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Stand: 11.08.2012
eine Hand hält eine Blume
ein rotes Herz

Partnerbörsen

Den Partner fürs Leben finden? Das klappt wohl auch im Internet. Wer weder Zeit noch Muße hat, das andere oder gleiche Geschlecht abends in der Disko anzusprechen oder schlichtweg zu schüchtern ist, der kann im Internet nach seinem Herzblatt suchen. Partnerbörsen können dabei eine Hilfe sein. Sie funktionieren oft ähnlich wie die Partneragenturen, die ihre Anzeigen noch altmodisch in Zeitungen abdrucken. Und ebenso wie dort wird in so manchem Inserat aus der grauen Maus schnell mal ein heißer Feger.

Informationen zu Diensten und Anbietern

Probleme und Handlungsempfehlungen

kleiner Tresor

Ihr erster neuer Partner: Werbung

Die Suche nach dem geeigneten Partner lebt davon, dass die Teilnehmer einiges von sich preisgeben. Schließlich sollen potenzielle Interessenten wissen, mit wem sie es zu tun haben. Name, Alter, Größe, Haarfarbe und Hobbys können durchaus relevant sein. Allerdings auch für die Plattformbetreiber, die sich häufig unter anderem über das Schalten von Werbung finanzieren. Je mehr Informationen sie über ihre Teilnehmer haben, umso passgenauer kann geworben werden.


Einige Anbieter behalten sich in ihren Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) eine sehr weitreichende Weitergabe der Mitgliederdaten vor – zum Beispiel an andere Unternehmen zu Werbezwecken. Teilnehmer sollten die AGB daher unbedingt lesen und sich im Zweifel für einen anderen Anbieter entscheiden.

 

Darüber hinaus werden häufig nur die Zahlungsdaten bei der Datenübertragung verschlüsselt, nicht aber die persönlichen Angaben und Anmeldedaten. So können potenzielle Angreifer Zugriff auf Ihr Profil erhalten. Achten Sie darauf, ob die Partnervermittlung ihre Angaben verschlüsselt (zu erkennen an Adressen, die mit https:// beginnen und einem kleinem Schloss im Browser), anderenfalls weisen Sie den Anbieter darauf hin.

zwei sich umfassende Hände

Wer mitmacht, zahlt!

Sobald es wirklich interessant wird, entstehen Kosten. Andere Leute kennenlernen und sich Fotos anschauen, kann der Teilnehmer oft erst, wenn er dafür zahlt. Häufig wird gerade die Erstellung der Persönlichkeitsanalyse, die eine Voraussetzung zum Mitmachen ist, als kostenlos angepriesen. Dafür muss aber eine kostenpflichtige Premium-Mitgliedschaft abgeschlossen werden. Viel zu oft ist das dem Nutzer der Plattform gar nicht klar. Untergejubelte Jahresmitgliedschaften für hunderte Euros sind bei Partnerbörsen keine Seltenheit. Sie können solche Verträge aber innerhalb von 14 Tagen widerrufen.


Achten Sie beim Widerruf darauf, dass Sie tatsächlich Ihr gesamtes Geld wiederbekommen. So hatte beispielsweise die Betreiberin von ElitePartner und AcademicPartner eine Rückerstattung der Kosten für eine Persönlichkeitsanalyse in Höhe von 99,00 Euro bei einem Widerruf des Vertrags ausgeschlossen. Unzulässig hat das Landgericht Hamburg entschieden, denn der Verbraucher hat bei Vertragsschluss schließlich kein Wahlrecht, ob er die Analyse haben will oder nicht.

Also am besten immer daran denken: Einfach mal kostenlos mitmachen und Leute kennenlernen, funktioniert oft nicht. Zahlen muss der Nutzer übrigens auch, wenn er keinen passenden Partner findet. Eine Erfolgsgarantie gibt es nicht.

zwei sich umfassende Hände

Drum prüfe, wer sich ewig bindet

Entschließt sich der Nutzer zur kostenpflichtigen Mitgliedschaft, sollte er die Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) vorher aufmerksam lesen, auch wenn diese lang und umständlich formuliert sind. Wichtig sind hierbei auch die Kündigungsfristen, falls sich der Nutzer – zumindest was die Partnerbörse betrifft – nicht ewig binden möchte. Dann empfiehlt sich eine fristgerechte Kündigung per Einschreiben.


Wichtig ist zu wissen, dass es bei Partnervermittlungen im Internet kein Sonderkündigungsrecht nach § 627 Bürgerliches Gesetzbuch (BGB) gibt. Nur klassische Partnervermittlungen, die aufgrund des persönlichen Kontakts zwischen Vermittler und Kunden und der daraus folgenden Diskretion als so genannte Dienste höherer Art eingestuft werden, können immer gekündigt werden.
Ausrufezeichen

Vertrauen mit Vorsicht: Gütesiegel

Viele Partnerbörsen sind mit Gütesiegeln versehen. Solche Siegel und Testurteile sind dazu da, um Verbrauchern eine Hilfestellung beim Nutzen seriöser Internetangebote zu bieten. Lassen Sie sich jedoch nicht von solchen Siegeln täuschen. Diese haben nur eine beschränkte Aussagekraft. Für die Nutzer sind die Prüfkriterien für eine Zertifizierung in der Regel nicht transparent dargestellt, sprich: Er sieht das Siegel, weiß aber nicht, wofür es steht, was im Einzelnen überprüft wurde. Unter Umständen stellt sich der Nutzer dann eben auch etwas ganz anderes unter der Zertifizierung vor. Außerdem kann ein Gütesiegel auch immer nur eine Momentaufnahme sein. Gerade im Bereich der Datensicherheit kann vermutlich niemand einen hundertprozentigen Schutz garantieren – manchmal täuschen solche Siegel darüber hinweg.

Allgemeine Informationen

Der Klick zum Glück

Mehrere Millionen Deutsche suchen über das Internet einen Partner – eine willkommene Alternative für jene, die beruflich stark eingebunden sind, für Schüchterne und solche, die selbst Regie führen wollen beim Suchen und Finden der großen Liebe.

Der Internetnutzer stellt Foto, Selbstbeschreibung und ausgefüllten Fragebogen ins Netz, wobei er bei den meisten Partnerbörsen für die Teilnahme zahlen muss. Mit etwas Glück gibt es schon bald die ersten Interessenten. Mit denen kann man chatten, per E-Mail kommunizieren und bei gegenseitigem Gefallen ein Treffen vereinbaren. Alles denkbar einfach.

Bei einigen Partnerbörsen füllen die Teilnehmer ausgeklügelte Fragebögen aus, die laut Anbieter aufgrund wissenschaftlicher Erkenntnisse, etwa aus der Paarpsychologie, erstellt wurden. Anhand des Bogens werden dann Partner vorgeschlagen, die sich optimal ergänzen sollen. Das spart Zeit bei der Suche nach dem ewigen Glück.

So finanzieren sich Anbieter

Die Partnerbörsen finanzieren sich vor allem über die Beiträge, die die Nutzer zahlen, außerdem über die Werbung, die auf den Plattformen geschaltet wird. Um diese möglichst maßgeschneidert zu gestalten, sammeln die Partnerbörsen Informationen über die Mitglieder: Dem älteren Herrn (Rechtsanwalt, Golfer, Weinliebhaber) wird andere Werbung vorgesetzt als der Studentin, die gern reist und einen Hund besitzt.

Der Online-Liebesmarkt gehört mit zu den umsatzstärksten Internetbranchen. Hier lässt sich also enorm viel Geld verdienen. Das sollte auch dem Nutzer klar sein. Er bezahlt hier nicht nur mir Geld, sondern oft auch mit seinen Daten.

Ethik-Kodex der Online-Partnerbörsen

Vier große Online-Partnerbörsen (eDarling, FriendScout24, NEU.DE, PARSHIP) haben sich dem Kodex für die Seriöse Partnersuche im Netz (SPIN-Kodex) unterworfen, einem Kodex, der Transparenz und faire Geschäftspraktiken sicherstellen soll. Die Partnerbörsen verpflichten sich beispielsweise zu leicht auffindbaren und verständlichen Informationen zu ihrem Dienst und zum Datenschutz. Untergejubelte Jahresmitgliedschaften sollen ein Ende haben und auch Missbrauch soll aktiv unterbunden werden. Die Einhaltung des Kodex erfolgt durch den Bundesverband Digitale Wirtschaft e.V. (BVDW). Insgesamt ist der SPIN-Kodex ein wichtiger Schritt zu mehr Verbraucherschutz bei Online-Partnerbörsen, jedoch ist es dringend erforderlich, dass Verstöße auch tatsächlich sanktioniert werden. Anderenfalls ist der SPIN-Kodex kein effektives Mittel für mehr Verbraucherschutz bei Online-Partnerbörsen.

Checklisten und Links

Checkliste zu Partnerbörsen
Das Wichtigste zu Partnerbörsen. Kurz und knapp, schwarz auf weiß. Zum Herunterladen und Ausdrucken.

Was macht der vzbv?

Logo vzbv
Der Verbraucherzentrale Bundesverband hat im Herbst 2009 sieben Partnerbörsen (ElitePartner.de, neu.de, Friendscout, be2, eDarling, partner.de, ILove.de) wegen verbraucherfeindlicher Geschäftsbedingungen und Datenschutzbestimmungen abgemahnt und zur Änderung aufgefordert. Alle abgemahnten Anbieter haben sich daraufhin verpflichtet, die verwendeten Vertragsbestimmungen künftig nicht mehr zu nutzen und gaben eine Unterlassungserklärung ab.

 

Im Februar 2012 hat der vzbv erneut ElitePartner.de wegen verbraucherfeindlicher Geschäftsbedingungen und Datenschutzbestimmungen abgemahnt. Das Unternehmen war nicht bereit, alle beanstandeten Klauseln zu ändern, so dass im Juli 2012 Klage vor dem Landgericht Hamburg eingereicht wurde. Der vzbv hat das Verfahren in erster Instanz gewonnen.

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