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Suchmaschinen
Suchmaschinen sind nicht nur praktisch, sondern auch sehr neugierig. Es gibt sie für viele Dinge – die bekanntesten durchsuchen das World Wide Web nach Begriffen oder Produkten, manche aber auch nach wissenschaftlichen Aufsätzen, Preisen oder Personen. Die Anbieter speichern dabei Informationen über ihre Benutzer und deren Suchanfragen. Anhand verschiedener Kriterien, wie IP-Adresse, Browser, Betriebssystem, Host-Adresse, werden die gespeicherten Daten ausgewertet. Für den Verbraucher ist dies keineswegs unproblematisch. Wer will schon, dass andere wissen könnten, wofür man sich interessiert? Viele Betreiber bieten außerdem nicht bloß eine Suchmaschine an, sondern eine Vielzahl verschiedener Dienste. Auch überall dort könnten die Betreiber nachverfolgen, was Nutzer tun. Allein die Möglichkeit hierzu sollte zur Vorsicht mahnen.
Informationen zu Diensten und Anbietern
Checkliste
Kurz und knapp, schwarz auf weiß. Zum Herunterladen und Ausdrucken.
Probleme und Handlungsempfehlungen
Ich weiß, was du suchst!
Viele Suchmaschinen hinterlegen auf dem Rechner eines Benutzers ein so genanntes Cookie. Dies ist eine kleine Datei, die der Wiedererkennung dient. Möchte man dies nicht, lässt sich das Akzeptieren von Cookies in den Einstellungen der Browser (z. B. Internet Explorer, Firefox, Opera, Safari, Chrome) stufenweise unterbinden. Werden an anderer Stelle zur Nutzung einer Funktion doch Cookies benötigt, kann man diese einzeln erlauben.
Sucheingaben können gleich mehrfach ausgewertet werden. So können sie mit Nutzerdaten verknüpft werden, für die Reihenfolge der Darstellung der Suchergebnisse genutzt und (Werbe-)Anzeigen passend zum Suchergebnis geschaltet werden. Bei einigen Anbietern kann sich der Nutzer auch registrieren. So erhält er auf ihn zugeschnittene Ergebnisse. Der Nachteil ist, dass der Nutzer noch eindeutiger zu identifizieren ist.
Vorsicht, Datenkraken!
Viele Suchmaschinenbetreiber sind nicht nur auf dem Feld der Suchmaschinen aktiv. Sie betreiben Soziale Netzwerke, Bilder-, E-Mail- und Nachrichtendienste, Videoangebote und vieles mehr. Außerdem vermieten einige Suchmaschinenanbieter Dienstleistungen für andere Webseiten. Das sind unter anderem Dienste für Werbebanner-Einblendungen, aber auch Besucherstatistikprogramme und lokale Suchmaschinen für Webseitenbetreiber.
Immer wenn solche Dienste eingebunden werden, gehen gleichzeitig auch Daten über den Nutzer an die Betreiber dieser Dienste, ohne dass der Benutzer davon etwas bemerkt. Hier können spezielle Helferprogramme für Webbrowser ein Stück weit Schutz bieten.
Soziale Suche
Mit der Vernetzung von Suchmaschinen mit Sozialen Netzwerken werden auch Suchergebnisse hervorgehoben, auf die Freunde aus dem Sozialen Netzwerk zuvor hingewiesen haben. Hat zum Beispiel ein Freund einen Twitter-Eintrag geschrieben, der zur Suchanfrage passt, weist die Suchmaschine darauf hin. Das Gleiche gilt für Webseiten oder Webinhalte, auf die Freunde beispielsweise mit dem Gefällt-mir-Button von Facebook hingewiesen haben.
Grund für die Personalisierung ist, dass Inhalte aus dem sozialen Umfeld von besonders hoher Bedeutung für den Nutzer sind. Solche „sozialen“ Suchergebnisse funktionieren aber nur, wenn der Nutzer im Sozialen Netzwerk eingeloggt ist. Wer keine personalisierte Suchergebnisse wünscht, sollte sich zum einen immer ausloggen, wenn er das Soziale Netzwerk nicht mehr nutzen will und zum anderen seine Daten nicht für Dritte frei zugänglich machen.
Einstellungen in Sozialen Netzwerken beachten!
Personensuchmaschinen erfassen häufig Profilbilder aus Sozialen Netzwerken und binden diese mittels eines Link auf ihrer Webseite ein. Hat der Nutzer in dem Sozialen Netzwerk seine Daten nicht für Dritte gesperrt, ist eine solche Vorgehensweise der Personensuchmaschinenbetreiber sogar zulässig (OLG Köln, Urteil vom 09.02.2010, Az. 15 U 107/09). Für viele Nutzer ist das völlig unverständlich: Sie sehen gar keinen Zusammenhang zwischen der Nutzung des Sozialen Netzwerks und Personensuchmaschinen.
Das ist verständlich. Schließlich muss der Nutzer sich in einem Sozialen Netzwerk per Login und Passwort anmelden und hat daher das berechtigte Gefühl, dass seine Daten innerhalb dieses Netzwerkes verbleiben. Das Auffinden durch externe Suchmaschinen sollte daher erst dann möglich sein, wenn der Nutzer hierin ausdrücklich, zum Beispiel durch das freiwillige und bewusste Setzen eines Häkchens, einwilligt. Voreingestellte Einwilligungen, die die Suchfunktion erst dann ausschließen, wenn ein bereits gesetztes Häkchen weg geklickt wird, sollten unzulässig sein. Bisher ist die Rechtsprechung jedoch eine andere, so dass Sie immer die „öffentliche Suche“ in Sozialen Netzwerken deaktivieren sollten.
Wer ist verantwortlich für Suchergebnisse?
Es ist immer hilfreich, ab und zu im Netz mal nach sich selbst zu suchen. Nur so kann der Nutzer feststellen, welche Informationen über ihn im Internet verbreitet sind. Nicht immer sind das nur erfreuliche Berichte. Sollten Sie Suchergebnisse finden, die unwahr sind oder die sie in einem schlechten Licht dastehen lassen, müssen Sie sich an den Webseitenbetreiber wenden. Die Überschriften der Suchergebnisse und der Text der URL stammen nämlich nicht von den Suchmaschinenbetreibern selbst. Vielmehr stellen diese die Suchergebnisse nur zusammen und sind somit nicht für den Inhalt verantwortlich.
Anbieter
Exemplarisch führen wir hier die Namen einiger Anbieter derartiger Dienste auf:
Google, Bing, Yasni, 123people, Romso, Metager2, Ixquick
Dies stellt keine Empfehlung dar. Es gibt darüber hinaus weitere Anbieter.
Allgemeine Informationen
So funktionieren Suchmaschinen
Suchmaschinen sind wie Landkarten für das Internet: Sie liefern Adressen und Links, die mit dem eingegebenen Suchbegriff im Zusammenhang stehen. Der Nutzer findet die für ihn interessanten Orte und den Weg dorthin.
Um die Suchergebnisse bereitstellen zu können, schicken Suchmaschinenbetreiber kleine Programme auf die Reise. Diese surfen rund um die Uhr vollautomatisch durch das Netz und analysieren die Inhalte von Webseiten. Nach speziellen Kriterien, die sich von Suchmaschine zu Suchmaschine unterscheiden, werden die Inhalte dann in eine Reihenfolge gebracht. So spielen die Anzahl der Verweise von anderen Seiten, die Häufigkeit der Aktualisierung der Seite und die technische Wichtigkeit des Suchbegriffs (zum Beispiel, ob es sich um eine Überschrift, normalen Text oder kleinere Schrift handelt) eine Rolle für das von der Suchmaschine zurückgegebene Ergebnis. Ist der gesuchte Begriff eine Überschrift, wird er für die Ergebnisliste relevanter, als wenn er im normalen Text steht. Heutzutage beschäftigt sich eine gesamte Branche mit der so genannten Suchmaschinenoptimierung (Search Engine Optimization, SEO), der besseren Auffindbarkeit und Platzierung der Webseiten bei den Suchergebnissen. Ziel ist es stets, möglichst weit oben auf den Ergebnislisten zu erscheinen.
Diese Verzeichnisse, die so genannten Indizes, richten sich dabei aber nicht nur nach den Ergebnissen der Analyse. Einige der Suchmaschinebetreiber analysieren darüber hinaus auch die Klicks ihrer Nutzer. Wenn bei der Suche nach einem bestimmten Begriff nicht die ersten, sondern die späteren Suchergebnisse angeklickt werden, „merkt“ sich die Maschine das. Verhalten sich viele Nutzer so, werden die Ergebnisse automatisch in eine andere Reihenfolge gebracht, das heißt beliebtere Suchergebnisse wandern in der Trefferliste weiter.
So finanzieren sich Anbieter
Auf den ersten Blick sind die meisten Suchmaschinen kostenlos für den Benutzer. Sie finanzieren sich über Werbung.
Die bekannteste Suchmaschine Google tut dies über so genannte Keyword Werbung. Hier werden die Sucheingaben durch den Anbieter ausgewertet und zur Suchanfrage passende Anzeigen auf der Ergebnisseite dargestellt. Sucht der Nutzer also „Kontaktlinsen“, wird er mit großer Wahrscheinlichkeit Werbung für Brillen, Kontaktlinsen oder ähnliches erhalten. Nicht immer und bei allen Anbietern ist dabei sichergestellt, dass sofort klar wird, was Suchergebnis und was Anzeige ist. Signalworte sind hier etwa „gesponserte Links“. Dies sind gekaufte Anzeigenplätze und keine echten Suchergebnisse. Auch grafisch besonders dargestellte Ergebnisse sind häufig keine echten Suchtreffer.

Das versteckte Netz
Die meisten bekannten Suchmaschinen durchsuchen nur einen kleinen Teil des Internets. Experten sprechen von circa einem Prozent der Gesamtmenge der tatsächlich im Internet vorhandenen Daten. Das liegt daran, dass diese Dienste nur den frei sichtbaren Bereich durchsuchen. Viel mehr Informationen sind vorhanden, werden aber nur nicht dargestellt.
So geben Nutzer zum Beispiel bei einer Webseite ihren realen Namen und bei einer anderen ein Pseudonym an. Spezialisierte Suchmaschinen sind auch in der Lage, normalerweise nicht auf der Webseite sichtbare Informationen zu erfassen. In unserem Beispiel verwendet der Nutzer zwar unterschiedliche Namen. Wenn er jedoch die gleiche E-Mailadresse angibt, kann es sein, dass Suchmaschinen mithilfe dieser abgleichen können, wo der Nutzer überall registriert ist. Der auch „Deep Web“ oder „Hidden Web“ genannte Bereich umfasst wesentlich weitergehende Informationen, als der erste Blick glauben lässt. Einige Suchmaschinen sind darauf spezialisiert, Informationen zu sammeln, die im Bereich zwischen „frei zugänglich“ und „versteckt“ vorhanden sind. Viele Inhalte sind zwar nicht direkt offen zugänglich, doch über Wege, die eigentlich für Programmierer gedacht sind, kann darauf zugegriffen werden.
Zum Beispiel Personensuchmaschinen nutzen diese Zugänge, um gezielt Personennamen zum Beispiel in Sozialen Netzwerken, bei allgemeinen Suchmaschinen, Bilderdiensten oder Wunschlisten wie bei Amazon abzufragen und die Ergebnisse sichtbar zu machen. Vielen Benutzern dieser Dienste ist nicht klar, dass dort hinterlegte Informationen über solche Suchmaschinen leicht auffindbar sind. Grundsätzlich gilt: Was im Internet steht, ist öffentlich. Auch auf einer passwortgeschützten Seite eingetragene Daten sind auf diesem Weg oft auffindbar.
Checklisten und Links
Das Wichtigste zu Suchmaschinen. Kurz und knapp, schwarz auf weiß. Zum Herunterladen und Ausdrucken.
Was macht der vzbv?
Bereits mehrfach ist der Verbraucherzentrale Bundesverband gegen Anbieter vorgegangen, die verbraucherfeindliche Klauseln in ihren Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) und Datenschutzbestimmungen verwendet haben.
So ging der vzbv zuletzt gegen den Suchmaschinenanbieter Google vor: Das Oberlandesgericht Hamburg verurteilte die Firma im Mai 2011 zehn Klauseln aus seinen früheren Nutzungsbedingungen gegenüber in Deutschland lebenden Verbrauchern nicht mehr zu verwenden oder sich darauf zu berufen. Ein wesentlicher Teil der Klage betraf Datenschutzklauseln. In diesen hatte Google sich das Recht eingeräumt, Verbraucherdaten unter bestimmten Voraussetzungen an Dritte zu übermitteln oder mit Daten anderer Unternehmen zu kombinieren. Auch war Google danach berechtigt, personenbezogene Daten zu Werbezwecken zu verwenden. Das Gericht erklärte diese Klauseln für unwirksam, weil sie die Vorgaben der Datenschutzgesetze nicht ausreichend berücksichtigten. Diesen zufolge ist sicherzustellen, dass der Internetnutzer einer Verwendung personenbezogener Daten bewusst und eindeutig zustimmt. Zudem muss der Anbieter die Einwilligung besonders hervorheben.
Aktuelles
Googles neue Datenschutzrichtline – klar und verständlich?
Veröffentlichung von Fotos aus Sozialen Netzwerken in Personensuchmaschinen zulässig?
Google Analytics mit Opt-Out-Plugin
Hintergrund: Der Streit um Googles Büchersuche
Google zu mehr Verbraucherschutz verurteilt
Umfrage
Welche Erfahrungen haben Sie mit Bewertungen im Internet gemacht? Sechs Mal bitten wir Sie um Antwort, vier Minuten Ihrer Zeit. Die Umfrage endet am 31.03.2012. Eine Auswertung erhalten Sie dann auf unserer Webseite.
AGB - Was steckt drin?
Mal ehrlich: Lesen Sie die Klauseln oder setzen Sie einfach so Ihr Häkchen? Warum Sie lieber genauer hinschauen sollten, verraten wir hier.
Das schwarze Schaf
Sie denken, dass ein Anbieter sich nicht an die Regeln hält? Hier können Sie uns darauf hinweisen.