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Soziale Netzwerke
Detail-Informationen zu einzelnen Anbietern
Checkliste
Probleme und Handlungsempfehlungen
Achtung, Öffentlichkeit!
Was sich privat anfühlt, ist es oft nicht: Fotos und Angaben zur eigenen Person sind in den meisten Netzwerken nicht nur für Freunde zugänglich. Auch wenn eine Passworteingabe verlangt wird, sind Soziale Netzwerke Teil des Internets und damit prinzipiell öffentlich. Internetseiten bestehen aus vielen Einzelteilen, die für die Darstellung zusammengesetzt werden. Wer zum Beispiel die direkte Adresse eines Bildes kennt, muss sich nicht einmal einloggen, um dieses sehen zu können.
Mit Daten bezahlt
Für die Teilnahme bei Sozialen Netzwerken muss auf den ersten Blick meist nichts bezahlt werden. Doch da sich die Plattformen refinanzieren müssen, sind sie keineswegs kostenlos. Die Benutzer bezahlen mit ihren privaten Daten, auf die die Betreiber in der Regel möglichst passgenaue Werbung schalten möchten. Ob Alter, politische Präferenz, Wohnort oder sexuelle Vorlieben – was eingetragen wird, kann auch analysiert werden.
Unsoziale Netzwerker
Auch in Sozialen Netzwerken zeigen sich die Menschen nicht nur von ihrer besten Seite. Bei Phänomenen wie dem sogenannten „Cyber-Bullying“, zu Deutsch etwa „Fertigmachen im Internet“, zeigt sich, dass vom Schulhof bekannte schlechte Manieren auch im Internet und dort mit noch größerer Reichweite ihre Fortsetzung finden können.
Fremdkontakte
Noch schlimmer: Jugendliche und Kinder kommen online viel schneller in Kontakt mit unbekannten Dritten, als Eltern lieb sein kann. Jugendschutz ist in den meisten Sozialen Netzwerken höchstens rudimentär umgesetzt – die Betreiber fragen nach dem Alter und prüfen es nicht.
Es ist Aufgabe der Eltern, ihre Kinder über solche Gefahren aufzuklären und Ansprechpartner zu sein, sollte es zu Beleidigungen und Belästigungen kommen. Doch auch die Anbieter müssen durch geeignete Maßnahmen dafür Sorge tragen, dass Kinder und Jugendliche vor unzulässigen oder gar kriminellen Vorhaben geschützt werden.
Das eigene Urheberrecht
Einige Betreiber verstecken in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen Klauseln, die ihnen weitgehende Rechte an den Inhalten der Nutzer einräumen. Das heißt, dass das vom Nutzer hochgeladene Foto schon morgen in der Zeitung erscheinen könnte. Der Nutzer sollte die Allgemeinen Geschäftsbedingungen also immer ganz durchlesen und auf die Teilnahme bei dem Netzwerk verzichten, das solch weitreichende Klauseln enthält.
Anbieter
Facebook, MySpace, StudiVZ, MeinVZ, SchülerVZ, Wer-kennt-Wen?, Lokalisten, Xing, Feierabend, Platinnetz, Knuddels, Utopia, Bebo, Netlog
Dies stellt keine Empfehlung dar. Es gibt darüber hinaus weitere Anbieter.
Allgemeine Informationen
So funktionieren Soziale Netzwerke
Jeder kennt jeden – über durchschnittlich sechs Ecken. Als der US-Wissenschaftler Stanley Milgram diese These 1967 aufstellte, in einem Experiment erprobte und für gut befand, war das Internet in seiner heutigen Form undenkbar. Doch genau diese Idee machen sich die Sozialen Netzwerke zu Nutze.: Benutzer legen ein eigenes Profil (z. B. Name, Wohnort, Tätigkeit, Foto, Interessen) an und fügen ihre Freunde, Geschäftspartner oder andere Kontakte hinzu.
Ein Beispiel: Andreas und Bert sind befreundet. Bert kennt Carlotta aus dem Segelverein. Nun hat Carlotta ein Foto von sich und Bert gemacht, dieses in einem Sozialen Netzwerk hochgeladen und mit dem Namen von Bert versehen („getaggt“). Auch Andreas bekommt, wie alle Freunde von Bert und Carlotta, hierüber eine Benachrichtigung: Ein Foto wurde veröffentlicht, auf dem Bert vermerkt ist.
Soziale Netzwerke funktionieren über solche Beziehungen zwischen Personen, den sogenannten Relationen. Internetplattformen machen diese im realen Leben oft verborgenen Beziehungen sichtbar – und die Welt etwas kleiner als zu Milgrams Zeiten. Wissenschaftler gehen davon aus, dass heute jeder jeden um nur vier Ecken kennt.
In den meisten Sozialen Netzwerken besteht die Möglichkeit, Gruppen beizutreten oder solche zu eröffnen. Gruppen sind meist thematischer Art, also zum Beispiel für Hobbys, Orte oder andere gemeinsame Interessen gedacht. Benutzer können hier mit anderen Interessierten in den Gruppenforen diskutieren, bei manchen Anbietern auch Fotos und Videos mit den anderen Gruppenmitgliedern teilen. Beiträge in diesen Gruppen sind dabei meist unabhängig von den Privatsphäreeinstellungen. Alle Mitglieder der Gruppen können alles lesen, bei manchen Anbietern unter Umständen sogar alle Mitglieder der Plattform.
Eingaben in Sozialen Netzwerken werden oft als flüchtig wahrgenommen. Doch das genaue Gegenteil ist der Fall: Was in Sozialen Netzwerken und damit im Internet steht, ist publiziert. Dieser Charakter einer Veröffentlichung muss jedem Benutzer klar sein. Was vordergründig nur für die eigenen Freunde gedacht ist, kann genau so gut von einem künftigen oder heutigen Arbeitgeber und von weniger wohlwollenden Mitmenschen missbraucht werden. Wer bei StudiVZ auf der Pinnwand „Bin dann mal drei Wochen im Urlaub“ schreibt, und sein Profil öffentlich sichtbar vor sich her trägt, sagt nicht nur seinen Freunden, dass er schlecht erreichbar ist. Er lädt möglicherweise auch Einbrecher geradezu ein. Wer regelmäßig seinen Beziehungsstatus (verheiratet, Single, verlobt) auf Facebook ändert („A ist jetzt in einer Beziehung mit B“) sollte sich nicht wundern, wenn Freunde, Kollegen und Bekannte ihn darauf ansprechen. Hier ist immer wieder die Frage an sich selbst zu stellen: Ist das wirklich eine Information, die ich öffentlich teilen möchte?
Soziale Netzwerke sind in wenigen Jahren von kleinen Nischen- zu Massenanwendungen geworden. In Deutschland werden die größten Anbieter von mehreren Millionen Menschen genutzt.
Bei vielen der Anbieter wird der Datenschutz dabei jedoch eher klein geschrieben. So sind die Voreinstellungen oft sehr großzügig, hier sollten Benutzer genau hinschauen, was sie wem erlauben wollen: Wer soll auf das Benutzerprofil zugreifen dürfen? Wer soll Fotos anschauen können? Wer darf Kontakt aufnehmen? Sollen Inhalte für Suchmaschinen auffindbar sein? Die meisten Netzwerke verschlüsseln die Verbindungen auch nicht, so dass theoretisch jeder, der sich im gleichen Netzwerk befindet, diese Daten mitlesen kann. Insbesondere an öffentlichen Orten, in Firmen, Schulen und Universitäten ist hier Vorsicht geboten. Oder soll der Kollege wirklich wissen, mit wem Sie online flirten?
So finanzieren sich Anbieter
Das Geschäftsmodell der meisten Anbieter ist die Werbefinanzierung. Mit der Anzeige von Werbung auf der Plattform und dem erhofften Klick der Nutzer auf die Werbeflächen wird Geld verdient, das das Angebot finanzieren soll. Doch geht bei einigen Anbietern die Technik hinter der Werbung weit über das übliche Maß hinaus: Während normalerweise Werbung im Internet eher einfach geschaltet wird, nämlich von der Umgebung abhängig, lässt sich aufgrund der Vielzahl von Informationen in Sozialen Netzwerken Werbung zielgerichteter schalten.
Ein Beispiel: wer auf einer Seite zu Reisethemen surft, hat vermutlich ein Interesse an Reisen. Deshalb wird dort im Regelfall auch für Produkte geworben, die sich rund um das Thema Reise drehen, also zum Beispiel Reisekoffer oder Hotels. In Sozialen Netzwerken liegen oft aber weitergehende Informationen über den Benutzer vor: wie alt er oder sie ist, der Wohnort, der Beziehungsstatus und wofür er sich interessiert. So können zielgerichtete Werbungen geschaltet werden, zum Beispiel "Individualreise für Großstadtbewohnerin zwischen 25 und 35 Jahren nach Indien".
Diese Anzeigen müssen dabei keineswegs in ihrem logischen Kontext erscheinen – also zum Beispiel einer Reisegruppe – da der Anzeigenvermarkter die Benutzer quasi „kennt“. Diese genaueren Möglichkeiten sind für Werbetreibende Geld wert. Je mehr sie über die Nutzer erfahren, um so genauer können sie schalten und haben damit weniger Ausgaben.Nur wenige Anbieter bieten eine Möglichkeit, nicht daran teilzunehmen und statt mit den eigenen Daten mit einem Geldbetrag für den Service zu bezahlen.
Checklisten und Materialien
Was macht der vzbv?
Bis November 2009 erklärten daraufhin alle abgemahnten Anbieter, die verwendeten Vertragsbestimmungen künftig nicht mehr nutzen zu wollen und gaben eine Unterlassungserklärung ab.
International arbeitet der vzbv mit europäischen und us-amerikanischen Verbraucherschützern im Rahmen des transatlantischen Verbraucherdialogs (TACD) daran, Verbraucher effektiv zu schützen. Im Mai 2009 wurde ein gemeinsamer Forderungskatalog veröffentlicht (englische Version / deutsche Übersetzung), in dem Anforderungen an die Gesetzgeber und die Anbieter klar definiert sind.
Im November 2009 veröffentlichte der Verbraucherzentrale Bundesverband einen Forderungskatalog, der Anbietern Sozialer Netzwerke als Hilfestellung dienen soll, wie sie ihre Angebote verbraucher- und datenschutzfreundlicher gestalten können.
Richtige Einstellungen
Aktuelles
Mit Sicherheit nicht sicher
Facebook empfiehlt schlechte Privatsphäreeinstellungen
Mehr Verbraucher- und Datenschutz in Sozialen Netzwerken
Daten bei SchülerVZ illegal kopiert
Studie: Soziale Netzwerke lassen persönliche Daten durchsickern
Rechtsberatung
Das schwarze Schaf
Abofallen