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Das Projekt Verbraucherrechte in der digitalen Welt endet am 31.12.2015, so dass diese projektbezogene Internetseite www.surfer-haben-rechte.de nicht mehr weiter aktualisiert werden kann.

SchülerVZ wird schließen

SchülerVZ wird schließen
Das Ende von SchülerVZ zeigt die Wichtigkeit der Datenportabilität

Gestern war es dann so weit: SchülerVZ wird als erstes aus der Gruppe der VZ-Netzwerke zum 30. April 2013 geschlossen. Viele sind zwar längst zu Facebook und anderen Netzwerken abgewandert, aber es gibt sie noch – die 200.000 SchülerVZ-Nutzer, denen nun etwas Wichtiges verloren geht.

SchülerVZ war eine echte Nische, denn es gibt nicht viel Konkurrenz auf dem Markt der Sozialen Netzwerke, speziell für Kinder und Schüler. Der Zugang zu Facebook ist offiziell erst ab 13 Jahren erlaubt und dort tummeln sich neben Schülern auch Studenten, Erwachsene, Eltern und Lehrer. SchülerVZ bot hingegen den jungen Leuten einen eigenen geschützten Raum, mitmachen konnte man nur auf Einladung. Und nach den anfänglichen Datenskandalen setzte SchülerVZ auf eine strenge Einhaltung des deutschen Datenschutzrechts, unterschrieb die Selbstverpflichtungsvereinbarung der Freiwilligen Selbstkontrolle Multimedia, engagierte sich im Kampf gegen Cybermobbing und erstellte Lehrmaterialien für Medienkompetenzvermittlung in Schulen.

Aber für ein rentables Netzwerk sind auch andere - ökonomische - Faktoren wichtig, die SchülerVZ offensichtlich nicht erreichen konnte. Daher muss das Netzwerk zum Ende des Monats schließen. Es bleibt abzuwarten, welche Alternativen die Nutzer sich nun suchen werden.

SchülerVZ-Nutzer: Sichert Eure Daten!

Für alle aktiven SchülerVZ-Nutzer ist es jetzt wichtig Ihre Daten zu sichern. Wie das mit Fotos und Spielständen geht, erläutert SchülerVZ zwar sehr anschaulich, allerdings sind die Möglichkeiten alles andere als nutzerfreundlich. So muss beispielsweise jedes Foto einzeln umständlich gesichert. Noch schwieriger und äußerst mühsam ist es außerdem Nachrichten und Gruppenbeiträge zu sichern. Egal ob Screenshots machen oder das Kopieren in Textdokumente – für aktive Nutzer dürfte dies in so kurzer Zeit kaum zu bewältigen sein. Schade, dass das Team keine leichtere Variante für die Nutzer zur Verfügung stellt, technisch sollte das doch möglich sein. In den Foren ist darum aktuell viel Unmut der SchülerVZ-Nutzer zu lesen.

Erinnerungen ade

Die Nutzer haben ihre Community sehr gemocht. Sie haben sich in Gruppen organisiert, die es nur dort gibt und die sie lange gehegt und gepflegt haben. Für viele ist SchülerVZ auch wie ein Tagebuch, das man immer mal wieder aufschlägt, um in alte Zeiten zu schwelgen oder auch um sich an alte Freunde zu erinnern. Eins macht die Schließung von SchülerVZ daher besonders deutlich: Wir speichern immer mehr persönliche Daten von uns, unseren Freunden und unserer Familie im Netz. Soziale Netzwerke und viele andere Dienste zeigen einen Auszug aus unserem Leben, der oftmals nicht mehr woanders dokumentiert ist. Aber wir haben nicht mehr die Hoheit darüber, wie lange diese Erinnerungsstücke bleiben dürfen. Ist eine Plattform nicht mehr rentabel, wird sie geschlossen und nimmt uns damit jederzeit unsere Erinnerung!

Datenportabilität

Je mehr Daten wir zu verschiedenen Anbietern im Internet abgeben, umso wichtiger wird es, dass wir diese Daten auch leicht von diesen zurück holen und zu anderen Unternehmen übertragen können. Diese so genannte „Datenportabilität“ soll nach Plänen der EU-Kommission Bestandteil der kommenden Datenschutzgesetzgebung werden, die derzeit in Brüssel erarbeitet wird. Viele Diensteanbieter sind davon natürlich nicht begeistert, da es nicht in ihrem Interesse liegt, wenn ihre Nutzer einfach wechseln können. Es ist daher zu hoffen, dass ihr massives Lobbying auf die EU-Institutionen erfolglos ist und die Datenportabilität im weiteren Gesetzgebungsprozess nicht verwässert wird.

  • 10. April 2013
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