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Stand: 12.03.2014
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Smartphones

Zeitung lesen, Termine vereinbaren, fotografieren und Bilder bearbeiten, im Internet surfen, die Gitarre stimmen, Benzinpreise der Umgebung checken, Schiffe versenken, Musik hören und telefonieren – das alles und noch viel mehr kann man mit einem Smartphone machen. Smartphones sind Mobiltelefone, die über weit mehr Computerfunktionalitäten verfügen als herkömmliche Handys. Die mobilen Fast-Alleskönner sind aus den Sackos, Hand- und Hosentaschen ihrer Benutzer nicht mehr wegzudenken, ohne dass eine klaffende Lücke zurückbliebe. Immer mehr Menschen wollen unterwegs mehr als nur telefonieren. Smartphones machen es möglich.

Probleme und Handlungsempfehlungen

icon allgemeiner hinweis

Kleines Display, lange AGB

Auch beim Vertragsschluss via Smartphone begegnen dem Nutzer Allgemeine Geschäftsbedingungen und Datenschutzrichtlinien. Das kann ein echtes Ärgernis sein, wenn man auf dem Smartphonedisplay, das mehr oder weniger klein ist, teilweise bis zu 60 Seiten und darüber hinaus lesen soll, manchmal übrigens in Großbuchstaben. Das ist nicht wirklich nutzerfreundlich und es entsteht leicht der Eindruck, die Anbieter wollten den Smartphonebesitzer mit dieser Art von Regelwerk oder Information erschlagen. Trotzdem gilt: Der Nutzer sollte die Allgemeinen Geschäftsbedingungen und Datenschutzrichtlinien unbedingt lesen!

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Apps: Widerruf oft ausgeschlossen

Beim Download von Apps sind ein Widerruf des Vertrages und eine Rückgabe oft nicht möglich. Ein gesetzlicher Anspruch hierauf besteht generell nicht. Trotzdem gewähren manche Anbieter den Nutzern ein Rückgaberecht, wenn denen die heruntergeladene App nicht gefällt. Der Nutzer sollte auf jeden Fall vor dem Kauf einen Blick in die Allgemeinen Geschäftsbedingungen werfen und nachlesen, was der Anbieter zum Thema Widerruf und Rückgabe regelt. Sonst bleibt er nachher auf einem unliebsamen Download sitzen.

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Ja, wo laufen sie denn?

Es kommt vor, dass Anbieter von Smartphones die Standortdaten ihrer Nutzer mehr oder weniger heimlich erheben und sammeln. Mehr oder weniger heimlich heißt: Die Anbieter weisen in ihren Allgemeinen Geschäftsbedingungen manchmal darauf hin, dass sie solche Daten erheben. Beispielsweise werden die Koordinaten von in der Nähe des Nutzers befindlichen WLANs und Mobilfunkzellen in Datenbanken gespeichert. Mit den Daten können umfassende Bewegungsprofile erstellt werden. Das bedeutet, dass der Anbieter im schlimmsten Fall feststellen kann, wo sich der Smartphonebesitzer aufhält und wann er sich von Ort A nach Ort B bewegt. Der Nutzer bekommt hiervon nichts mit.

Um der ewigen Ortung zu entgehen, sollte der Nutzer die Voreinstellungen seines Smartphones prüfen und die Lokalisierungsdienste wenn möglich abschalten.

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Vorsicht, App!

Auch zahlreiche Apps können persönliche Informationen des Nutzers wie beispielsweise seinen Aufenthaltsort, seine Kontaktdaten, die aufgerufenen Webseiten oder die individuelle Gerätekennung (die so genannte „UDID “) sammeln und an App-Hersteller und Werbefirmen senden. Dazu fragen die Apps mal um Erlaubnis zur Datensammlung, mal lesen sie die auf dem Smartphone befindlichen Informationen klammheimlich aus.

Einige Apps funktionieren natürlich nur, wenn sie wissen, wo sich der Smartphonenutzer befindet, zum Beispiel, wenn es um Navigation geht. Aber auch andere Apps würden gern beispielsweise die Standortdaten des Gerätes erheben. Wenn es für den Dienst nicht notwendig ist, sollte der Nutzer den Zugriff verweigern.

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Fingertipp mit Folgen

Hinter Werbebannern in Apps können sich Kostenfallen verstecken. Ein unbedachter Fingertipp auf dem Smartphonedisplay kann weitreichende und vor allem teure Folgen haben, wenn man ungewollt ein Abo „abschließt“. Dazu muss der Nutzer noch nicht einmal seine Daten eingeben. Der Anbieter bekommt beim Klick auf das Werbebanner die Rufnummer des Nutzers per WAP (Wireless Application Protocol ) mitgeteilt und rechnet über den Mobilfunkanbieter ab, das heißt, dass die unberechtigte Forderung per Telefonrechnung eingetrieben wird.


Die Abrechnung des ungewollten WAP-Abos sollte in einem solchen Fall schriftlich gegenüber dem Abo-Anbieter beanstandet werden. Der Nutzer kann den Rechnungsbetrag um den streitigen Betrag kürzen und sollte unbedingt zusätzlich seinen Mobilfunkanbieter schriftlich darüber informieren, dass sich eine unberechtigte Forderung auf der Rechnung befindet. Im Zweifel sollte sich der Nutzer an seine Verbraucherzentrale vor Ort wenden.

 

Weitere hilfreiche Tipps zum Schutz vor App-Abzocke und Musterbriefe bietet das Jugendportal Checked4you.

 

Rooting versus Gewährleistung

Vorsicht beim Rooting

Wenn ein Verbraucher ein Android-Smartphone ersteht, ist dieses oftmals bereits beim Kauf oder nach kurzer Zeit softwaretechnisch veraltet. Der Nutzer bräuchte also ein neueres oder teureres Telefon, wenn er aktuelle Software verwenden möchte. Und dies, obwohl die Hardware seines bisherigen Geräts noch voll funktionsfähig ist und ausreichend leistungsfähig wäre. Viele Verbraucher denken deswegen über die Installation von alternativen Betriebssystem-Versionen (CustomROM) mit den neusten Funktionen und Fehlerbehebungen nach. Dazu müssen Sie jedoch ihr Telefon rooten, mit der schwerwiegenden Folge, dass unter Umständen die gesetzlichen Gewährleistungsrechte nicht gelten.

Icon allgemeiner Hinweis

Ein Update kommt selten allein

Viele Smartphones und Apps sind so voreingestellt, dass sie im Internet automatisch nach Updates für die jeweilige Software suchen und diese dann herunterladen. Das kann sehr teuer werden, vor allem wenn sich der Smartphonebesitzer im Ausland befindet. Abhilfe schaffen kann der Nutzer, indem er die Geräteeinstellungen vor Inbetriebnahme des Smartphones überprüft: Das Gerät sollte sich nicht selbständig ins Internet einwählen und vor jeder Nutzung des Internets um Bestätigung fragen.

Allgemeine Informationen

Was ist ein Smartphone?

Ein Smartphone ist ein Mobiltelefon, das multifunktional ist. Es lässt sich beispielsweise als Telefon, Terminkalender, Adressbuch, Kamera und MP3-Player verwenden und ermöglicht die Nutzung des Internets. Über zusätzliche Programme, die so genannten Apps, lässt es sich vom Nutzer individuell mit neuen Funktionen ausstatten.

Die Hauptunterschiede des Smartphones zum herkömmlichen Handy sind vor allem größere Displays, über die gleichzeitig die Steuerung erfolgt, höhere Rechenleistung für die Apps mittels schnelleren Prozessoren, Unterstützung weiterer Technologien wie UMTS, GPS und WLAN sowie mehr Speicherkapazität.

Was sind Apps?

Den Reiz des Smartphones machen die vielen Zusatzfunktionen aus. Die Apps lassen sich vom Nutzer bei verschiedenen Plattformen, den App Stores, herunterladen. Welche Plattform genutzt werden muss, ist abhängig vom Gerät beziehungsweise dem genutzten Betriebssystem. Die Apps erfüllen sehr unterschiedliche Funktionen: Von Bildbearbeitung, Navigationssoftware und E-Book-Reader bis hin zum Babyfon, Stimmgerät für Instrumente und Mückenschutz, der die Insekten angeblich durch ausgesandte Töne vertreibt, ist alles dabei. Viele davon sind kostenlos, ansonsten liegen die Preise bei mehreren Euros.

Sicherheitsrisiken bei der Nutzung von Smartphones

Bei der Nutzung von Smartphones ergeben sich zahlreiche tatsächliche und rechtliche Probleme. Die Geräte sind für viele Nutzer Hauptaufbewahrungsort von Daten. Gespeichert sind unter Umständen Kreditkarteninformationen, Bankdaten, Passwörter, Kontakte, Fotos und Videos. Anhand der eingetragenen Informationen und vor allem auch über die Lokalisierungsfunktion lassen sich beispielsweise Verhaltensweisen des Nutzers ermitteln und Bewegungsprofile erstellen. Die Nutzer können geortet und ihre Daten ausgelesen werden.


In der jüngsten Vergangenheit gerieten Smartphones immer wieder in die Negativschlagzeilen, weil Lücken in Betriebssystemen oder am Gerät selbst den Zugriff auf Daten ermöglichten. Diese Sicherheitslücken konnten beispielsweise dazu ausgenutzt werden, gezielt Daten auf fremden Smartphones zu manipulieren. Für den Nutzer ist es manchmal nur schwierig zu erkennen, wer für solche Datenpannen einzustehen hat und sie beheben muss: der Gerätehersteller, der Entwickler des Betriebssystems, der Entwickler der App – sofern hier das Problem liegt – oder der Mobilfunkanbieter.

 

Ein weiteres Problem ist, dass Smartphones zunehmend ins Visier krimineller Machenschaften geraten: Je mehr Menschen Smartphones nutzen, umso lohnenswerter ist es, Viren und Trojaner eigens für diese tragbaren Minicomputer zu programmieren. Smartphones sollten also ähnlich aufwendig abgesichert werden wie Computer und über Anti-Viren-Programme verfügen.

Materialien und Links

Forderungskatalog des vzbv zu Smartphones und Apps
Das Wichtigste zu Abofallen bei Smartphones. Kurz und knapp, schwarz auf weiß. Zum Herunterladen und Ausdrucken.
Die Verbraucherschützer Schulz und Heck ermitteln diesmal in der Mission Mobile Shopping. Viele Dienste sammeln nämlich mehr Daten als für den Einkauf nötig sind. Und die Nutzungsbedingungen sind auf den kleinen Bildschirmen oft auch schwer zu lesen. Ein Fall für die Verbraucherschützer.
International arbeitet der vzbv mit europäischen und us-amerikanischen Verbraucherschützern im Rahmen des transatlantischen Verbraucherdialogs (TACD) daran, Verbraucher effektiv zu schützen. Im Mai 2012 hat der TACD Empfehlungen an die US- und EU-Regierungen zum Schutz der Verbraucher bei der mobilen Internetnutzung erstellt.
Tipps für den sicheren Umgang mit Apps auf Smartphones und Tablet-PCs von handysektor.de
Die Landesanstalt für Medien NRW (LfM) bietet in Ihrer Broschüre "Mobil ins Netz - Smartphone & Co einfach auf den Punkt gebracht" umfassende und anschauliche Informationen zum Kauf sowie zur Nutzung des Smartphones und Apps.

Was macht der vzbv?

Abmahnaktion App-Store-Betreiber

Nach Auffassung des Verbraucherzentrale Bundesverbands (vzbv) sind große Teile der Nutzungsbestimmungen der Betreiber von App-Vertriebsportalen rechtswidrig. Oft fehle im Webauftritt der Anbieter ein Impressum, die Vertragsbedingungen seien zu lang und viele Klauseln benachteiligten die Verbraucher. Der Verband hat darum zehn Abmahnungen an die größten Anbieter versandt. iTunes, Google und Samsung haben keine (vollständigen) Unterlassungserklärungen abgegeben, so dass der vzbv nun Klage gegen die drei Unternehmen eingereicht hat. Die erste beiden Klagen gegen Apple und Samsung hat der vzbv erfolgreich gewonnen.

Unter der Lupe: 50 Apps

Das Projekt hat in dem Zeitraum vom 24.02.2014 bis zum 05.03.2014 50 Apps im Google Play und Apples iTunes Store überprüft. Bei der Auswahl handelte es sich, mit Ausnahme von 10 Apps aus anderen Kategorien, um kostenlose und kostenpflichtige Spiele-Apps. Die Untersuchung der Apps beschränkte sich in erster Linie auf Berechtigungen der Apps, denen der Nutzer vor dem Herunterladen zustimmen muss. Die Überprüfung hat gezeigt, dass bestimmte Zugriffsberechtigungen für die Nutzung einer App aus Sicht des Projekts nicht immer erforderlich sind. Zudem machen die fehlenden oder unzureichenden Kontaktmöglichkeiten es für Verbraucher schwer, sich vor dem Herunterladen einer App weitere Informationen zum Beispiel zu Fragen des Datenschutzes oder über die Zugriffsrechte zu verschaffen.

Untersuchung Kinderapps

Das Surfer-Projekt hat 32 kostenlose Apps, die sich speziell an Kinder richten, überprüft. Auffällig war: Kinder-Apps sind nicht in jedem Fall kinderfreundlich. Manche Apps enthielten jugendgefährdende Werbung oder Werbung war nicht immer ausreichend vom Inhalt der App getrennt. Zudem stieß das Projekt immer wieder auf so genannte In-App-Käufe. Ein Klick – und schon erfolgt die Abrechnung für den neuen Spielgegenstand über die Telefonrechnung oder die Prepaid-Karte des Smartphones. Dabei variiert die Höhe der Kaufpreise für einen In-App-Kauf zwischen wenigen Cent bis in den hohen zweistelligen Euro-Bereich.

Das Projekt hat drei Unterlassungsverfahren gegen Kinder-App-Anbieter eingeleitet.

vzbv-Gutachten Mobile Commerce

Mit den neuen Chancen von Smartphone und Apps entstehen neue Risiken: Geo-Lokalisierung und Nutzerprofile erstellen einen digitalen Fußabdruck, den Verbraucher nur schwer kontrollieren können. Die Möglichkeit, mobil zu bezahlen, erschwert zudem den Überblick über die eigenen Ausgaben. Das zeigt eine Studie des Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) vom November 2012.

Online-Umfrage

Online-Umfrage zu Datenschutzerklärungen

Würden Sie Datenschutzerklärungen lesen, wenn diese verständlich und übersichtlich wären? Wir würden uns freuen, wenn Sie sich 2 Minuten Ihrer Zeit zur Beantwortung unserer 3 Fragen nehmen würden.

Danke, Ihr Surfer-haben-Rechte-Team

Bewertungsportale im Internet

Urheber: Claus Worenski

Internetalltag im Film

Urheber: Claus Worenski

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Das schwarze Schaf

Sie denken, dass ein Anbieter sich nicht an die Regeln hält? Hier können Sie uns darauf hinweisen.
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