Direkt zum Seitenanfang springen Direkt zum Menü springen Direkt zum Inhalt springen Direkt zur Fußzeile springen
Stand: 01.03.2011
Webmaildienste
Icon Webmail-Dienste

Webmaildienste

E-Mail-Adressen von Internetprovidern sind kurzlebig. Sobald der Nutzer den Anbieter wechselt, braucht er eine neue. Bei E-Mail-Accounts, die der Nutzer von seinem Arbeitgeber oder der Universität erhält, steht er vor dem gleichen Problem: Bei Kündigung oder Exmatrikulation ist die Adresse futsch. Daher greifen zahlreiche Nutzer auf das Angebot von Webmaildiensten zurück, um dauerhaft den gleichen Account nutzen zu können. Die Webmail-Anbieter ermöglichen unabhängig von Provider und Arbeitgeber den Zugriff auf die eigenen E-Mails – nicht nur vom Computer zuhause, sondern von jedem beliebigen Rechner der Welt, der über einen Internetanschluss verfügt.

Informationen zu Diensten und Anbietern

Probleme und Handlungsempfehlungen

Datenschutz

Mit Daten sparsam sein  

Bei der Registrierung beim Webmaildienst muss der Nutzer einige persönliche Daten angeben, soweit diese zur Begründung und Abwicklung des Vertrages erforderlich sind. Grundsätzlich sind das der Name, die gewünschte Mail-Adresse und das Passwort. Verlangt der Anbieter weitere Auskünfte, gilt der Grundsatz der Datensparsamkeit: so wenig Daten wie möglich preisgeben. Meldet der Nutzer seinen Account ab, muss der Webmaildienst die Nutzerdaten wieder löschen.

Icon Datenschutz

Werbung unerwünscht?

Einige Webmaildienste fragen nach Hobbys und Interessen, um den Nutzer anhand dieser Daten mit Werbeeinblendungen möglichst direkt anzusprechen. Beantworten muss der Nutzer diese Fragen nicht. Tut er dies doch, ist nicht auszuschließen, dass seine Daten auch ohne Einwilligung über das so genannte Listenprivileg weitergegeben werden. Das Listenprivileg ermöglicht die Weitergabe von Adressdaten und einem weiteren Datenpunkt – wie „spielt gern Computerspiele“ – an andere Unternehmen. Wer keine Werbung erhalten möchte, sollte also besser keine Angaben machen. Ungeachtet dessen steht es dem Adressaten frei, jederzeit der Nutzung seiner Daten für Werbezwecke zu widersprechen.

Icon Datenschutz

Bei Cookies wählerisch sein

Aber nicht nur die freiwillige Preisgabe von Daten spielt eine Rolle. Zahlreiche Webmaildienste setzen auf ihren Websites so genannte Session Cookies ein. Dabei handelt es sich um kleine Textdateien, die die Wiedererkennung eines Nutzers während einer Sitzung ermöglichen. Die Cookies werden im Browser gespeichert und bei Schließen des Browsers in der Regel wieder gelöscht. Bei vielen Betreibern sind diese Session Cookies Teil des Sicherheitskonzeptes.

Allerdings sollte sehr genau darauf geachtet werden, woher die Cookies stammen – also zum Beispiel ob vom Anbieter selbst oder einem Werbedienstleister. Auch der Typ des Cookies ist wichtig: Viele Werbedienstleister versuchen, still und heimlich, über „feste“ oder „persistent“ genannte Cookies (also solche mit extrem langem Haltbarkeitsdatum) mehr über den Benutzer und sein Surfverhalten herauszufinden, als dem gemeinen Verbraucher lieb ist.

Icon Datenschutz

Nicht zu vertraulich!

Die E-Mail-Korrespondenz liegt nicht auf dem eigenen Rechner, sondern beim Webmaildienst. Das stellt ein Sicherheitsrisiko für die eigenen Daten dar, weil nicht nur Absender und Empfänger die E-Mail in die Hände bekommen, sondern auch der Webmail-Anbieter und alle Eindringlinge, die sich das Nutzerkennwort oder auf anderem Weg Zugang zum Webmail-Konto verschafft haben. Für vertrauliche Informationen sind Webmaildienste und E-Mails insgesamt daher ungeeignet.

Allgemeine Informationen

Sichere E-Mail-Kommunikation

Die E-Mail ähnelt einer Postkarte: offen zu lesen für alle, die mit ihr zu tun haben. Eine unverschlüsselte E-Mail wird im Klartext versendet und durchläuft auf dem Weg zu ihrem Empfänger eine Vielzahl von Internetrechnern und Datenleitungen.

Damit die E-Mails vertraulich bleiben, sollte sie der Nutzer daher verschlüsseln. Zwei gängige Verschlüsselungsprogramme sind GnuPG (GNU Privacy Guard) und PGP (Pretty Good Privacy). Sie sind sehr sicher und leicht zu bedienen. Allerdings muss auch die Gegenseite diese Verschlüsselungsmechanismen unterstützen.

Die elektronische Kommunikation hat weitere Nachteile: So ist es möglich, den Inhalt von E-Mails während der Übertragung zwischen Absender zum Empfänger zu manipulieren, zu speichern oder auszuwerten. Auch das Abspeichern von an die E-Mails angehängten Dateien ist denkbar einfach. Fotos, Lebenslauf oder auch die aktuellen Quartalsergebnisse – keiner dieser Inhalte ist sicher. Sogar der Absender selbst lässt sich leicht verfälschen.


Wenn die E-Mail dem Absender rechtsverbindlich zugeordnet werden soll, muss eine digitale Signatur verwendet werden. Sie stellt sicher, dass er wirklich der Absender der E-Mail ist. Auch hier bieten Verschlüsselungsprogramme die Lösung: Mit ihrer Hilfe lassen sich E-Mails digital signieren. Sind die E-Mails verschlüsselt, lässt sich auch deren Inhalt nicht mehr verfälschen.

Ein Webmaildienst lässt sich von jedem beliebigen Rechner mit Internetzugang nutzen. Das ist ein großer Vorteil. Im Hinblick auf die Datensicherheit sollte sich der Nutzer aber einige Gedanken machen: Auf keinen Fall das Passwort speichern und an das Logout (also die Abmeldung vom Webmaildienst) denken. Das Passwort sollte nicht zu einfach sein und aus Ziffern, Buchstaben und Sonderzeichen bestehen. Es sollte nicht für Online-Banking oder andere vertrauliche Dienste verwendet werden.

So finanzieren sich Anbieter

Kostenlose Webmaildienste finanzieren sich meist über den Verkauf von Werbeflächen. 

Webmaildienste finanzieren sich über Werbung - nicht von Luft und Liebe

Der Nutzer muss dann zum Beispiel in Kauf nehmen, dass der Webmail-Anbieter am Ende der E-Mails eine oder mehrere Zeilen mit Werbung einfügt oder auf seinen Seiten Werbung schaltet oder Newsletter versendet. Die Möglichkeit, für eigene Produkte zu werben, behält sich der Webmaildienst meist in seinen Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) vor.


Um sich zu finanzieren, erheben einige Anbieter eine Grundgebühr. Einige E-Mail-Dienste bieten gegen Bezahlung eine gänzlich werbefreie Nutzung an.

Was Webmaildienste darüber hinaus anbieten

Webmaildienste bieten meist eine Reihe von Zusatzfunktionen, die über die Kommunikation per E-Mail hinausgehen.               


Dazu gehören verschiedene Sicherheitseinrichtungen wie die Überprüfung der E-Mails auf Viren und Spamblocker. Viele Dienste bieten die Möglichkeit, per SMS oder Fax zu kommunizieren oder einen Anrufbeantworter zu nutzen. Der Nutzer erhält dann vom Webmail-Provider eine "Telefon"-Nummer, über die Fax, SMS und Telefonanrufe eingehen. Alle drei Nachrichtentypen werden an die Webmail-Adresse weitergeleitet und erreichen den Empfänger als E-Mail.

Checklisten und Links

Icon Downloads
Das Wichtigste zu Webmaildiensten. Kurz und knapp, schwarz auf weiß. Zum Herunterladen und Ausdrucken.
Icon_Datenschutz
"Ausgewählt, geprüft, bewertet" - welcher Dienst am besten abschneidet, sagt Ihnen die Stiftung Warentest.

Was macht der vzbv?

Logo-vzbv
Der Verbraucherzentrale Bundesverband hat drei Webmaildienste (GMX, Yahoo, Hotmail/Windows Live) wegen verbraucherfeindlicher Geschäftsbedingungen und Datenschutzbestimmungen abgemahnt und zur Änderung aufgefordert. Alle drei abgemahnten Anbieter haben sich daraufhin verpflichtet, die verwendeten Vertragsbestimmungen künftig nicht mehr zu nutzen und gaben eine Unterlassungserklärung ab, teilweise jedoch erst nachdem der vzbv Klage erhoben hatte.

Technische Hinweise

  • Worauf sollte man aus technischer Sicht bei der Anbieterwahl achten?
  • Wie funktioniert Verschlüsselung?
  • Wie kann man sich vor Viren und Spam schützen?

Viele nützliche Tipps zur sicheren Nutzung von E-Mail finden Sie auf den Webseiten unseres Partnerprojektes.

Aktuelles

12.05.2014

Yahoo zieht um – und was ist mit dem deutschen Datenschutz?

Die Internetkonzernwelt in Dublin bekommt Zuwachs: Yahoo hat die Zusammenlegung und den Umzug der deutschen Services nach Irland zum 21. März 2014 abgeschlossen. Damit ist es in bester Gesellschaft von Facebook und Google, die ihre europäischen Zentralen auch in Dublin haben. Für deutsche Nutzer ändere sich nichts, behauptet Yahoo. Dennoch will Yahoo ab jetzt nur noch irisches Datenschutzrecht gelten lassen. 
07.04.2014

BSI informiert über geklaute Passwörter

In der letzten Woche wurde bekannt, dass rund 18 Millionen E-Mail-Konten nicht mehr sicher sind. Heute informieren BSI und E-Mail-Anbieter die rund 3 Millionen betroffenen deutschen Verbraucher per E-Mail, wer von dem Passwortklau betroffen ist und was dann zu tun ist.
29.05.2013

Praxischeck: Löschen von Online-Profilen noch immer viel zu kompliziert

Die Digitalisierung beeinflusst immer mehr das gesamte Leben der Nutzer. Eltern basteln keine Fotoalben mehr für Ihre Kinder, sondern legen Onlineprofile an. Bildergalerien werden auf Flickr und die Urlaubsvideos auf YouTube eingestellt. Das Internet sorgt dafür, dass nichts und niemand so schnell vergessen wird. Ein Kundenkonto für solche Portale zu erstellen ist leicht, aber seine Daten zu löschen ist manchmal unmöglich, wie eine Untersuchung des Projekts „Verbraucherrechte in der digitalen Welt“ zeigt.
24.08.2011

Digitales Leben nach dem Tod?

Wir alle sind angekommen im Mitmach-Web 2.0: Ein Kommentar auf Facebook zum Status des Bruders, Bewertung des neuen Lieblingsbuches, Einstellen eines gelungenen Kochrezeptes, Plaudern im Forum über die neue E-Gitarre. Über Jahre haben wir Netzwerke aufgebaut, Blogs mit immer neuen Informationen gefüllt, Fotos ausgetauscht, aber auch einfach unseren gesamten Informationsaustausch per E-Mail geführt, gespeichert und geordnet, sei es mit der Krankenkasse, dem Finanzamt oder Freunden. Eine riesige Menge wichtiger Informationen über uns, die da im Netz gespeichert ist. Was damit nach unserem Tod passieren soll, darüber haben wir uns noch keine Gedanken gemacht. Ist es Zeit das zu tun?
06.10.2009

Webmailkonten geknackt

Mehrere zehntausend Webmail-Nutzer des Dienstes Hotmail erlebten eine böse Überraschung: ihre Zugänge wurden vom Anbieter vorübergehend gesperrt, nachdem ihre Passwörter geknackt wurden.
Online-Umfrage

Online-Umfrage zu In-App-Käufen

Wir suchen Erfahrungen mit ungewollten Kosten, die bei In-App-Käufen entstanden sind. Wir würden uns freuen, wenn Sie sich drei Minuten Zeit zur Beantwortung unserer fünf Fragen nehmen würden.

Danke, Ihr Surfer-haben-Rechte-Team.

Bewertungsportale im Internet

Urheber: Claus Worenski

Internetalltag im Film

Urheber: Claus Worenski

Icon_SchwarzesSchaf.gif

Das schwarze Schaf

Sie denken, dass ein Anbieter sich nicht an die Regeln hält? Hier können Sie uns darauf hinweisen.
Twitter Vogel

Das Projekt twittert

Folgen Sie uns unter @surferrechte.
Newsletter-Icon
Unser 14-tägiger Newsletter hält Sie auf dem Laufenden. Was passiert in der digitalen Welt?
Rechtsberatung erhalten Sie bei Ihrer Verbraucherzentrale vor Ort

Rechtsberatung

...im Einzelfall erhalten Sie bei Ihrer Verbraucherzentrale vor Ort.