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Das Projekt Verbraucherrechte in der digitalen Welt endet am 31.12.2015, so dass diese projektbezogene Internetseite www.surfer-haben-rechte.de nicht mehr weiter aktualisiert werden kann.

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Profilbildung im Internet

Weiblich, ledig, jung sucht – eine Konzertkarte für James Blunt? Reiseangebote nach Indien? Oder ein paar Overknee-Stiefel? Werbung im Internet kann ganz individuell für jeden Betrachter geschaltet werden. Einzige Grundlage: ein paar Informationen über den Nutzer, die zu digitalen Profilen zusammengetragen werden.

Im Auftrag des Projekts „Verbraucherrechte in der digitalen Welt“ hat die Technische Universität München jetzt ein Gutachten zum Thema Profilbildung im Internet erstellt: Welche technischen Möglichkeiten gibt es, um Informationen zu sammeln? Wie werden Profile gebildet? Und vor allem wozu? Das Ergebnis: Die Möglichkeiten der Datensammelei sind zahlreich und für den Nutzer meist nicht zu erkennen und zu verhindern.

Digitale Profilbildung bedeutet, dass Informationen – wie zum Beispiel das Alter, der Familienstand und bestimmte Kaufvorlieben – über einen Internetnutzer gesammelt werden. Daraus wird dann ein komplettes Persönlichkeitsbild erstellt, was mehr oder weniger zutreffend sein kann.

Hinter der digitalen Profilbildung steht vor allem der Gedanke der Absatzförderung. Wenn eine Werbung geschaltet wird, die den Nutzer zum Kauf bewegt, klingelt die Kasse. Kann der Nutzer mit der Werbung nichts anfangen, hat der Anbieter Geld für die Werbefläche gezahlt, bleibt aber auf seinem Produkt sitzen. Die Idee ist also, dem Internetnutzer möglichst passgenaue Werbung zu schalten. Dabei werden zum Beispiel sein Alter und Wohnort berücksichtigt und mit Interessen und Hobbys wie Reisen und Sport kombiniert. Mithilfe der Profile erhoffen sich die Anbieter, passgenaue Werbung schalten zu können.
Was vielen Nutzern nicht klar ist: Die Werbung, die sie sehen – zum Beispiel bei der Online-Lektüre einer Zeitung –, ist nicht für alle Webseitenbesucher die gleiche. Während der eine Nutzer eine Autowerbung präsentiert bekommt, erscheint bei einem anderen auf genau derselben Werbefläche zur selben Zeit eine Reklame für Kinderbekleidung.

Um ein Profil zu erstellen, werden Daten benötigt. Diese werden im Internet vor allem auf zwei Arten gesammelt. Zum einen geben Nutzer persönliche Informationen selbst ein, indem sie beispielsweise bei einem Onlineshop einkaufen oder bei Sozialen Netzwerken mitmachen. Die Nutzer geben aber auch unwissentlich Informationen preis. Die TU München hat in ihrem Gutachten von November 2010 zahlreiche technische Möglichkeiten zusammengetragen, mit denen Nutzerdaten erfasst werden können. Das Problem dabei ist, dass die Nutzer oft nicht erkennen geschweige denn verhindern können, dass Informationen gesammelt werden. Ein klarer Eingriff in das Recht auf informationelle Selbstbestimmung.

  • 15. Dezember 2010
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