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Das Projekt Verbraucherrechte in der digitalen Welt endet am 31.12.2015, so dass diese projektbezogene Internetseite www.surfer-haben-rechte.de nicht mehr weiter aktualisiert werden kann.

Was ist das Internet der Dinge?

Was ist das Internet der Dinge?

Das Internet der Dinge ist in aller Munde. Aber was ist das eigentlich? Was kann es? Und wie wird es unser Leben verändern oder verbessern?

Was kann das Internet der Dinge?

Früher war es immer der intelligente Kühlschrank, der als Beispiel herhalten musste. Dieser sollte automatisch Lebensmittel nachbestellen, wenn er durch die RFID-Chips in den Verpackungen der Lebensmittel erkannt hat, dass diese entnommen wurden. Zwischenzeitlich gesellte sich der intelligente Kleiderschrank dazu, der das passende Outfit vorschlug. Die inzwischen weniger futuristisch anmutenden Anwendungen versprechen den Verbraucherinnen und Verbrauchern mehr Bequemlichkeit und Komfort, häufig durch intelligente Automatisierung: Schon erhältlich sind Heizungsthermostate, die sich automatisch regeln, wenn jemand das Haus betritt oder wenn es leer ist. Oder Beleuchtung, die sich vom Smartphone steuern lässt, egal wo man ist. Auch viele andere Anwendungen, die gar nicht direkt als Smart Home wahrgenommen werden, gibt es schon: Lautsprecher, die die Musik vom Smartphone übers WLAN streamen oder Jalousien, die sich automatisch herunterfahren, wenn die Helligkeitssensoren erkennen, dass es dunkel wird. Hinter all dem steckt vor allem das Versprechen nach Energieeinsparung und Automatisierung, also mehr Bequemlichkeit. Aber letztlich kommt es auch auf die individuelle Situation an, ob die ständige Überwachung der Heizkosten und des Stromverbrauchs wirklich dazu führt, Energie und Kosten einzusparen.

Es gibt auch viele spielerische Anwendungsmöglichkeiten. Der Diensteanbieter „If this, than that“ (Wenn dies, dann das) ermöglicht beispielsweise das Verknüpfen von bestimmten Aktionen. Dadurch könnte das Licht automatisch gedimmt werden, wenn der DVD-Player angeschaltet wird oder Licht und Backofen gehen automatisch aus, wenn niemand mehr zu Hause ist.

Wie funktioniert das Internet der Dinge?

Die Technik hinter dem Internet der Dinge benutzt inzwischen häufig einfach die „normale“ Internetverbindung. Die Geräte können sich dann mit dem hauseigenen WLAN verbinden. So können Lautsprecher mit dem Handy verbunden werden und die Musik direkt von dort streamen. Auch Bluetooth oder RFID sind als Funkverbindungen möglich. Sie verbrauchen im Gegensatz zum WLAN sehr viel weniger Strom, haben aber auch eine kürzere Reichweite. Auf dem Smartphone hält das Internet der Dinge so leicht Einzug: Ist das Gerät im gleichen WLAN oder in Reichweite der Bluetooth lassen sich die Funktionen der intelligenten Geräte bequem mit einem Wisch steuern, vorausgesetzt man hat die passende App und das passende Smartphone. Hinzu kommt RFID, das Scanvorgänge oder Kopplungen drahtlos möglich macht.

Welche Risiken gibt es?

Die meisten Anwendungen im Internet der Dinge lassen sich nur dann wirklich bequem nutzen, wenn man eine Vielzahl von persönlichen Daten preisgibt: Aufenthaltsorte, die Gewohnheiten verraten und Gesundheitsdaten von Fitnessanwendungen, die in der Cloud landen, machen da den Anfang. Und wieder einmal gilt: Wo Daten anfallen, wecken sie Begehrlichkeiten. Erste Krankenversicherungen bieten schon Bonusprogramme für Menschen an, die ihre Fitness überwachen lassen.

Solche Tarife bei Krankenversicherungen oder Autoversicherungen, die je nach persönlichem Risiko errechnet werden, entwerten aber das Versicherungsprinzip.

Nach Edward Snowden ist der Vertrauensverlust in solche Datenspeicherungen groß, viele Verbraucherinnen und Verbraucher sind skeptisch, Gesundheitsdaten, Aufenthaltsorte oder andere Gewohnheiten in die Cloud zu legen oder in die Hände von Dienstleistern zu geben. 

Auch Hacking ist ein großes Problem: Das aufgebrochene Fenster oder das zerstörte Türschloss sind ganz konkrete Beweise für einen Einbruch. Was aber, wenn die Verschlüsselungssoftware für das smarte Türschloss fehlerhaft war und sich unbefugt öffnen ließ? Wie beweisen Verbraucherinnen und Verbraucher dann einen Einbruch und wer haftet für den Schaden?

Und wie stellt man sicher, dass man wirklich nur selbst von unterwegs auf die Heizung zugreifen kann und nicht irgendjemand, der sich von außen Zugang verschafft und so mit dem eigenen Haus spielt und zum Beispiel die Heizung rauf und runter dreht.

Auch stecken in Zukunft in immer mehr Gegenständen die WLAN-Passwörter des eigenen Heimnetzes. Das ist ein großes Einfallstor für Kriminelle, die sich so Zugang zu anderen Daten im eigenen Netzwerk verschaffen können.

  • Stand: 
    Montag, Oktober 27, 2014