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Das Projekt Verbraucherrechte in der digitalen Welt endet am 31.12.2015, so dass diese projektbezogene Internetseite www.surfer-haben-rechte.de nicht mehr weiter aktualisiert werden kann.

Weltkindertag: Kinder und Jugendliche auch im Internet schützen

Weltkindertag: Kinder und Jugendliche auch im Internet schützen
Staatsvertrag für Jugendmedienschutz muss modern werden

Am heutigen Welttag der Kinderrechte der Vereinten Nationen schauen wir auf den Jugendmedienschutz-Staatsvertrag. Dieser Vertrag zwischen allen Bundesländern soll Kinder und Jugendliche vor Szenen und Bildern schützen, die sie in ihrer Entwicklung beinträchtigen können. Aber mit elf Jahren wird er den Anforderungen der digitalen Welt nicht mehr gerecht. Deshalb soll er reformiert werden.

Der Verbraucherzentrale Bundesverband hat in dem offenen und transparenten Reformprozess Stellung genommen und einige wesentliche Forderungen zur Weiterentwicklung eines modernen und wirkungsvollen Jugendmedienschutzes im Internet aufgestellt. Und auch unser Projektteam begrüßt den Vorstoß der Bundesländer, den Jugendmedienschutz zu reformieren und zeitgemäß zu gestalten: „Kinder und Jugendliche müssen vor entwicklungs- und erziehungsbeeinträchtigenden Inhalten geschützt werden. Hier müssen die Anbieter in die Verantwortung genommen und ein sinnvoller Regelungsrahmen geschaffen werden“, sagt Carola Elbrecht, Projektleiterin des vzbv-Projekts Verbraucherrechte in der digitalen Welt.

Drei Punkte sind uns dabei besonders wichtig: Jugendschutzbeauftragte für Webseiten, die sich speziell an Kinder richten, eine einheitliche, plattformübergreifende Kennzeichnung von Apps und die Verbraucherbildung endlich als Pflichtunterricht in Schulen zu verankern.

Jugendschutzbeauftragte für Kinderwebseiten

Jugendschutzbeauftragte müssen derzeit nur Anbieter bestellen, die entwicklungsbeeinträchtigende Inhalte anbieten, also vor allem Erotikseiten im Netz. Diese müssen sicherstellen, dass ihr Material nur für Erwachsene zugänglich ist. Aber auch auf Kinderseiten ist ein Jugendschutzbeauftrauftragter wichtig und richtig: Denn auf solchen Webseiten werden Kinder in Chatrooms oder Kommentaren manchmal auch herabwürdigenden, sexistischen, rassistischen oder beleidigenden Übergriffen konfrontiert. Hier braucht es eine spezielle Aufsicht für ein sensibles Publikum.

Einheitliche Kennzeichnung

Die Alterskennzeichnung in Appstores muss vereinheitlicht werden. Bisher stellt jeder Store seine eigenen Regeln und Altersrichtlinien auf, so dass oftmals weder Eltern noch Entwickler den Durchblick behalten können. Die Appstore-Betreiber müssten bei Falschangaben von App-Anbietern dann auch in die Pflicht genommen werden: Bei Falschangaben hinsichtlich der Altersangabe müssen sie dafür sorgen, dass eine Korrektur vorgenommen wird, sobald sie davon erfahren - gegebenenfalls muss die App von der Plattform entfernt werden.

Unterricht in Verbraucherbildung würde Medienkompetenz stärken

„Unabhängig von Vorschriften und Regelungen für Anbieter muss die Medienkompetenz von Kindern und Jugendlichen verbessert werden“, sagt Carola Elbrecht. Der vzbv fordert daher schon lange Verbraucherbildung als Pflichtunterricht in der Schule, um Eltern und Lehrkräfte in diesem Punkt zu unterstützen. Gerade am Welttag der Kinderrechte eine Forderung, der wir uns anschließen.