter anderem hinsichtlich der verbreiteten Jugendschutzprogramme. So habe man beispielsweise eines der von der Kommission für Jugendmedienschutz zugelassenen Programme einem kurzen Check unterzogen. Im Ergebnis sei dieses Programm jedoch nur bedingt tauglich, Kinder und Jugendliche vor ungeeigneten Inhalten im Internet zu schützen. Zum einen wurde die Bildersuche über Google nicht gefiltert, zum anderen ließen sich die Filter durch einen Web-Proxy umgehen, so dass ohne große Mühe auf pornografische Inhalte zugegriffen werden konnte.

Um überhaupt eine Akzeptanz zu finden, müssten diese Programme wirksamer und nutzerfreundlicher gestaltet sein, betont der vzbv. Und da die Programme bereits schon heute nur bedingt tauglich seien, wäre die Herabsetzung der Anforderungen im Hinblick auf das Verfahren und die den Jugendschutzprogrammen hinterlegten Kriterien keinesfalls eine Option für einen sinnvollen Jugendmedienschutz.

Verbraucherbildung als Pflichtunterricht in der Schule

Unabhängig von Vorschriften und Regelungen für Anbieter fordert der vzbv darüber hinaus, Verbraucherbildung als Pflichtunterricht in der Schule zu verankern. Denn nur weil Kinder sich „selbstsicher und routiniert“ im Internet bewegten, hieße das noch lange nicht, dass sie über eine ausreichende Medienkompetenz verfügen würden. Dafür müssten aber auch Lehrerinnen und Lehrer in verbindlicher Weise aus- und fortgebildet werden.

Zentrale Anlauf-, Beratungs- und Beschwerdestelle

Ein weiterer wichtiger Baustein für zeitgemäßen und effektiven Jugendmedienschutz ist nach Ansicht des vzbv der Ausbau von leicht zugänglichen und auffindbaren Anlaufstellen für ratsuchende oder sich informierende Kinder und Eltern. Insbesondere Kinder und Jugendliche müssten wissen, an wen sie sich wenden könnten, wenn sie im Internet mit unangemessenen oder verstörenden Inhalten konfrontiert werden würden. Initiativen, wie das vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend geförderte „I-KiZ – Zentrum für Kinderschutz im Internet“ oder die Webseite www.jugend.support müssten daher auch in Zukunft zu gefördert und unterstützt werden.