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Stand: 08.12.2009
Soziale Netzwerke
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Soziale Netzwerke

Soziale Netzwerke sind wie der Dorfmarktplatz früherer Jahrhunderte. Man trifft Leute, unterhält sich mit ihnen und manche haben Neuigkeiten zu erzählen. Der Unterschied zum Dorfmarktplatz: Das Dorf ist jetzt global und es ist nicht mehr an Marktzeiten gebunden. Rund um die Uhr, rund um die Welt sind die virtuellen Treffpunkte verfügbar. Die Nutzer legen Profile an, die Name, Foto, Tätigkeit, Interessen und – je nach Netzwerk – viele weitere Informationen enthalten. Die Menschen erzählen und zeigen, was sie gerade beschäftigt.

Informationen zu Diensten und Anbietern

Probleme und Handlungsempfehlungen

Datenschutz

Achtung, Öffentlichkeit! 

Was sich privat anfühlt, ist es oft nicht: Fotos und Angaben zur eigenen Person sind in den meisten Netzwerken nicht nur für Freunde zugänglich. Auch wenn eine Passworteingabe verlangt wird, sind Soziale Netzwerke Teil des Internets und damit prinzipiell öffentlich. Internetseiten bestehen aus vielen Einzelteilen, die für die Darstellung zusammengesetzt werden. Wer zum Beispiel die direkte Adresse eines Bildes kennt, muss sich nicht einmal einloggen, um dieses sehen zu können.

Datenschutz

Mit Daten bezahlt

Für die Teilnahme bei Sozialen Netzwerken muss auf den ersten Blick meist nichts bezahlt werden. Doch da sich die Plattformen refinanzieren müssen, sind sie keineswegs kostenlos. Die Benutzer bezahlen mit ihren privaten Daten, auf die die Betreiber in der Regel möglichst passgenaue Werbung schalten möchten. Ob Alter, politische Präferenz, Wohnort oder sexuelle Vorlieben – was eingetragen wird, kann auch analysiert werden.

Jugendschutz

Unsoziale Netzwerker

Auch in Sozialen Netzwerken zeigen sich die Menschen nicht nur von ihrer besten Seite. Bei Phänomenen wie dem so genannten Cybermobbing, zu Deutsch etwa „Fertigmachen im Internet“, zeigt sich, dass vom Schulhof bekannte schlechte Manieren auch im Internet und dort mit noch größerer Reichweite ihre Fortsetzung finden können.

Jugendschutz

Fremdkontakte

Noch schlimmer: Jugendliche und Kinder kommen online viel schneller in Kontakt mit unbekannten Dritten, als Eltern lieb sein kann. Jugendschutz ist in den meisten Sozialen Netzwerken höchstens rudimentär umgesetzt – die Betreiber fragen nach dem Alter und prüfen es nicht.

 

Es ist Aufgabe der Eltern, ihre Kinder über solche Gefahren aufzuklären und Ansprechpartner zu sein, sollte es zu Beleidigungen und Belästigungen kommen. Doch auch die Anbieter müssen durch geeignete Maßnahmen dafür Sorge tragen, dass Kinder und Jugendliche vor unzulässigen oder gar kriminellen Vorhaben geschützt werden.
Urheberrecht

Das eigene Urheberrecht

Einige Betreiber verstecken in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen Klauseln, die ihnen weitgehende Rechte an den Inhalten der Nutzer einräumen. Das heißt, dass das vom Nutzer hochgeladene Foto schon morgen in der Zeitung erscheinen könnte. Der Nutzer sollte die Allgemeinen Geschäftsbedingungen also immer ganz durchlesen und auf die Teilnahme bei dem Netzwerk verzichten, das solch weitreichende Klauseln enthält.

Anbieter

Exemplarisch führen wir hier die Namen einiger Anbieter derartiger Dienste auf:

 

Facebook, MySpace, StudiVZ, MeinVZ, SchülerVZ, Wer-kennt-Wen?, Lokalisten, Xing, Feierabend, Platinnetz, Knuddels, Utopia, Bebo, Netlog

 

Dies stellt keine Empfehlung dar. Es gibt darüber hinaus weitere Anbieter.

Allgemeine Informationen

So funktionieren Soziale Netzwerke

Jeder kennt jeden – über durchschnittlich sechs Ecken. Als der US-Wissenschaftler Stanley Milgram diese These 1967 aufstellte, in einem Experiment erprobte und für gut befand, war das Internet in seiner heutigen Form undenkbar. Doch genau diese Idee machen sich die Sozialen Netzwerke zu Nutze.: Benutzer legen ein eigenes Profil (z. B. Name, Wohnort, Tätigkeit, Foto, Interessen) an und fügen ihre Freunde, Geschäftspartner oder andere Kontakte hinzu.


Ein Beispiel: Andreas und Bert sind befreundet. Bert kennt Carlotta aus dem Segelverein. Nun hat Carlotta ein Foto von sich und Bert gemacht, dieses in einem Sozialen Netzwerk hochgeladen und mit dem Namen von Bert versehen („getaggt“). Auch Andreas bekommt, wie alle Freunde von Bert und Carlotta, hierüber eine Benachrichtigung: Ein Foto wurde veröffentlicht, auf dem Bert vermerkt ist.

Soziale Netzwerke funktionieren über solche Beziehungen zwischen Personen, den sogenannten Relationen. Internetplattformen machen diese im realen Leben oft verborgenen Beziehungen sichtbar – und die Welt etwas kleiner als zu Milgrams Zeiten. Wissenschaftler gehen davon aus, dass heute jeder jeden um nur vier Ecken kennt.

In den meisten Sozialen Netzwerken besteht die Möglichkeit, Gruppen beizutreten oder solche zu eröffnen. Gruppen sind meist thematischer Art, also zum Beispiel für Hobbys, Orte oder andere gemeinsame Interessen gedacht. Benutzer können hier mit anderen Interessierten in den Gruppenforen diskutieren, bei manchen Anbietern auch Fotos und Videos mit den anderen Gruppenmitgliedern teilen. Beiträge in diesen Gruppen sind dabei meist unabhängig von den Privatsphäreeinstellungen. Alle Mitglieder der Gruppen können alles lesen, bei manchen Anbietern unter Umständen sogar alle Mitglieder der Plattform.

Eingaben in Sozialen Netzwerken werden oft als flüchtig wahrgenommen. Doch das genaue Gegenteil ist der Fall: Was in Sozialen Netzwerken und damit im Internet steht, ist publiziert. Dieser Charakter einer Veröffentlichung muss jedem Benutzer klar sein. Was vordergründig nur für die eigenen Freunde gedacht ist, kann genau so gut von einem künftigen oder heutigen Arbeitgeber und von weniger wohlwollenden Mitmenschen missbraucht werden. Wer bei StudiVZ auf der Pinnwand „Bin dann mal drei Wochen im Urlaub“ schreibt, und sein Profil öffentlich sichtbar vor sich her trägt, sagt nicht nur seinen Freunden, dass er schlecht erreichbar ist. Er lädt möglicherweise  auch Einbrecher geradezu ein. Wer regelmäßig seinen Beziehungsstatus (verheiratet, Single, verlobt)   auf Facebook ändert („A ist jetzt in einer Beziehung mit B“) sollte sich nicht wundern, wenn Freunde, Kollegen und Bekannte ihn darauf ansprechen. Hier ist immer wieder die Frage an sich selbst zu stellen: Ist das wirklich eine Information, die ich öffentlich teilen möchte?

Soziale Netzwerke sind in wenigen Jahren von kleinen Nischen- zu Massenanwendungen geworden. In Deutschland werden die größten Anbieter von mehreren Millionen Menschen genutzt.

Bei vielen der Anbieter wird der Datenschutz dabei jedoch eher klein geschrieben. So sind die Voreinstellungen oft sehr großzügig, hier sollten Benutzer genau hinschauen, was sie wem erlauben wollen: Wer soll auf das Benutzerprofil zugreifen dürfen? Wer soll Fotos anschauen können? Wer darf Kontakt aufnehmen? Sollen Inhalte für Suchmaschinen auffindbar sein? Die meisten Netzwerke verschlüsseln die Verbindungen auch nicht, so dass theoretisch jeder, der sich im gleichen Netzwerk befindet, diese Daten mitlesen kann. Insbesondere an öffentlichen Orten, in Firmen, Schulen und Universitäten ist hier Vorsicht geboten. Oder soll der Kollege wirklich wissen, mit wem Sie online flirten?

So finanzieren sich Anbieter

Das Geschäftsmodell der meisten Anbieter ist die Werbefinanzierung. Mit der Anzeige von Werbung auf der Plattform und dem erhofften Klick der Nutzer auf die Werbeflächen wird Geld verdient, das das Angebot finanzieren soll. Doch geht bei einigen Anbietern die Technik hinter der Werbung weit über das übliche Maß hinaus: Während normalerweise Werbung im Internet eher einfach geschaltet wird, nämlich von der Umgebung abhängig, lässt sich aufgrund der Vielzahl von Informationen in Sozialen Netzwerken Werbung zielgerichteter schalten.


Bei Lokalisten.de wird das Nutzerbild zum Totenkopf, wenn er kein echtes Profilbild hochlädtEin Beispiel: wer auf einer Seite zu Reisethemen surft, hat vermutlich ein Interesse an Reisen. Deshalb wird dort im Regelfall auch für Produkte geworben, die sich rund um das Thema Reise drehen, also zum Beispiel Reisekoffer oder Hotels. In Sozialen Netzwerken  liegen oft aber weitergehende Informationen über den Benutzer vor: wie alt er oder sie ist, der Wohnort, der Beziehungsstatus und wofür er sich interessiert. So können zielgerichtete Werbungen geschaltet werden, zum Beispiel "Individualreise für Großstadtbewohnerin zwischen 25 und 35 Jahren nach Indien".


Diese Anzeigen müssen dabei keineswegs in ihrem logischen Kontext erscheinen – also zum Beispiel einer Reisegruppe – da der Anzeigenvermarkter die Benutzer quasi „kennt“. Diese genaueren Möglichkeiten sind für Werbetreibende Geld wert. Je mehr sie über die Nutzer erfahren, um so genauer können sie schalten und haben damit weniger Ausgaben.

Nur wenige Anbieter bieten eine Möglichkeit, nicht daran teilzunehmen und statt mit den eigenen Daten mit einem Geldbetrag für den Service zu bezahlen.

Checklisten und Links

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Das Wichtigste zu Sozialen Netzwerken. Kurz und knapp, schwarz auf weiß. Zum Herunterladen und Ausdrucken.
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Unterrichtsmaterial zum Thema Datenschutz in Sozialen Netzwerken bietet der Verbraucherzentrale Bundesverband in Zusammenarbeit mit der Stiftung Warentest für Lehrer und alle Interessierten an:
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Tipps für die Teilnahme an Sozialen Netzwerken speziell für Kinder und Jugendliche gibt es von der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen. Schaut doch mal rein:

Was macht der vzbv?

Logo Verbraucherzentrale Bundesverband e.V.
Der Verbraucherzentrale Bundesverband hat im Juli 2009 fünf Soziale Netzwerke (Xing, Facebook, MySpace, Lokalisten, Wer-Kennt-Wen) wegen verbraucherfeindlicher Geschäftsbedingungen und Datenschutzbestimmungen abgemahnt und zur Änderung aufgefordert. Bereits im Februar 2008 wurde ein ähnliches Verfahren gegen den Anbieter StudiVZ eingeleitet.

 

Bis November 2009 erklärten daraufhin alle abgemahnten Anbieter, die verwendeten Vertragsbestimmungen künftig nicht mehr nutzen zu wollen und gaben eine Unterlassungserklärung ab.

 

International arbeitet der vzbv mit europäischen und us-amerikanischen Verbraucherschützern im Rahmen des transatlantischen Verbraucherdialogs (TACD) daran, Verbraucher effektiv zu schützen. Im Mai 2009 wurde ein gemeinsamer Forderungskatalog veröffentlicht (englische Version / deutsche Übersetzung), in dem Anforderungen an die Gesetzgeber und die Anbieter klar definiert sind.

 

Im November 2009 veröffentlichte der Verbraucherzentrale Bundesverband einen Forderungskatalog, der Anbietern Sozialer Netzwerke als Hilfestellung dienen soll, wie sie ihre Angebote verbraucher- und datenschutzfreundlicher gestalten können.

Richtige Einstellungen

Wie man seine Profil- und Privatsphäreeinstellungen in einigen der Sozialen Netzwerke sicherer macht, zeigt das vom Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucher geförderte Jugendangebot Watch Your Web.

Aktuelles

07.02.2012

Facebook: Bald Klarheit in Sachen Freundefinder und Co.?

Der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) hatte im November 2010 Klage gegen Facebook vor dem Landgericht Berlin eingereicht, nachdem das Unternehmen nicht die geforderte Unterlassungserklärung abgegeben hatte. Nach über einem Jahr findet nun am heutigen Safer Internet Day die erste Verhandlung vor dem Landgericht Berlin statt. Mit Spannung erwartet das Projekt-Team, dass das Verfahren betreut, den ersten Verhandlungstag. Schließlich könnte das Verfahren mehr Rechtssicherheit für die Verbraucher bedeuten.
07.12.2011

Umfrage: Verbraucher straucheln beim Löschen ihrer Internet-Accounts

Die Daten in Sozialen Netzwerken oder Internetforen eingeben: kinderleicht. Die Daten wieder komplett löschen: schier unmöglich. Der vzbv hat Internet-Nutzer repräsentativ gefragt: Welche Probleme gab es beim Löschen der eigenen Daten? Hier informieren wir über die Ergebnisse.
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04.10.2011

Auf die Voreinstellung kommt es an - eine Aktion des vzbv

Viele kennen das Problem: Gerade hat man sich bei einem Sozialen Netzwerk angemeldet oder ein neues Smartphone gekauft und möchte am liebsten sofort loslegen. Doch es gibt noch so viel einzurichten. Auch um die Datenschutzeinstellungen muss man sich kümmern. Irgendwie lästig. Aber lässt man es, gibt man mehr von sich preis als einem lieb ist.
22.09.2011

Facebook: Die Luft wird dünn und wieder beginnt die Schaumschlägerei

Facebook führt im Laufe der Woche einen neuen Dienst ein, wonach Freundeslisten automatisch von Facebook sortiert werden. Danach sind Differenzierungen nach Arbeit, Schule, Familie und Stadt möglich, vorausgesetzt diese Angaben über den Nutzer liegen vor. Soweit, so gut: Immerhin benötigte Facebook 750 Millionen Mitglieder auf seiner Plattform bis zur Einführung dieser automatischen Freundeslisten. Ähnlichkeiten mit dem im Sommer neu eingeführten Sozialen Netzwerk Google+, in dem der Nutzer seine Freunde selbst Gruppen zuordnet, mögen rein zufällig sein.
24.08.2011

Digitales Leben nach dem Tod?

Wir alle sind angekommen im Mitmach-Web 2.0: Ein Kommentar auf Facebook zum Status des Bruders, Bewertung des neuen Lieblingsbuches, Einstellen eines gelungenen Kochrezeptes, Plaudern im Forum über die neue E-Gitarre. Über Jahre haben wir Netzwerke aufgebaut, Blogs mit immer neuen Informationen gefüllt, Fotos ausgetauscht, aber auch einfach unseren gesamten Informationsaustausch per E-Mail geführt, gespeichert und geordnet, sei es mit der Krankenkasse, dem Finanzamt oder Freunden. Eine riesige Menge wichtiger Informationen über uns, die da im Netz gespeichert ist. Was damit nach unserem Tod passieren soll, darüber haben wir uns noch keine Gedanken gemacht. Ist es Zeit das zu tun?
Umfrage Reisebuchungen

Umfrage

Welche Erfahrungen haben Sie mit Bewertungen im Internet gemacht? Sechs Mal bitten wir Sie um Antwort, vier Minuten Ihrer Zeit. Die Umfrage endet am 31.03.2012. Eine Auswertung erhalten Sie dann auf unserer Webseite.

 

AGB - Was steckt drin?

Mal ehrlich: Lesen Sie die Klauseln oder setzen Sie einfach so Ihr Häkchen? Warum Sie lieber genauer hinschauen sollten, verraten wir hier.

Internetalltag im Film

Urheber: Claus Worenski

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Das schwarze Schaf

Sie denken, dass ein Anbieter sich nicht an die Regeln hält? Hier können Sie uns darauf hinweisen.

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