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Das Projekt Verbraucherrechte in der digitalen Welt endet am 31.12.2015, so dass diese projektbezogene Internetseite www.surfer-haben-rechte.de nicht mehr weiter aktualisiert werden kann.

Voll, voller, Smartphone!

Voll, voller, Smartphone!
Verbraucher wollen selbst bestimmen, was auf ihrem Smartphone ist

Unsere Umfrage zeigt: Knapper Speicher, falsche Angaben und vorinstallierte Apps ärgern die Verbraucherinnen und Verbraucher beim Smartphone.

Insgesamt haben über 250 Menschen teilgenommen, bei den meisten (über 80%) waren die Smartphones keine zwei Jahre alt, Spitzenreiter bei den Herstellern war Samsung mit fast 50 %, gefolgt von Apple mit einem Anteil von 16 %. Das entspricht nicht ganz der realen Verteilung, kommt ihr aber recht nahe.

Ein voller Speicher ist diesen Smartphone-Nutzerinnen und -Nutzern zufolge definitiv ein Ärgernis. Zwar hatten 45 % mehr als drei Viertel des angegebenen Speicherplatzes zur Verfügung. Aber rund ein Viertel aller Teilnehmenden gab an, weniger als die Hälfte ihres Speicherplatzes auf dem Smartphone tatsächlich nutzen zu können. Was bei Lebensmitteln und anderen Produkten glatt unter „falsch ausgezeichnet“ laufen würde, ist bei Smartphones leider normal. Mit viel Speicher wird geworben, in der Realität fressen dann aber vorinstallierte Apps einen Großteil davon auf. Oder was würden Sie sagen, wenn der gekaufte Liter Milch sich in Wahrheit als halber Liter entpuppt?

Einige Kommentatoren unserer Umfrage vermerkten, dass sich mit SD-Karten wohl helfen lasse. Das stimmt zum Teil, aber leider auch nicht immer. Denn das Verschieben der Apps auf die SD-Karte ist umständlich und funktioniert nicht bei allen Apps. Richtig ärgerlich wird’s dann, wenn sich Updates nicht mehr installieren lassen, weil der Speicher voll ist, wie einige Kommentatoren beklagten.

Insgesamt lehnen 70 % unserer Teilnehmenden die vorinstallierten Apps ab, weil sie Speicherplatz fressen und gut die Hälfte aller Teilnehmenden fragt sich außerdem, wozu die vorinstallierten Apps gut sein sollen. So mag es aus Google- und Apple-Sicht logisch erscheinen, seine Maps und Youtube-App vorzuinstallieren, um die eigene Marktmacht zu festigen. Aus Verbrauchersicht ist das eine unerwünschte Bevormundung, wie die meisten Kommentatoren anmerkten: Nicht gebraucht, nicht benutzt, aber trotzdem da, ohne sich deinstallieren zu lassen, so der Tenor. Dementsprechend benutzen über 90 % der Teilnehmenden Alternativen zu den vorinstallierten Apps. Wobei auch hier sich bei vielen ein Platzproblem ergibt, da man die Zwangsapps ja nicht deinstallieren kann.

Hinzu kommen oft noch die sogenannten „Carrier-Apps“, also Apps, die der Telefonanbieter seinen Telefonen mitgibt, wenn man das Smartphone über seinen Vertrag gleich mitbekommt. Auch diese sind ein großes Problem für Verbraucherinnen und Verbraucher, die sich fragten, was etwa eine „Hugo Boss“-App auf dem Smartphone zu suchen hatte und wieso man diese nicht deinstallieren konnte.

Nun gibt es ja Möglichkeiten, auch die unerwünschten Apps loszuwerden. Bei den meisten Smartphones geht das über das sogenannte Rooten, beim iPhone heißt es Jailbreaken. Drei Viertel aller Teilnehmenden scheuen diesen Schritt, nur 16 % sind ihn gegangen. Da verwundert es nicht, dass beim Löschen von Apps dieselben Zahlen auftreten: Gut drei Viertel aller Teilnehmenden ist es nicht gelungen, die vorinstallierten Apps zu löschen, nur 15 % waren erfolgreich damit. Die Angst, etwas „kaputtzumachen“, oder vor dem „Garantieverlust“ war bei vielen Kommentaren einfach zu groß, anderen war es schlicht zu umständlich.

Wir sehen in den Ergebnissen der Umfrage ein deutliches Signal an die Hersteller, den Verbraucherinnen und Verbrauchern endlich keine Mogelpackungen mehr unterzuschieben. Wer ein Smartphone kauft, muss auch den angegebenen Speicherplatz bekommen, frei von jeglichen Apps, mit denen die Hersteller und Telefonanbieter die Menschen zwangsbeglücken wollen.

Denn wer über Qualität punktet, dessen Apps werden gerne von alleine aufs Smartphone geladen.

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