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Onlinespiele
Checkliste
Probleme und Handlungsempfehlungen
Altersgerechte Spiele
Onlinespiele werden im Regelfall nicht auf jugendgefährdende Inhalte überprüft. Ob Gewalt oder Erotik: Die Anbieter müssen zwar dafür Sorge tragen, dass solche Darstellungen Kindern und Jugendlichen nicht zugänglich sind, zum Beispiel durch geeignete Altersverifikationssysteme. Ob sie sich daran halten, ist angesichts der Angebotsvielzahl kaum zu kontrollieren.
Gemeinsam mit ihren Kindern müssen Eltern daher altersgerechte Spiele und Websites aussuchen. Bei jüngeren Kindern sollten die Eltern auch darauf achten, dass Austausch mit anderen Spielern nicht unbeaufsichtigt stattfindet. Auch was den Umfang der Nutzung angeht, sollten Eltern und Kinder einen klaren zeitlichen Rahmen vereinbaren.
Ungeeignete Werbung
Um sich zu finanzieren, schalten viele Anbieter Werbung auf ihrer Website. Auch diese genügt oft nicht den Anforderungen des Jugendschutzes, etwa wenn für Erotik-Angebote oder Glücksspiele geworben wird. Umfassende Kontrollen lassen sich hier nicht durchführen.
Finden Eltern Werbung, die für Kinder ungeeignet ist, können sie sich beim Deutschen Werberat beschweren. Der spricht in begründeten Fällen eine öffentliche Rüge aus, die auch an Presse, Rundfunk und Werbeagenturen geht.
Lockangebote
Gratis spielen bis Level fünf, danach muss gezahlt werden: ein beliebter Trick, wenn es um die Finanzierung geht. Solche Lockangebote sollen die Lust am Spiel wecken und den Nutzer zum Abschluss eines Vertrages bringen.
Manchmal finanzieren sich Plattformbetreiber auch über den Verkauf zusätzlicher Extras für Spielfiguren oder bieten Abonnement-Modelle an, bei denen eine monatliche Nutzungsgebühr fällig wird.
Wer nicht zahlen möchte, muss rechtzeitig aus dem Spiel aussteigen. Elterliche Nerven werden geschont, wenn hierfür rechtzeitig Sorge getragen wird. Kostenpflichtige Zusatzobjekte sollten gemieden werden. Bei Abonnements sind Kündigungsfristen zu beachten.Datenschutz ist kein Spiel
Wenn Anbieter in ihren Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) und/oder Datenschutzbestimmungen schreiben, dass sie Nutzerdaten zu Werbezwecken verwenden wollen, geht es um Datenschutz. Es gilt der Grundsatz der Datensparsamkeit: so wenig Daten wie möglich preisgeben. Besser noch: Anbieter aussuchen, die Spiele ohne Registrierung anbieten. Falls eine E-Mail-Adresse verlangt wird, ist es sinnvoll, ein Pseudonym oder eine eigens für solche Zwecke eingerichtete Adresse zu verwenden. Bei Abmeldung vom Spiel besteht ein Rechtsanspruch auf Löschung aller eigenen Daten.
Auch unbewusst hinterlassen Spieler eine Datenspur: Durch Einsatz bestimmter Werkzeuge können Anbieter zum Beispiel nachvollziehen, wie lange ein Spieler Werbung gesehen hat. Über solche Daten und die Zuordnung zu einem Spieler kann der Anbieter Werbung gezielt auf den jeweiligen Nutzer zuschneiden. Erlaubt ist das nur, wenn der Spieler dieser Art von Werbung ausdrücklich zugestimmt hat.
Anbieter
Allgemeine Informationen
Arten von Spielen
Onlinespiele begeistern die Massen, insbesondere Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene. Woran das liegt? Für fast jedes Interesse ist etwas dabei: Action-, Denk- und Gesellschaftsspiele, Jump and Run, Shooter, Strategie, Simulation, Rollenspiele, Sport und vieles mehr. Reizvoll ist, dass einige Onlinespiele auch dann weiterlaufen, wenn einer der Mitspieler seine Teilnahme unterbricht. Andere Spiele haben so viele Levels, dass auch hier der Eindruck der Unendlichkeit entsteht. Vor allem bei den Rollenspielen übt es eine große Faszination aus, dass der Spieler mit anderen in Kontakt treten kann. Das gemeinschaftliche Handeln steht im Vordergrund. Dabei kommt es auf den Einzelnen an, der seine Fähigkeiten optimal einbringen muss und Anerkennung von den Mitspielern erfährt.
Onlinespiele unterscheiden sich nicht nur durch ihre Inhalte, sondern auch durch ihre grundlegende Organisation und technische Einbettung. Browser-Games sind Onlinespiele, die mittels eines normalen Web-Browsers wie dem Internet Explorer oder Firefox gespielt werden können. Ein Software-Download beziehungsweise die Installation eines Programms sind nicht erforderlich. Der Browser wird als Schnittstelle zwischen Spieler und Spielwelt genutzt. Bei Browser-Games handelt es sich oft um relativ einfache Spiele mit sehr geringen Einstiegshürden, die zu Beginn nur geringen Zeitaufwand erfordern.
Sehr beliebt sind die Massively Multiplayer Online Games (zu Deutsch etwa Spielermassenonlinespiel), kurz MMOGs. In den komplexen Spielwelten handelt der Spieler durch die eigene Spielfigur – dem sogenannten Avatar – und interagiert mit einer Vielzahl anderer Spieler. MMOGs sind häufig Rollenspiele: Der Avatar schließt sich – als elektronischer Stellvertreter des Spielers – einer Gruppe von Mitspielern an. Gemeinsam lösen sie Aufgaben oder Missionen und können dafür Punkte sammeln beziehungsweise die Fähigkeiten der eigenen Spielfiguren steigern. Im Lauf des Spiels entwickelt sich eine Spielfigur dadurch immer weiter und kann umfangreichere oder herausfordernde Aufgaben annehmen. Bei den MMOGs läuft die Spielhandlung auch dann weiter, wenn ein Spieler nicht online ist. So entsteht schnell das Gefühl, eine wichtige Entwicklung im Spielverlauf zu verpassen. Der Spieler steht unter dem Druck, sich um seine Gemeinschaft zu kümmern. Besonders bei Kindern und Jugendlichen gilt es hier, ein Zeitbudget festzulegen.
Virtuelle Welten wie Second Life sind keine Onlinespiele im engeren Sinne, werden aber häufig in diesem Zusammenhang diskutiert. Sie unterscheiden sich von Onlinespielen dadurch, dass es keine Spielregeln und Aufgaben gibt. Trotzdem bestehen Ähnlichkeiten zu den Onlinespielen – allen voran zu MMOGs. In virtuellen Welten wird der Spieler ebenfalls durch eine Spielfigur verkörpert. Diese handelt in der virtuellen Welt, führt dort ein Leben, steht in Kontakt zu anderen Spielern beziehungsweise deren Spielfiguren.
Wie sich Anbieter finanzieren
Nichts ist umsonst. Das gilt auch für auf den ersten Blick kostenlose Onlinespiele. Rechtliche und tatsächliche Probleme beim Spielen im Internet hängen häufig mit der Frage zusammen, wie sich der Anbieter finanziert. Die Abfrage von Nutzerdaten oder das Schalten von Werbung hängen mit den unterschiedlichen Erlösmodellen zusammen, die den Spieleportalen zugrunde liegen.
Einige Spiele setzen die Installation einer Client-Software auf dem eigenen Rechner voraus. Hier soll der Verkaufspreis der Basisversion, die entweder im Handel oder als Download erhältlich ist, Einnahmen bringen. Einige Portalbetreiber bieten Spiele im Abonnement gegen eine monatliche Nutzungsgebühr an. Beim Verkauf sogenannter Premium-Inhalte werden zusätzliche Objekte oder Spielvorteile an die Spieler verkauft. Wer seine Spielfigur mit besonderen Waffen ausstatten will, muss dafür in die Tasche greifen. Einen seltenen Fall stellen Modelle dar, die gegen Zahlung einer Gebühr ein werbefreies Spiel anbieten.
Beliebtes Mittel zur eigenen Finanzierung ist das Einblenden von Werbung. Sie erscheint entweder flankierend auf den Webseiten und Spieleportalen oder ist direkt ins Spiel eingebettet. Dieses so genannte „In-Game-Advertising“ gewinnt seit Jahren an Bedeutung. Geworben wird auf Kleidung oder Autos, die in dem Spiel auftauchen, aber auch auf Werbeplakaten und Sportarenen in der virtuellen Spielumgebung. In-Game-Advertising bei Spielen mit Internetverbindung bietet die Möglichkeit, zielgruppengerechte Werbung entsprechend dem aktuellen Spielerprofil aktiv in das Spielgeschehen einzublenden. Teilweise unterbricht die Werbung sogar den Spielverlauf und läuft als Spot ab.
Um den Spieler mit der Werbung möglichst direkt anzusprechen, sammeln die Anbieter dessen Daten. Dies geschieht offen über eine Abfrage bei der Anmeldung, aber auch versteckt über Clickstream-Analysen. So erhoffen sich die Anbieter, die Werbung gezielt auf das Spielverhalten und Vorlieben abzustimmen. Die Allgemeinen Geschäftsbedingungen oder Datenschutzerklärungen sind dann so ausgestaltet, dass sie entweder nur Werbung für Produkte des Anbieters zulassen oder sogar die Weitergabe der Daten an andere Unternehmen oder sogenannte Werbepartner ermöglichen, die ihrerseits Werbung an den Nutzer verschicken können.
Spezielle Software, die für die Einbettung von Anzeigen in Spielen erstellt wurde, kann Daten über das Spielverhalten erheben. So wird festgestellt, wie lange ein Spieler welche Werbung angesehen hat. Auf dieser Grundlage kann Werbung direkt auf ihn zugeschnitten werden. Diese Form von In-Game-Advertising ist nur zulässig, wenn der Spieler seine ausdrückliche Einwilligung erteilt hat.