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Stand: 25.11.2013
Tauschboersen
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Tauschbörsen

Tauschbörsen sind Plattformen, auf denen Nutzer digitale Inhalte kostenlos tauschen und teilen können. Ob Musik, Filme oder Bücher – Filesharing-Communities oder Tauschbörsen bieten eine Fülle von Inhalten. Die meisten Tauschbörsen arbeiten dabei nach einem ähnlichen Prinzip. Die Plattform „verkuppelt“ Anbieter und Nachfrager digitaler Inhalte und vermittelt einen Download, der dann auf Daten von einem oder mehreren Anbietern zugreift. Die meisten Nutzer sind dabei zugleich Anbieter und Nachfrager von Inhalten. So entstehen Peer-to-Peer-Netzwerke, die den Kern der Tauschbörsen ausmachen.

Informationen zu Diensten und Anbietern

Probleme und Handlungsempfehlungen

Urheberrecht

Gezielt geben und nehmen

Das Prinzip der meisten Tauschbörsen sieht per Standardeinstellung das Teilen von allen Inhalten im freigegebenen Ordner vor. Dies bedeutet, dass eine Datei, die ich herunterlade sofort auch weiter innerhalb der Tauschbörse von meinem Rechner aus geteilt wird. Wenn ein Nutzer eine urheberrechtlich geschützte Datei herunterlädt und sie auf diese Weise sofort weiter teilt, macht er sich strafbar. Die zivilrechtlichen Ansprüche der Rechteinhaber werden meist durch auf solche Fälle spezialisierte Anwälte wahrgenommen. Daher sollten Nutzer, die in Tauschbörsen unterwegs sind, Dateien gezielt auswählen. Wer urheberrechtlich geschütztes Material in Tauschbörsen teilt, riskiert schließlich eine kostspielige Abmahnung.

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Auf dem falschen Pfad?

Nutzer sollten unbedingt darauf achten nur die Ordner und Unterordner für die Tauschbörse freizugeben, die sie wirklich teilen wollen. Auf keinen Fall sollte man die gesamte Festplatte oder den ganzen Nutzerordner zum Teilen freigeben, da sonst auch private Daten versehentlich ins Netz gelangen. Darüber hinaus sollten Nutzer im Auge behalten, dass sie bei einer Freigabe auch alle Unterordner für die Tauschbörse freischalten. Um den Überblick zu behalten, empfiehlt es sich, einen speziellen Ordner für Tauschbörsen anzulegen, damit man hier ganz bewusst Inhalte freigeben und teilen kann.

Abmahnungen durch Urheberrechtsverletzungen?

Abmahnung- Was nun?

Nutzer von Tauschbörsen werden immer wieder Opfer von Abmahnungen aufgrund von vermeidlicher oder tatsächlicher Urheberrechtsverletzungen. Doch auch wenn eines dieser unerwünschten Anwaltsschreiben einmal ins Haus flattert, ist das noch kein Grund zur Panik. Einfache Verhaltensregeln helfen dabei, mit einem solchen Schreiben umzugehen.


Checkliste: Was tun bei einer Abmahnung? 

1. Betrugsversuch oder Abmahnung?

 

  • Prüfen Sie genau, ob es sich um eine richtige Abmahnung handelt. Es kommt immer wieder zu Betrugsfällen durch gefälschte Abmahnungen.

 

  • Erkundigen Sie sich im Netz beziehungsweise bei der zuständigen Rechtsanwaltskammer über Unternehmen und Kanzlei.

 

2. Reagieren statt Ignorieren

 

  • Eine Abmahnung regelt sich nicht von selbst. Reagieren Sie unbedingt!

 

  • Entfernen Sie den abgemahnten Inhalt (Song, Album, Film etc.) aus dem Internet.

 

  • Holen Sie sich rechtlichen Beistand von der Verbraucherzentrale oder einem Rechtsanwalt.

 

3. Der richtige Anwalt

 

  • Achten Sie darauf, dass der Anwalt über eine Spezialisierung im Urheberrecht verfügt.

 

  • Klären Sie vor der Beauftragung das Honorar, zusätzliche Kosten und die Aufgaben des Anwalts.

 

4. Die Unterlassungserklärung

 

  • Geben Sie fristgerecht eine modifizierte Unterlassungserklärung ab, am besten per Einschreiben.

 

  • Achten Sie darauf, dass die Erklärung nicht zu weit gefasst ist, sondern sich nur auf die konkrete Verletzungshandlung, beispielsweise ein bestimmtes Album bezieht.

 

5. Der Vergleich

 

  • Sie haben das Recht persönlich oder durch Ihren Anwalt vertreten in Verhandlung zu gehen und einen Vergleich bezüglich der Rechtsanwaltsgebühren zu fordern.

 

6. Haftung auch für Dritte

 

 

  • Achten Sie darauf, Ihr WLAN mit WPA2 zu verschlüsseln sowie ein individuelles Passwort anzulegen. Anderenfalls können Sie für über diesen Zugang begangene Rechtsverletzungen auf Unterlassung in Anspruch genommen werden.
Sicherheit ist bei Tauschbörsen unverzichtbar

Sicherheitsgefährdungen

Insbesondere bei Software aus Tauschbörsen ist ein gesundes Maß an Misstrauen angebracht. Denn in den Datenpaketen können sich unbemerkt Viren, Trojaner, Spyware oder andere Schadprogramme verstecken. Insbesondere ausführbare Dateien stellen ein potentielles Sicherheitsrisiko dar. Wer ohne Firewall und funktionierenden Virenscanner in Tauschbörsen unterwegs ist, handelt grob fahrlässig. Regelmäßige Updates von Betriebssystem und Programmen sind dringend zu empfehlen. Darüber hinaus sollten Sie die heruntergeladenen Datenpakete zusätzlich von einem Virenscanner durchchecken lassen. Außerdem empfiehlt es sich, nicht über den Administrator-Account des eigenen Rechners in Tauschbörsen unterwegs zu sein.


Aber auch bei der Filesharing-Software selbst ist Vorsicht geboten. Verbraucher sollten sich vor der Installation eingehend darüber informieren, ob die Tauschbörsen-Software Aktivitäten des Nutzers eventuell aufzeichnet und überwacht und somit über Spyware-Komponenten verfügt. Eine Firewall kann Kontaktversuche der Software an den Nutzer melden. Ebenso sollte man darauf achten, ob sich die Software automatisch mit dem Internet verbindet.
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Vorsicht, wer privat ein WLAN nutzt

Wer privat ein WLAN nutzt, sollte unbedingt darauf achten, dieses Netzwerk ausreichend zu sichern, um zu verhindern, dass Dritte „ungeladen“ mitsurfen. Wer ein gänzlich ungesichertes Drahtlosnetzwerk nutzt und anderen ungewollt „bereitstellt“, kann für über diesen Zugang begangene Rechtsverletzungen auf Unterlassung in Anspruch genommen werden – zum Beispiel bei Urheberrechtsverletzungen durch Downloads in Tauschbörsen.


Nach einem viel diskutierten BGH-Urteil aus dem Jahr 2010 (BGH I ZR 121/08, Sommer unseres Lebens) ist das auch bei einem unzureichend gesichertem WLAN möglich – beispielsweise wenn das Passwort nicht ausreichend sicher ist oder gar, wenn das werkseitig voreingestellte Standardpasswort verwendet wird. Wer ein WLAN betreibt, sollte, um sicherzugehen, ein individuelles Passwort anlegen und möglichst viele Zeichen und Sonderzeichen verwenden. WPA2 gilt – im Gegensatz zu WEP und WPA – aktuell als sichere Verschlüsselungstechnik.

Allgemeine Informationen

Im Tauschrausch

Tauschbörsen sind seit dem Erfolg des ersten Filesharing-Netzwerks Napster im Jahr 1998 nicht mehr aus der digitalen Landschaft wegzudenken. Die Idee der mittlerweile kommerziellen Plattform und ersten Tauschbörse war und ist bestechend einfach: Nutzer bieten Inhalte zum Download an und können im Gegenzug Daten anderer Nutzer herunterladen. Um die Downloadgeschwindigkeit zu erhöhen, greift das Programm meist auf die Daten unterschiedlicher Nutzer mit gleichen Inhalten zu.


Welche Pfade man freigibt, sollte man in Tauschbörsensoftware sehr genau bedenken

 

Was man in Tauschbörsen freigibt, ist für alle verfügbar

 

Die große Beliebtheit von Tauschbörsen hängt auch mit der immer stärkeren Verbreitung digitaler Formate für Musik und Filme zusammen. Dank einer immer höheren Bandbreite der Internetverbindungen für Verbraucher war es mit einem Mal möglich, Daten schnell und unkompliziert unter einander zu tauschen.

 

Die beliebtesten Tauschbörsen erheben keine Gebühren und stellen die notwendige Software zum kostenlosen Download bereit. Mit dieser Software können Nutzer entscheiden, welche Inhalte sie zum Download freigeben möchten und welche Inhalte sie selbst suchen. Neben Musik und Filmen findet man bei Tauschbörsen auch Texte und Bücher sowie Computerspiele. Nutzer müssen sich an dieser Stelle jedoch bewusst sein, dass auch hier das Urheberrecht gilt. Nicht alle Inhalte dürfen getauscht werden und wer dies trotzdem tut, setzt sich dem Risiko einer kostspieligen Abmahnung aus.

 

In den Nutzungsbedingungen von Software oder Booklets von CDs und Filmen wird auf die Nutzungsrechte hingewiesen. Bei Büchern findet man diese Informationen meist auf der ersten Seite. Es gibt jedoch auch Lizenzen, die das Tauschen der Inhalte ausdrücklich erlauben. Die bekanntesten dieser Lizenzen sind die GNU Public License (GPL) und die Creative Commons-Lizenzen (CC). Darüber hinaus existieren Werke, die nach vielen Jahren in die öffentliche Hand übergegangen sind und somit frei genutzt und auch kopiert werden dürfen. Dazu zählen etwa zahlreiche Buchtitel der klassischen Literatur.

Checklisten und Links

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Das Wichtigste zu Tauschbörsen. Kurz und knapp, schwarz auf weiß. Zum Herunterladen und Ausdrucken.
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Konkrete Hilfestellungen und Tipps zum legalen Umgang mit Musik aus dem Netz verrät Ihnen die Broschüre von klicksafe und der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen e.V.
Handbuch Filesharing von RA Solmecke
Einen anschaulichen Überblick zu Musiktauschbörsen und Abmahnungen wegen Urheberrechtsverletzungen bietet das "Handbuch Filesharing" von Rechtsanwalt Christian Solmecke.
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Unterrichtsmaterial zum Thema Tauschbörsen bietet der Verbraucherzentrale Bundesverband in Zusammenarbeit mit der Stiftung Warentest für Lehrer und alle Interessierten an:

Technische Hinweise

Logo Verbraucher Sicher OnlineTechnische Hinweise bieten Ihnen unsere Projektpartner von Verbraucher sicher online. Dort erfahren Sie, wie man heruntergeladene Dateien prüft und was sonst noch zu beachten ist.

Aktuelles

09.04.2014

Umfrage zu Abmahnungen bei Urheberrechtsverletzungen

Hatten Sie schon einmal eine Abmahnung wegen einer Urheberrechtsverletzung im Briefkasten? Auf den Schock folgt oft der Ärger. Denn Abmahnungen sind teuer. Die Forderungen und Anwaltsgebühren sind häufig überzogen und stehen oft in keinem Verhältnis zum Aufwand. Die Verbraucherzentralen der Länder möchten zusammen mit dem Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) mit einer Umfrage herausfinden, ob unverhältnismäßige Abmahnungen wegen Urheberrechtsverletzungen immer noch ein Problem für Verbraucher sind.
16.11.2012

Filesharing: Eltern haften nicht unbegrenzt für ihre Kinder

Eltern können endlich aufatmen: Der Bundesgerichtshof (BGH) hat entschieden, dass Eltern nicht für illegale Downloads ihrer Kinder haften, wenn sie diese darüber belehrt haben, dass die Teilnahme an Tauschbörsen verboten ist. Eltern sind nicht verpflichtet, die Nutzung des Internets durch das Kind zu überwachen, den Computer des Kindes zu überprüfen oder dem Kind den Zugang zu sperren. Der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) begrüßt das Urteil, mit dem realistische Anforderungen an die Aufsichtspflicht der Eltern gestellt werden.
14.08.2012

Droht eine neue Abmahnwelle?

Der Bundesgerichtshof (BGH) hat mit Beschluss vom 19.04.2012 entschieden, dass Rechteinhaber vom Internet-Provider Auskunft über den Anschlussinhaber verlangen können, der ein urheberrechtlich geschütztes Werk offensichtlich unberechtigt in eine Online-Tauschbörse eingestellt hat. Ein gewerbliches Ausmaß der Rechtsverletzung sei dafür, wie bisher von der Rechtsprechung angenommen, nicht erforderlich. Eine klare Schwächung der Rechtsposition der Verbraucher.
21.03.2012

Vorsicht vor falschen Megaupload-Abmahnungen

Bei Verbraucherzentralen sind bundesweit zahlreiche Beschwerden über Abmahnungen wegen angeblicher Urheberrechtsverletzungen eingegangen. In Mails behauptet die Kanzlei „ Dr. Kroner & Kollegen“ im Auftrag namenhafter Musiklabels Rrechte ihrer Mandanten durchzusetzen. Verbrauchern wird unterstellt, sie hätten auf dem Portal Megaupload.com Urheberrechtsverletzungen begangen. Die Polizei ermittelt nun wegen Betrugs. Verbraucher werden dazu aufgerufen, derartige Mails zu ignorieren und am besten gleich zu löschen.
22.10.2010

Vorsicht vor falschen Abmahnungen

Über unsere Beschwerdestelle „Das schwarze Schaf“ erreichen uns seit einiger Zeit zahlreiche Hinweise zu falschen Abmahnungen wegen angeblicher Verstöße gegen das Urheberrecht. Die Schreiben stammen angeblich von Herrn Rechtsanwalt Giese, den es zwar tatsächlich gibt, der mit all dem aber nicht das Geringste zu tun und bereits Anzeige erstattet hat.
Online-Umfrage

Online-Umfrage zu In-App-Käufen

Wir suchen Erfahrungen mit ungewollten Kosten, die bei In-App-Käufen entstanden sind. Wir würden uns freuen, wenn Sie sich drei Minuten Zeit zur Beantwortung unserer fünf Fragen nehmen würden.

Danke, Ihr Surfer-haben-Rechte-Team.

Bewertungsportale im Internet

Urheber: Claus Worenski

Internetalltag im Film

Urheber: Claus Worenski

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