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Stand: 02.09.2011
Bild zu Lokalisierungsdiensten
Icon Lokalisierungsdienste

Lokalisierungsdienste

Die vermehrte Nutzung von Smartphones hat den Lokalisierungsdiensten (so genannte Location Based Services) zum Durchbruch verholfen. Der bekannteste dieser Dienste ist wohl Facebooks Places, aber auch andere standortbezogene Netzwerke wie Foursquare und Gowalla haben sich bereits etabliert. Das Prinzip ist einfach: Die Ortung des mobilen Endgeräts (hier des Smartphones) und damit die Position des Nutzers erfolgt durch verschiedene Techniken wie GPS, UMTS oder WLAN. Das Smartphone erkennt so, wo der Nutzer sich gerade befindet, sei es im Supermarkt, im Café oder an der U-Bahnstation. Mit einem „Klick“ kann der Nutzer daraufhin an seinem Standort einchecken. So zeigt er seinen Freunden auf der Plattform, wo er sich gerade befindet und sieht, wer von seinen Freuden sich noch dort befindet, wer vor kurzem da war und wer häufig diesen Ort besucht. Zu jedem eingecheckten Ort kann der Nutzer Kommentare verfassen, Bilder hochladen oder auch Tipps für andere Nutzer geben. So lassen sich spontan Verabredungen ausmachen, angesagte Clubs in fremden Städten entdecken oder vollautomatisierte Tagebücher erstellen.

Informationen zu Diensten und Anbietern

Probleme und Handlungsempfehlungen

Symbol Datenschutz

Privatsphäreeinstellungen beachten!

Bei einigen Lokalisierungsdiensten sind die Privatsphäreeinstellungen so voreingestellt, dass alle Nutzer des Dienstes Ihren Standort sehen können. Häufig wird diese Information auch noch mit einer Uhrzeit versehen. Sie sollten daher Ihre Einstellungen so ändern, dass nur die Personen Ihren Standort sehen können, die Sie kennen.

Symbol Datenschutz

Harmlose Standortdaten?

Unabhängig davon, ob der Nutzer in einem Geschäft eingecheckt hat, senden einige Lokalisierungsdienste alle paar Sekunden den Standort des Nutzers an den Lokalisierungsdienst. Die erhobenen Standortdaten werden in einer Datenbank des Anbieters verwaltet und lassen sich zu Bewegungsprofilen zusammenstellen. So ist es für den Anbieter möglich, die mutmaßlichen Gewohnheiten und Interessen der Nutzer zu erfassen – interessant nicht nur für den Lokalisierungsdienst selbst, sondern auch für die Werbebranche. Einige Lokalisierungsdienste bieten ihren Geschäftspartnern daher ausführliche Statistiken an: Welcher Nutzer hat wann wie oft das Geschäft besucht? An welchem Wochentag und zu welcher Tageszeit wird am meisten von dem Nutzer eingekauft? Welcher Nutzer hat bereits schon länger das Geschäft nicht mehr aufgesucht?


Die Standorterhebung ist natürlich Sinn und Zweck der Lokalisierungsdienste und die Mitteilung über den Aufenthaltsort erfolgt durch das Einchecken in ein Geschäft freiwillig durch die Nutzer. Eine dauerhafte Lokalisierung durch den Anbieter darf hingegen nicht erfolgen. Nach § 15 Telemediengesetz (TMG) ist die Erhebung und Verwendung solcher Daten nur erlaubt, wenn es für die Erbringung und Abrechnung des Dienstes erforderlich ist, also nur solange der Lokalisierungsdienst genutzt wird. Werden auch Standortdaten erhoben, wenn der Nutzer den Lokalisierungsdienst nicht verwendet (also wenn er nicht in ein Geschäft eincheckt), benötigt der Anbieter eine ausdrückliche Zustimmung des Nutzers für die Datenerhebung und –verwendung. Auch für die Weitergabe der Daten an Dritte muss der Nutzer ausdrücklich zustimmen. Die Anbieter halten sich aber nicht immer daran. Sie speichern die Standortdaten oft unentwegt, ohne dass der Nutzer das weiß und eine solche Datenerhebung ausdrücklich erlaubt hat. Nicht nur der Anbieter, sondern auch die Werbepartner erfahren so stetig, welche Interessen und Gewohnheiten der Nutzer hat, wo er wohnt und einkauft und welche Lokale er häufig aufsucht.

 

Der Nutzer sollte sich bewusst sein, dass bei der Nutzung von Lokalisierungsdiensten ausführliche Bewegungsprofile erstellt werden und sensible Daten an die Werbepartner weitergegeben werden. Er muss selbst entscheiden, ob, und wenn ja, welchem Anbieter er solche Daten anvertrauen will.

Symbol allgemeiner Hinweis

(Un)gewollte Werbeträger

Alle Anbieter von Lokalisierungsdiensten arbeiten mit Werbepartnern und Geschäften zusammen. Für die Unternehmen sind Lokalisierungsdienste eine nie da gewesene Möglichkeit, ihre Produkte und Dienstleistungen zu bewerben. So erhält der Nutzer beispielsweise beim Einchecken in ein Geschäft besondere Vorteile, wie Gutscheine oder Rabatte.


Die Nutzer selbst werden zu Werbefiguren. Jede Schnäppchenjagd wird zu einer persönlichen Empfehlung an die Freunde. Wenn der Freund das Herrengeschäft nun schon zum dritten Mal in einer Woche besucht, na dann muss es ja gut sein?

 

Sie sollten daher immer darauf achten, in welches Unternehmen Sie einchecken. Behalten Sie im Hinterkopf, dass Sie mit dem Einchecken in einem Unternehmen auch gleichzeitig Werbung für dieses machen.

Allgemeine Informationen

Was sind Lokalisierungsdienste?

GPS, WLAN oder UMTS bieten die Möglichkeit, die Position des Nutzers zu ermitteln. Das Smartphone erkennt so, ob der Nutzer sich gerade auf der Arbeit, zu Hause oder im Restaurant befindet. Mit Hilfe von Lokalisierungsdiensten kann der Nutzer dann an dem ermittelten Standort einchecken und sieht, wer von seinen Freuden sich noch dort befindet, wer vor kurzem da war und wer häufig diesen Ort besucht. Zu jedem eingecheckten Ort kann der Nutzer Kommentare verfassen, Bilder hochladen oder auch Tipps für andere Nutzer hinterlassen. Solche Dienste bieten einige Vorteile: Entdecken neuer Orte, Erstellen von Urlaubstagebüchern und spontane Verabredungen mit Freunden. Trotzdem ist Vorsicht geboten. Standortdaten geben Aufschluss über die Gewohnheiten und Interessen der Nutzer. Die Daten werden häufig an die besuchten Unternehmen und Geschäfte weitergeben, damit diese ihre Werbung und Aktionen genau auf den Nutzer zuschneiden können.

So finanzieren sich die Anbieter

Lokalisierungsdienste sind kostenlos. Das Geschäftsmodell der Anbieter sind die Daten der Nutzer. Lokalisierungsdienste arbeiten mit realen Unternehmen und Geschäften zusammen. So erhalten Nutzer, die in einem beteiligten Geschäft einchecken, häufig Gutscheine und Sonderangebote, wie „Kauf 2, Zahl 1“. Damit die Unternehmen ihre Aktionen beziehungsweise die Werbung passgenauer auf den Nutzer zuschneiden können, erhalten sie von dem Anbieter mehr Daten über den Nutzer – natürlich gegen Geld. Der Anbieter weiß nämlich genau, an welchen Wochentagen der Nutzer das Geschäft aufsucht, wofür er sich besonders interessiert und vieles mehr.

Checklisten und Links

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