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Stand: 26.09.2012
Couchsurfing will die Daten seiner Nutzer

Couchsurfing.org - Nutzer verlieren alle Rechte an Inhalten und Daten

Soziales Reisen ist im Trend, besonders unter jungen Leuten. Die Plattform Couchsurfing.org ist eine der beliebtesten Netzwerke für alle, die in einer fremden Stadt eine Unterkunft bei Einheimischen suchen. Doch mit den kürzlich geänderten Nutzungsbedingungen verhält sich Couchsurfing.org gar nicht mehr so sozial. Die neuen AGBs und Datenschutzbestimmungen liegen weit unter dem deutschen Schutzstandard.

Couchsurfing - Soziales Reisen leicht gemacht

Auf Reisen gehen und einmal fernab von touristischen Hotels eine neue Stadt oder ein neues Land erleben ist für viele besonders anziehend. Man möchte mittendrin im Leben des Landes sein oder einfach kostenfrei übernachten, zum Beispiel bei Fremden auf dem Sofa. Die Plattform Couchsurfing.org macht kostenfreies Übernachten in der Fremde möglich: Hier wird online der Kontakt zwischen denen, die einen Schlafplatz suchen und solchen, die einen Schlafplatz bei sich daheim anbieten, vermittelt. Dazu muss der Nutzer sich mit einem eigenen Profil bei Couchsurfing.org registrieren. Ein Profil bei Couchsurfing beinhaltet Daten wie z.B. Name, Adresse, Telefonnummer, Alter, Beruf, persönliche Vorlieben und Interessen sowie Fotos. Diese umfassenden Angaben über die Identität sind der wesentliche Bestandteil der Plattform, denn sie geben allen Beteiligten ein gewisses Sicherheitsgefühl.

Couchsurfing.org ändert seine Bedingungen – zum Nachteil der Nutzer

Die Betreiber von Couchsurfing.org haben im September ihre Allgemeinen Geschäftsbedingungen und Datenschutzbestimmungen geändert. So räumt sich der Anbieter nun beispielsweise ein umfassendes Nutzungsrecht an den Inhalten der Nutzer ein. Damit ist es beispielsweise möglich, Fotos, private Nachrichten und andere Informationen, die dort hinterlegt wurden und den Nutzer identifizieren können, für Werbezwecke an Dritte zu verkaufen - und das unbegrenzt, für alle Zeit, kostenlos und ungefragt. Eine so umfassende Rechteeinräumung ist nach deutschem Recht unwirksam.  Über neue Änderungen der AGBs möchte das Unternehmen die Nutzer laut neuer AGBs  in Zukunft nicht mehr gesondert informieren.

Wer kann die Rechte der Nutzer durchsetzen?

Nach eigenen Angaben hat das Netzwerk in Deutschland nach den USA die meisten Nutzern. Die deutschen Datenschutzbestimmungen finden jedoch keine Anwendung, da das Unternehmen die Daten in den USA erhebt. Daher können Daten- und Verbraucherschützer rechtlich nur wenig ausrichten. Der Bundesdatenschutzbeauftragte Peter Schaar hat in einen Brief an die zuständige US-Handelsbehörde FTC auf die Missstände hingewiesen.

Ein "sicherer Hafen" ist das Internet noch lange nicht

Die Betreiber von  CouchSurfing.org geben an, sich dem Safe-Harbor-Abkommen anzuschließen und damit klarzustellen, dass man grundlegende Prinzipien des EU-Datenschutzes beachte. Das Safe-Harbor-Abkommen zwischen der EU und den USA legt die Bedingungen fest, unter denen Unternehmen Daten von EU-Bürgern verarbeiten dürfen, wenn sie die Daten nicht innerhalb der EU oder einem Land verarbeiten, bei dem die EU davon ausgeht, dass es ein gleichwertiges Schutzniveau bietet. Aber schon der Fall Facebook macht deutlich, dass insbesondere Anbieter aus den USA sich nicht sonderlich um europäische Datenschutzstandards kümmern. Europäische Datenschützer und die EU hatten mehrfach kritisiert, dass dieses Abkommen in den USA nicht überwacht werde. Das Abkommen allein ohne effektive Durchsetzung der Richtlinien kann daher kein Garant für die Einhaltung des Datenschutzes sein.

Alternativen suchen

Wer auf das „Couchsurfing“ trotzdem nicht verzichten möchte, sollte sich nach alternativen Plattformen umsehen, die nutzerfreundlicher organisiert sind und die Urheber- und Datenschutzrechte respektieren.

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