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Stand: 29.05.2013
Alles Wichtige zum Löschen von Accounts erklärt das Surfer-Team des vzbv
Alles Wichtige zu Löschen von Accounts erklärt Ihnen das Surfer Team des vzbv

Löschen von Accounts

Wir alle sind angekommen im Mitmach-Web 2.0: Ein Kommentar auf Facebook zum Status des Bruders, Bewertung des neuen Lieblingsbuches, Einstellen eines gelungenen Kochrezeptes, Plaudern im Forum über die neue E-Gitarre. Über Jahre haben wir Netzwerke aufgebaut, Blogs mit immer neuen Informationen gefüllt, Fotos ausgetauscht; aber auch einfach unseren gesamten Informationsaustausch per E-Mail geführt, gespeichert und geordnet, sei es mit der Krankenkasse, dem Finanzamt oder Freunden. So einfach wie es ist, ein Profil oder einen Account zu erstellen, so schwer ist es auch, wieder aus einem Sozialen Netzwerk oder einer Community auszutreten. Dabei geht es nicht nur um das vergebliche Löschen des Profils in Sozialen Netzwerken. Nahezu alle Bereiche des Internets sind davon betroffen: Personensuchmaschinen, Communities, Foren, OnlineshopsWebmaildienste u.v.m.

Checkliste

Alles Wichtige in einer Checkliste zum Löschen von Accounts vom Surfer-Team des vzbv.
Kurz und knapp, schwarz auf weiß. Zum Herunterladen und Ausdrucken.

Probleme und Handlungsempfehlungen

Worauf Sie beim Löschen von Accounts achten sollten verrät Ihnen das Surfer team des vzbv

Einstieg leicht - Ausstieg unmöglich?

Manche Online-Netzwerke machen das Löschen eines Accounts ziemlich schwer. Viel zu häufig ist die Funktion zum Löschen des Accounts hinter vielen Klicks versteckt oder gar nicht erst vorhanden ist. Auch schriftliche Aufforderungen der Nutzer werden nicht immer beantwortet. Dazu kommt, dass viele Anbieter großen emotionalen Druck aufbauen: Hat man zum Beispiel endlich die Abmeldefunktion gefunden, erscheinen Fotos einiger Freunde auf dem Bildschirm, die beschriftet sind mit „Maria wird dich vermissen“. Man kann diesen Freunden dann eine Abschiedsnachricht senden. Auch das führt dazu, dass Nutzer dann doch bleiben. Aber wenn Sie Ihre Daten tatsächlich löschen wollen, bleiben Sie dran: Häufig finden Sie in der „Hilfe“ eine Anleitung zum Löschen des Accounts. Anderenfalls fordern Sie den Anbieter schriftlich auf, Ihren Account sowie Ihre persönlichen Daten zu löschen.

Wie Sie sicher stellen, dass tatsächlich alle Daten gelöscht werden, verrät Ihnen das Surfer-Projekt des vzbv.

Wirklich alles gelöscht?

Immer wieder werden Kundenkonten und Online-Profile gar nicht wirklich gelöscht. Stattdessen werden User-Accounts auf „inaktiv“ geschaltet, das bedeutet aber, dass die Daten auf den Rechnern der Firma verbleiben und bei einer erneuten Anmeldung im System sofort wieder genutzt werden können. Problematisch ist, dass der Nutzer in der Regel nicht überprüfen kann, ob seine Daten tatsächlich gelöscht wurden. Nutzer haben aber einen Anspruch auf sofortige vollständige Löschung Ihrer persönlichen Daten.


Muss der Anbieter allerdings konkret damit rechnen, dass er die Daten etwa im Fall von Schadensersatzansprüchen oder zur Abrechnung noch braucht, darf er sie zu diesem Zweck noch behalten. Die Daten müssen dann aber gesperrt werden, so dass sie nur noch eingeschränkt genutzt werden dürfen.

 

Nicht immer werden sämtliche Daten gelöscht. Besonders in Sozialen Netzwerken werden beispielsweise Informationen, die Sie bei Freunden auf deren Profilen hinterlassen haben, nicht automatisch gelöscht. Genauso verhält es sich mit Daten, die Drittanbieter von so genannten Apps über Sie haben.

Was Sie zur Accountsverwaltung nach dem Tod wissen sollten erfahren Sie vom Surfer-Projekt des vzbv

Digitales Leben nach dem Tod?

Immer mehr wichtige und persönliche Informationen speichern wir im Netz. Was damit nach unserem Tod passieren soll, darüber haben wir uns häufig noch keine Gedanken gemacht. Für die Hinterbliebenen aber ist es umso wichtiger zu wissen, was mit unserem digitalen Erbe geschehen soll. Daher sollten wir erst einmal eine oder mehrere Personen bestimmen, die unser digitales Erbe verwalten. Unterschätzen Sie dabei nicht die riesige Datenmenge, die es bei der Weiterführung eines Accounts zu pflegen gilt. Dies für einen selbst zu tun, bedeutet bereits viel Arbeit und Zeit. Übernehmen wir dann auch noch den oder die Accounts von einem Verstorbenen, ist eine solche Datenmenge schnell nicht mehr zu bewältigen.


Darüber hinaus ist es wichtig, alle Passwörter zu Sozialen Netzwerken, E-Mail-Accounts, Blogs etc. sowie eine Anleitung, was mit unseren Daten passieren soll, gut zu verwahren. Wer auf Nummer sicher gehen will, sollte seine Passwörter etc. bei einem Notar aufbewahren und testamentarisch klären, was mit den Accounts und virtuellen Daten geschehen soll.

Allgemeine Informationen

Warum bieten die Anbieter nur so komplizierte Ausstiegs-Verfahren an?

Viele Dienste im Internet sind kostenlos. Bezahlt wird mit den eigenen Daten. Sie sind das Geschäftsmodell der meisten digitalen Dienste. Die Anbieter tragen die von den Nutzern eingestellten Daten und solche, die aus der Nutzung der verschiedenen Dienste und Anwendungen stammen, zusammen. Auf dieser Grundlage werden umfassende Profile der einzelnen Nutzer erstellt, um zielgerichtete Werbung zu schalten. Je mehr Nutzer ein Dienst hat, umso mehr verdient es auch. Verständlich, dass Anbieter Ihre „Einnahmequelle“ daher nicht so leicht gehen lassen wollen.

Warum sollten wir uns über unser digitales Erbe Gedanken machen?

Hin und wieder denkt vielleicht jeder einmal daran, wer die Lieblingskommode oder das Wandgemälde bekommen soll, aber was mit dem jahrelang gepflegten Facebook – oder Flickr-Account passieren soll, daran haben wir noch keinen Gedanken verschwendet. Je aufwändiger wir aber unser Leben in der digitalen Welt gestalten, je mehr Daten befinden sich von uns im Netz und umso größer ist der Aufwand für unsere Hinterbliebenen. Sie müssen die Daten verwalten oder löschen beziehungsweise löschen lassen.


Häufig wissen die Hinterbliebenen nicht, welchen Umgang sich der Verstorbene mit seinen Daten wünschte. Den Hinterbliebenen bleibt dann nichts anderes übrig, als diese schwere Entscheidung selbst zu treffen. Wer behält im Blick, dass mit den Daten kein Missbrauch betrieben wird? Sollen alle Accounts einschließlich der gespeicherten Daten gelöscht werden oder soll jemand den Account weiterführen? Was soll mit Blog-Einträgen und Fotos des Verstorbenen geschehen? Wie lange können und sollten diese online bleiben?

 

Ist eine solche Entscheidung erst einmal gefällt, stehen die Hinterbliebenen oft noch vor einem weiteren Problem: Keine Passwörter – kein Zugriff auf die Accounts. Darüber hinaus stellen nur wenige Onlinedienste überhaupt Regeln dazu auf, unter welchen Bedingungen ein Account aufgelöst werden kann und wer darüber entscheiden darf. So löschen nach Vorlage einer beglaubigten Sterbeurkunde einige Anbieter den Account des Nutzers und legen auf Antrag eine „Gedenkseite“ an. Bei anderen Anbietern haben Hinterbliebene die Wahl zwischen Löschen oder Weiterführen des Accounts.

 

Amerikanische Online-Firmen haben diese Lücke längst erkannt und sich auf die Verwaltung des digitalen Erbes spezialisiert. So unterschiedlich das Angebot der Dienste ist, sie alle haben eins gemeinsam: Gegen eine Gebühr werden Passwörter und Anweisungen hinterlegt und im Todesfall an die Angehörigen oder eine andere auserwählte Person weitergegeben. Ganz ohne Bedenken ist das natürlich nicht: Schließlich gibt der Nutzer einer fremden Firma seine privaten Passwörter, obwohl im digitalen Leben die oberste Maxime gilt: Behalte deine Passwörter für dich, um dich vor Diebstahl und Betrug zu schützen! Außerdem weiß der Nutzer auch nicht, wie sicher das Unternehmen tatsächlich ist, das seine Passwörter verwaltet.

 

Unternehmen haben darüber hinaus noch einen Markt erkannt: Das digitale Leben nach dem Tod. So gibt es Plattformen nach dem Prinzip von Facebook für Verstorbene, auf der Verwandte und Freunde ein Profil des Verstorbenen anlegen können. So können Freunde etc. über den Tod benachrichtigt, Fotoalben und Kondolenzbücher angelegt sowie Beileidssendungen verschickt werden.

 

Solche Plattformen bergen, wie die Weiterführung von Accounts von Verstorbenen, einen emotionalen Konflikt: Die Hinterbliebenen gehen sehr unterschiedlich mit dem Verlust des geliebten Menschen um. Einige wollen nicht immer wieder mit dem Profil oder den Fotos konfrontiert werden, sondern benötigen Abstand. Andere wiederum brauchen gerade diese präsenten Erinnerungen, um den Tod zu verkraften. Beide Sichtweisen müssen akzeptiert werden.

Materialien und Links

Checkliste zu Löschen von Accounts vom Surfer-Projekt des vzbv
Das Wichtigste zum Löschen von Accounts und Accountverwaltung nach dem Tod. Kurz und knapp, schwarz auf weiß. Zum Herunterladen und Ausdrucken.

Was macht der vzbv?

Repräsentative Umfrage zu Löschen von Accounts im Auftrag des vzbv

Praxischeck 2011: Löschen von Online-Profilen

Das Surfer-Projekt des vzbv hat eine repräsentative Umfrage zum Thema Löschen von Accounts und Kundenkonten beim Forschungsinstituts ARIS in Auftrag gegeben. Demnach fand jeder zweite Internetnutzer, der schon einmal versucht hat seinen Account zu löschen, die Möglichkeit zum Löschen erst nach längerem Suchen. Hatten sie diese gefunden, waren die meisten Nutzer mit Hindernissen konfrontiert. Nur jeder Dritte meinte, der Löschvorgang sei unproblematisch gewesen. Der vzbv fordert daher, verbraucherfreundlichere Vorgaben zur Löschung von Nutzerkonten im Telemediengesetz zu verankern.

 

Die Umfrageergebnisse sowie die Ergebnisse einer kleinen Marktanalyse durch die Projektmitarbeiter sind in einem Untersuchungsbericht zusammengefasst.

Praxischeck Löschen von Online-Profilen

Praxischeck 2013: Löschen von Online-Profilen

Wie steht es um die Löschmöglichkeiten im Jahr 2013? Hat sich was verändert? Das Projekt „Verbraucherrechte in der digitalen Welt“ hat seinen Praxischeck zum Löschen von Online-Profilen wiederholt. Wirkliche Verbesserungen sind nicht zu beobachten – nur zwei Forenbetreiber haben ihre Löschmöglichkeiten vereinfacht, indem sie die Möglichkeit geschaffen haben, Daten per Button in den Kontoeinstellungen zu entfernen.

Online-Umfrage

Online-Umfrage zum Rückgabe-/Widerrufsrecht

Hatten Sie schon einmal Schwierigkeiten beim Zurücksenden bestellter Ware aus dem Internet? Wir würden uns freuen, wenn Sie sich 3 Minuten Ihrer Zeit zur Beantwortung unserer kurzen Fragen nehmen würden.

Danke, Ihr Surfer-haben-Rechte-Team

Bewertungsportale im Internet

Urheber: Claus Worenski

Internetalltag im Film

Urheber: Claus Worenski

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Das schwarze Schaf

Sie denken, dass ein Anbieter sich nicht an die Regeln hält? Hier können Sie uns darauf hinweisen.
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