Skip to content Skip to navigation

Das Projekt Verbraucherrechte in der digitalen Welt endet am 31.12.2015, so dass diese projektbezogene Internetseite www.surfer-haben-rechte.de nicht mehr weiter aktualisiert werden kann.

Überwachung betrifft Menschen auch als Verbraucher

Überwachung betrifft Menschen auch als Verbraucher
Umdenken ist nötig

Die ersten Enthüllungen von Edward Snowden sind nun über ein Jahr alt. Vieles hat sich seitdem geändert für Journalisten, für Whistleblower, für Firmen und für die Politik. Aber ebenso für Verbraucher? Ja, Überwachung schadet auch ihnen. Firmen müssen daher umdenken und die Verbraucherschutzpolitik sich stärker gegen Überwachung ausrichten.

Manche gesellschaftlichen Veränderungen dauern: Der Atomausstieg war in den 1970er Jahren undenkbar, neue Atomkraftwerke wurden mit Milliardensummen gefördert. Gut 40 Jahre später ist Deutschland Vorreiter bei der Energiewende, die auch den Verbrauchern nutzt. Denn dezentrale und nachhaltige Energieproduktion kann auf Dauer die Kosten senken. Gleichzeitig handeln Verbraucher mit Ökostrom sozial verantwortungsbewusst. Und die eingeschlagene Richtung fördert die Wirtschaft, neue Arbeitsplätze in der Ökostrombranche entstehen.

Der Kampf gegen Überwachung wird ebenfalls lange dauern, aber für Verbraucher und Firmen ist er gleichermaßen lohnenswert. Denn der globale Geheimdienstskandal hat das Vertrauen der Verbraucher in das Internet und die Unternehmen nachhaltig erschüttert. „Die NSA hört mit“ ist in die Popkultur eingegangen – und drückt das diffuse Überwachungsgefühl aus, das Menschen Unbehagen bereitet oder resignieren lässt.

Verbraucher müssen Vertrauen können

Verbraucher müssen darauf vertrauen können, dass die Bio-Eier wirklich von freilaufenden Hühnern sind, sonst werden sie sie nicht mehr kaufen. Das schadet sowohl dem Bauern als auch dem Supermarkt. Und vor allem dem Verbraucher selbst, der sich resigniert fragt, welche Eier man überhaupt noch guten Gewissens kaufen könne. Vertrauen ist auch im digitalen Zeitalter ein wichtiges Gut. Verbraucher müssen darauf vertrauen können, dass mit ihren Daten nur das passiert, wozu sie bewusst und informiert zugestimmt haben. Dazu gehört, dass die Firmen die Daten der Nutzer nicht missbräuchlich verwenden, dazu gehört aber auch, dass Geheimdienste und Regierungen gar nicht erst die Möglichkeit haben, Daten von den Firmen abzuzweigen.

Unternehmen in der Verantwortung

In vielen Unternehmen, gibt es Mitarbeiter, die diese Verantwortung ernst nehmen. So ließe sich auch der Wutausbruch zweier Google-Mitarbeiter gegenüber der NSA erklären. Viel wichtiger ist aber, dass die Unternehmen insgesamt umdenken. Denn das Beispiel zeigt auch: Google verschlüsselte die Datenverbindung zwischen den Rechenzentren nicht und machte es den Geheimdiensten damit denkbar einfach, die persönlichen Daten von Millionen Menschen, die Googles Cloud und andere Dienste nutzen, auszuspionieren. Dies fällt letztlich auf Google zurück.

Verschlüsselung ist nur ein Anfang

Verschlüsselung kann aber nur ein Anfang sein. Die Geschäftsmodelle vieler Firmen, nicht nur Internetfirmen, sind aufs Datensammeln ausgerichtet. Das ist in einigen Bereichen legitim, in anderen weniger. Verbraucher fragen sich zunehmend, ob die Datensammelwut und die Profilbildung durch viele Firmen wirklich der richtige Weg sein kann. Und auch gesellschaftliche Fragen treten verstärkt in den Vordergrund: Individuelle Autoversicherungstarife beispielsweise stellen das System „Versicherung“ insgesamt in Frage.

Daten gar nicht erst speichern

Denn die Daten, die einmal gesammelt wurden, wecken Begehrlichkeiten. Ob bei anderen Firmen, Geheimdiensten oder Hackern. Der beste Schutz für die Verbraucher ist es oftmals, wenn Daten gar nicht erst gespeichert werden. Gegen die Überwachung, Datensammelwut und die Geheimdienste richtet sich auch die diesjährige Großdemonstration „Freiheit statt Angst“, die am 30. August 2014 in Berlin stattfindet und zu der der Verbraucherzentrale Bundesverband neben vielen weiteren Organisationen aufruft.

Schlagworte: