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Stand: 12.06.2012
Jugendschutz
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Jugendschutz

Kinder und Jugendliche brauchen Schutz. Zuhause, in der Schule, im Alltag und im Internet. Sie lassen sich leichter beeinflussen, beeindrucken und verunsichern als Erwachsene. Darstellungen von Gewalt können Kinder und Jugendliche prägen und verängstigen. Erotische Inhalte können verstören. Der Jugendschutz hat es zum Ziel, Kinder und Jugendliche vor Gefahren, die die Entwicklung beeinträchtigen können, zu bewahren. Mit Blick auf das Internet geht es vor allem um den Schutz vor jugendgefährdenden Medien.  Bei dem Tauziehen zwischen Vertretern der Wirtschaft, Jugend- und Verbraucherschützern und Politikern bleibt der Jugendschutz, insbesondere im Bereich des Internets, nicht selten auf der Strecke.

Allgemeine Informationen

Jenseits des Erlaubten

Jugendgefährdend – was ist das überhaupt? Salopp gesagt: Der Begriff wird immer dann fallen, wenn es um Pornografie, Gewalt oder Nazis geht. Jugendgefährdend sind Medien, die verrohend wirken, zu Gewalttätigkeiten, Verbrechen oder Rassenhass anreizen oder unsittlich sind und dadurch der Entwicklung von Kindern und Jugendlichen schaden können. Diese Medien dürfen Kindern und Jugendlichen nicht zugänglich gemacht werden.


Im Internet sind Kontrolle und Regulierung zwar dringend erforderlich, aber wegen der Vielzahl und Flüchtigkeit der Angebote nur schwer durchzusetzen. Es ist unrealistisch, das Internet komplett von unzulässigen Inhalten befreien zu wollen. Deshalb sollten Eltern und Lehrer die Kinder und Jugendlichen darauf vorbereiten, dass sie beim Surfen im Internet auf Gewalt- oder Erotikdarstellungen und rechtsextreme Propaganda stoßen können. Wichtig ist, dass sie lernen, mit solchen Inhalten umzugehen und dass sie damit nicht allein gelassen werden.

 

Im Gegensatz zu anderen Bereichen wie beispielweise dem Vertragsrecht und dem Datenschutz hat der Verbraucher beim Jugendschutz kaum Rechte, die er selbst einfordern kann. Andererseits treffen ihn auch keine Pflichten – den Anbieter im Internet hingegen schon. Die Pflichten der Anbieter sind im Jugendschutzgesetz des Bundes und im Jugendmedienschutz-Staatsvertrag der Länder geregelt.

Wer macht Jugendschutz?

In Deutschland sind die Anbieter und ihre Selbstkontrolleinrichtungen für die Berücksichtigung des Jugendschutzes verantwortlich. Die Anbieter müssen dafür Sorge tragen, dass bestimmte Angebote im Internet nicht verbreitet werden. Dazu gehören zum Beispiel Darstellungen, die den Krieg verherrlichen oder die Menschenwürde verletzen. Bestimmte andere Inhalte – wie beispielsweise pornografische Darstellungen – dürfen nur einer so genannten „geschlossenen Benutzergruppe“, also Erwachsenen, zugänglich gemacht werden. Die Anbieter müssen sicher stellen, dass die fraglichen Angebote auch nur von dieser geschlossenen Benutzergruppe wahrgenommen werden können, zum Beispiel durch eine Volljährigkeitsprüfung, die durch persönlichen Kontakt erfolgen muss und durch Authentifizierung, um das Risiko einer Weitergabe von Zugangsdaten an Minderjährige zu reduzieren.


Die Kommission für Jugendmedienschutz (KJM) überwacht, ob unzulässige jugendgefährdende Angebote öffentlich verbreitet werden. Dabei arbeitet die KJM eng mit Jugendschutz.net zusammen. Jugendschutz.net ist eine gemeinsame Einrichtung aller Bundesländer und überprüft Angebote im Internet, die im Rahmen der allgemeinen Beobachtung oder aufgrund von Beschwerden aufgefallen sind.

 

Trotz aller Überprüfung sind jugendgefährdende Inhalte im Internet leicht verfügbar. Das liegt unter anderem auch daran, dass Inhalte im Internet nicht an Ländergrenzen halt machen. Pflichten, die deutsche Anbieter treffen, müssen in anderen Ländern nicht beachtet werden. Grenzüberschreitende Jugendschutzstandards gibt es bislang nicht. Außerdem stehen die Kontrollstellen vor dem bereits genannten Problem: Das Internet und seine Angebote sind uferlos und daher kaum überprüfbar.

Probleme und Handlungsempfehlungen

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Sexuelle Belästigung durch Erwachsene

Viele Jugendliche nutzen das Internet, um mit Freunden zu kommunizieren und tauschen sich über Soziale Netzwerke aus. Wo die Kommunikation anonym abläuft, lauern aber auch Gefahren: Es gibt Erwachsene, die über das Internet versuchen Kontakt zu Kindern und Jugendlichen herzustellen. Es kann zu sexuellen Belästigungen kommen – etwa durch Zusendung pornografischen Materials oder auf verbaler Ebene.


Besonders unübersichtlich und schwer zu kontrollieren sind Chats, die sich an alle Altersgruppen richten. Hier muss – vor allem in so genannten Privatdialogen und Séparées – mit Belästigungen und Übergriffen gerechnet werden. In den meisten Chats kann der Teilnehmer durch Anklicken eines anderen Benutzernamens einen Privatdialog beginnen, in dem sich nur beide Chatpartner unterhalten können. Solche Dialoge werden in der Regel vom Anbieter nicht überprüft. Erfährt ein Chatroom-Betreiber von Belästigungen, ist er gesetzlich dazu verpflichtet, den Teilnehmer vom Chat ausschließen. Das heißt, dass Kinder und Jugendliche dringend mitteilen sollten, wenn sie beim Chatten belästigt werden.

 

Auch bei der Teilnahme an Sozialen Netzwerken besteht die Gefahr, dass potenzielle Täter versuchen, Kontakt zu Kindern herzustellen. Kindern und Jugendlichen sollte bewusst sein, dass die Daten, Fotos und Videos, die sie auf ihrer Seite einstellen, jedermann zugänglich sein können. Plant jemand eine Kontaktaufnahme, kann er über die Seiten von Sozialen Netzwerken zahlreiche Informationen sammeln.

 

Tipps:

Eltern und Lehrer sollten Kindern und Jugendlichen vermitteln, dass der Chatpartner unter Umständen nicht der ist, für den er sich ausgibt. Wichtig ist es auch, sich mit den technischen Sicherheitseinstellungen vertraut zu machen. Kommt es zu Belästigungen, sollten Kinder und Jugendliche mit ihren Eltern darüber sprechen. Wer lieber anonym mit Gleichaltrigen sprechen möchte, kann zum Beispiel auf der Plattform www.juuuport.de jugendliche Scouts um Rat fragen. Diese werden von erwachsenen Experten extra ausgebildet, um Kinder und Jugendliche bei allen Fragen rund um das Web zu beraten. Etwaige Vorkommnisse sollten dem Plattform-Betreiber umgehend mitgeteilt werden. Um sexuelle Übergriffe zu vermeiden, sollten sich Kinder und Jugendliche auf keinen Fall allein mit fremden Chatpartnern treffen.

Ausführliche Informationen und Hilfestellungen für Eltern bietet die Plattform www.chatten-ohne-risiko.de.

 

 

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Gewaltdarstellungen

Gewaltszenen finden sich im Internet in den verschiedensten Formen: als Horrorfilme, in realen oder gestellten Tötungsvideos (sog. "Snuff"-Videos), im Rahmen von Onlinespielen, als Bilder von verstümmelten Leichen und entstellten Unfallopfern – die Liste ist viel zu lang.


In Deutschland ist die Verbreitung bestimmter Gewaltdarstellungen verboten. Dazu gehören unter anderem Darstellungen, die Gewalt oder den Krieg verherrlichen oder die Menschenwürde verletzen.

 

Tipps:

Technische Schutzmaßnahmen können helfen, Kinder und Jugendliche vor jugendgefährdenden Inhalten zu bewahren – das allein reicht aber nicht aus. Kinder und Jugendliche sollten auf die möglichen Gefahren vorbereitet sein und im kompetenten Umgang mit dem Internet gestärkt werden. So können sie unzulässige Angebote besser erkennen, einordnen und sich abgrenzen. Mit Beschwerden kann sich der Nutzer an jugendschutz.net wenden.

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Pornografische Inhalte

Erotische Darstellungen sind auf einschlägigen Webseiten zu finden, tauchen aber leider auch in gänzlich anderen Zusammenhängen auf, nämlich als Werbeeinblendungen etwa bei Spiele-Portalen.


In Deutschland ist die Verbreitung von Pornografie verboten: Gänzlich unzulässig ist die Verbreitung von Gewalt-, Tier- und Kinderpornografie. Aber auch die Verbreitung „einfacher“ Pornografie ist verboten, wenn vom Anbieter nicht Sorge dafür getragen wird, dass sie nur Erwachsenen zugänglich ist.

 

Tipps:

Stolpern Eltern oder Kinder über pornografische Inhalte, sollten sie sich an die Beschwerdestelle von jugendschutz.net wenden.

Wichtig ist es, mit Kindern und Jugendlichen darüber zu sprechen, dass solche Darstellungen im Internet zu finden sind – auch wenn man sie an der einen oder anderen Stelle nicht vermutet. Ermutigen Sie Ihre Kinder dazu, mit Ihnen darüber zu reden – vor allem, wenn sie durch solche Darstellungen verunsichert oder verängstigt sind. Insbesondere bei jüngeren Kindern und Neulingen im Internet sollten Eltern stets einen Blick über die Schulter werfen. Technische Sicherheitseinstellungen wie Filtersoftware, die Zugriffe auf unerwünschte Seiten unterbindet, können dabei unterstützend eingesetzt werden.

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Extremistische und rassistische Propaganda

Extremistische Vereinigungen und Personen nutzen das Internet für ihre Zwecke, verbreiten Propaganda und hetzen gegen Ausländer, politische und religiöse Gegner. Und vor allem: Sie versuchen, Jugendliche in ihren Bann zu ziehen und ihr Gedankengut als „schick“ darzustellen.


Dazu werben sie mit Beiträgen in Sozialen Netzwerken und mit Videos bei Anbietern wie YouTube, vermarkten zum Beispiel rassistische Musik oder kündigen auf ihren Webseiten Aufmärsche an.

 

Tipps:

Auch hier sollten es wieder die Eltern sein, die mit ihren Kindern die Inhalte im Internet kritisch hinterfragen und bewerten müssen. Da in Deutschland die Verbreitung rechtsextremer Propaganda verboten ist, kann der Internetnutzer Strafanzeige stellen. Über die Beschwerdestelle von jugendschutz.net können jugendgefährdende oder illegale Inhalte direkt gemeldet werden.

Die Broschüre „Klickt's? Geh Nazis nicht ins Netz!" von jugendschutz.net soll 12- bis 15-Jährige für Internet-Propaganda von Rechtsextremen sensibilisieren.

Weitere Informationen zu diesem Thema bietet die Internetpräsenz der Amadeu Antonio Stiftung www.netz-gegen-nazis.de und das spezielle Informationsangebot www.hass-im-netz.info von jugendschutz.net.

Materialien und Links

Aufklärung über Risiken im Netz bietet die Initiative www.watchyourweb.de - gefördert vom Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz und dem Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend.
jugendschutz.net kontrolliert das Internet und sorgt für die Einhaltung des Jugendschutzes. Darüber hinaus stellt jugendschutz.net auf der Webseite www.klick-tipps.net regelmäßig kindgerechte Internetangebote zusammen.

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