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Stand: 19.01.2010
Soziale Netzwerke

Mit Sicherheit nicht sicher

Der Facebook-Gründer Mark Zuckerberg wird mit Aussagen zitiert, dass Privatsphäre veraltet sei. Und die VZ-Netzwerke lassen sich ein Prüfsiegel ausstellen, das ihren Datenschutz unter Beweis stellen soll. Das Jahr 2010 beginnt rasant: wohin entwickelt sich der Datenschutz? Verbraucher sollten stets genau hinschauen und zuhören.

StudiVZ, SchülerVZ, MeinVZ

 

"Verlass dich drauf" überschreiben die VZ-Netzwerke eine Meldung, dass sie nun ein Zertifikat erhalten haben, bei dem ihre Datenschutzmechanismen und die Software geprüft wurden. Verlassen können sich die Nutzer vor allem auf eines: das nun ausgestellte Zertifikat wird nur jährlich geprüft.

Das heißt, dass Änderungen an der Software des Jahres 2010 wohl frühestens Anfang 2011 auf ihre Auswirkungen für den Datenschutz überprüft werden. Es gilt daher auch weiterhin: Verbraucher sollten nichts in Sozialen Netzwerken veröffentlichen, was sie nicht auch am nächsten Tag im Fernsehen oder auf der Titelseite ihrer Tageszeitung über sich sehen wollen würden.

Facebook

 

Der Gründer des Facebook-Netzwerkes Mark Zuckerberg reiht sich ein in eine Riege bekannter Namen der Internet- und IT-Branche: Zuckerberg sagte, dass Privatsphäre als soziale Norm ausgedient habe, überkommen sei. Vielleicht verwechselt er, dass heute viele Menschen gerne Popstars wären mit der Abschaffung der Privatsphäre. Aber so richtig glauben mag man es ihm nicht: Über den privaten Herrn Zuckerberg ist wenig bekannt - selbst wenn er sein Profil mit der Nummer 1 regelmäßig mit Fotos und Statusmeldungen befüllt.

Für Schlagzeilen anderer Art sorgte derweil ein angebliches Interview mit einer Facebook-Angestellten: demnach wird jede Aktion, jeder Klick, jede Eingabe auf Facebook abgespeichert und gegebenenfalls mit Nutzerprofilen in Verbindung gebracht. Für den Verbraucherzentrale Bundesverband ist dies nicht ohne weiteres nachprüfbar. Die halbherzige offizielle Stellungnahme der Firma, die von "Ungenauigkeiten" und "Fehlinterpretationen" spricht, lässt derweil auch den Schluss zu, dass das Interview sogar noch untertreiben könnte. Zumindest könnte dieses Vorgehen eine Erklärung dafür sein, dass Neunutzer oft erstaunlich passende "Freundschaftsvorschläge" erhalten.

Scott McNealy (damals Sun-Microsoft-Geschäftsführer) sagte 2001: "Die Privatsphäre ist tot, man muss darüber hinwegkommen." Das ist auch heute nur der Traum jener, denen dies das Geschäftsmodell leichter machen würde.

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