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Das Projekt Verbraucherrechte in der digitalen Welt endet am 31.12.2015, so dass diese projektbezogene Internetseite www.surfer-haben-rechte.de nicht mehr weiter aktualisiert werden kann.

Wer suchet, der findet: Facebooks Graph Search

Wer suchet, der findet: Facebooks Graph Search
Soziale Rasterfahndung

Mehr als eine Milliarde Nutzer haben viele persönliche Informationen in das Netzwerk Facebook eingepflegt. Wo lässt sich also besser herausfinden, wie viele weibliche Singles in Berlin zwischen 25 und 30 Jahren, ein Interesse an Fußball haben? Doch die neue Personensuche birgt auch die Gefahr der umfassenden Profilbildung durch Dritte.

Die Suche zeigt alle Ergebnisse an, die entweder von Freunden stammen oder die andere Nutzer öffentlich gemacht haben. Hierbei ist zu beachten, dass viele Informationen wie beispielsweise die Freundesliste, Statusmitteilungen, Fotos, Beiträge, Biografie, Familie und Beziehungen standardmäßig auf „öffentlich“ voreingestellt sind. Nicht zu vergessen ist, dass der Name, Profil- und Titelbilder, Geschlecht, Nutzername und Nutzerkennnummer auch als öffentliche Informationen gelten und im Gegensatz zu den anderen Informationen nicht anders eingestellt werden können. Das Wort „öffentlich“ erhält aufgrund der vielen Kombinationsmöglichkeiten eine ganz neue Bedeutung.

Profile, Profile, Profile

Umso detaillierter die Suchanfragen, umso detaillierter wächst das Profil des Suchenden. Jede einzelne Suche füttert das Profil, das Facebook von den Nutzern anlegt. Und Werbetreibende finden schnell und bequem raus, was Nutzern denen Produkt A gefällt, denn noch so gefällt. So lässt sich Werbung noch zielgerichteter schalten.

Kann ich der Suche entkommen?

Bisher war es möglich, die interne Suche auf Facebook zu unterbinden. So konnten Nutzer sich auch innerhalb des Sozialen Netzwerkes „nur“ unter ihren Freunden bewegen. Das ist seit der letzten Änderung der Privatsphäre-Einstellungen Ende 2012 nicht mehr möglich! Da der Name, Profil- und Titelbilder, Geschlecht und Nutzername immer als öffentliche Informationen gelten und im Gegensatz zu den anderen Informationen nicht anders eingestellt werden können, sind Nutzer nun immer auffindbar. Andere Inhalte kann man als "nur ich" kennzeichnen, damit diese nicht auffindbar sind oder für "Freunde" einstellen, so dass nur diese die Informationen angezeigt bekommen.

Es ist also wichtig, dass Nutzer zum einen ihr Aktivitätenprotokoll in der Chronik nach alten Beiträgen, gepostete Fotos und die Privatsphäre-Einstellungen prüfen und diese gegebenenfalls verbergen beziehungsweise ändern. Zum anderen sollten Nutzer vor jedem Drücken des Gefällt-mir-Button und Posten eines Beitrags überlegen, ob die Angaben wirklich für die Öffentlichkeit bestimmt sind und nicht auch falsch interpretiert werden könnten.

Änderung der Spielregeln

Die Spielregeln haben sich mit der neuen Suche geändert: Die Nutzer haben in der Vergangenheit ihre Profile unter anderen Gesichtspunkten erstellt, Beiträge unter anderen Gesichtspunkten verfasst, Fotos unter anderen Gesichtspunkten hoch geladen, die generellen und beitragsbezogenen Privatsphäre-Einstellungen unter anderen Gesichtspunkten vorgenommen und unter anderen Gesichtspunkten „geliked“. Dass sie nun nicht einmal der Suche generell widersprechen können, ist ein Unding.

  • 10. Juli 2013
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