- Startseite
- Webmaildienste

Webmaildienste
Checkliste
Probleme und Handlungsempfehlungen
Mit Daten sparsam sein
Bei der Registrierung beim Webmaildienst muss der Nutzer einige persönliche Daten angeben, soweit diese zur Begründung und Abwicklung des Vertrages erforderlich sind. Grundsätzlich sind das der Name, die gewünschte Mail-Adresse und das Passwort. Verlangt der Anbieter weitere Auskünfte, gilt der Grundsatz der Datensparsamkeit: so wenig Daten wie möglich preisgeben. Meldet der Nutzer seinen Account ab, muss der Webmaildienst die Nutzerdaten wieder löschen.
Werbung unerwünscht?
Einige Webmaildienste fragen nach Hobbys und Interessen, um den Nutzer anhand dieser Daten mit Werbeeinblendungen möglichst direkt anzusprechen. Beantworten muss der Nutzer diese Fragen nicht. Tut er dies doch, ist nicht auszuschließen, dass seine Daten auch ohne Einwilligung über das so genannte Listenprivileg weitergegeben werden. Das Listenprivileg ermöglicht die Weitergabe von Adressdaten und einem weiteren Datenpunkt – wie „spielt gern Computerspiele“ – an andere Unternehmen. Wer keine Werbung erhalten möchte, sollte also besser keine Angaben machen. Ungeachtet dessen steht es dem Adressaten frei, jederzeit der Nutzung seiner Daten für Werbezwecke zu widersprechen.
Bei Cookies wählerisch sein
Aber nicht nur die freiwillige Preisgabe von Daten spielt eine Rolle. Zahlreiche Webmaildienste setzen auf ihren Websites so genannte Session Cookies ein. Dabei handelt es sich um kleine Textdateien, die die Wiedererkennung eines Nutzers während einer Sitzung ermöglichen. Die Cookies werden im Browser gespeichert und bei Schließen des Browsers in der Regel wieder gelöscht. Bei vielen Betreibern sind diese Session Cookies Teil des Sicherheitskonzeptes.
Allerdings sollte sehr genau darauf geachtet werden, woher die Cookies stammen – also zum Beispiel ob vom Anbieter selbst oder einem Werbedienstleister. Auch der Typ des Cookies ist wichtig: Viele Werbedienstleister versuchen, still und heimlich, über „feste“ oder „persistent“ genannte Cookies (also solche mit extrem langem Haltbarkeitsdatum) mehr über den Benutzer und sein Surfverhalten herauszufinden, als dem gemeinen Verbraucher lieb ist.
Nicht zu vertraulich!
Die E-Mail-Korrespondenz liegt nicht auf dem eigenen Rechner, sondern beim Webmaildienst. Das stellt ein Sicherheitsrisiko für die eigenen Daten dar, weil nicht nur Absender und Empfänger die E-Mail in die Hände bekommen, sondern auch der Webmail-Anbieter und alle Eindringlinge, die sich das Nutzerkennwort oder auf anderem Weg Zugang zum Webmail-Konto verschafft haben. Für vertrauliche Informationen sind Webmaildienste und E-Mails insgesamt daher ungeeignet.
Anbieter
GMX, Web.de, GoogleMail, Freenet, Yahoo!-Mail, Arcor, AOL
Dies stellt keine Empfehlung dar. Es gibt darüber hinaus weitere Anbieter.
Allgemeine Informationen
Sichere E-Mail-Kommunikation
Die E-Mail ähnelt einer Postkarte: offen zu lesen für alle, die mit ihr zu tun haben. Eine unverschlüsselte E-Mail wird im Klartext versendet und durchläuft auf dem Weg zu ihrem Empfänger eine Vielzahl von Internetrechnern und Datenleitungen. Das Briefgeheimnis gilt hier nicht.Damit die E-Mails vertraulich bleiben, sollte sie der Nutzer daher verschlüsseln. Zwei gängige Verschlüsselungsprogramme sind GnuPG (GNU Privacy Guard) und PGP (Pretty Good Privacy). Sie sind sehr sicher und leicht zu bedienen. Allerdings muss auch die Gegenseite diese Verschlüsselungsmechanismen unterstützen.
Die elektronische Kommunikation hat weitere Nachteile: So ist es möglich, den Inhalt von E-Mails während der Übertragung zwischen Absender zum Empfänger zu manipulieren, zu speichern oder auszuwerten. Auch das Abspeichern von an die E-Mails angehängten Dateien ist denkbar einfach. Fotos, Lebenslauf oder auch die aktuellen Quartalsergebnisse – keiner dieser Inhalte ist sicher. Sogar der Absender selbst lässt sich leicht verfälschen.
Wenn die E-Mail dem Absender rechtsverbindlich zugeordnet werden soll, muss eine digitale Signatur verwendet werden. Sie stellt sicher, dass er wirklich der Absender der E-Mail ist. Auch hier bieten Verschlüsselungsprogramme die Lösung: Mit ihrer Hilfe lassen sich E-Mails digital signieren. Sind die E-Mails verschlüsselt, lässt sich auch deren Inhalt nicht mehr verfälschen.
Ein Webmaildienst lässt sich von jedem beliebigen Rechner mit Internetzugang nutzen. Das ist ein großer Vorteil. Im Hinblick auf die Datensicherheit sollte sich der Nutzer aber einige Gedanken machen: Auf keinen Fall das Passwort speichern und an das Logout (also die Abmeldung vom Webmaildienst) denken. Das Passwort sollte nicht zu einfach sein und aus Ziffern, Buchstaben und Sonderzeichen bestehen. Es sollte nicht für Online-Banking oder andere vertrauliche Dienste verwendet werden.
So finanzieren sich Anbieter
Kostenlose Webmaildienste finanzieren sich meist über den Verkauf von Werbeflächen.
Der Nutzer muss dann zum Beispiel in Kauf nehmen, dass der Webmail-Anbieter am Ende der E-Mails eine oder mehrere Zeilen mit Werbung einfügt oder auf seinen Seiten Werbung schaltet oder Newsletter versendet. Die Möglichkeit, für eigene Produkte zu werben, behält sich der Webmaildienst meist in seinen Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) vor.
Um sich zu finanzieren, erheben einige Anbieter eine Grundgebühr. Einige E-Mail-Dienste bieten gegen Bezahlung eine gänzlich werbefreie Nutzung an.
Was Webmaildienste darüber hinaus anbieten
Webmaildienste bieten meist eine Reihe von Zusatzfunktionen, die über die Kommunikation per E-Mail hinausgehen.
Dazu gehören verschiedene Sicherheitseinrichtungen wie die Überprüfung der E-Mails auf Viren und Spamblocker. Viele Dienste bieten die Möglichkeit, per SMS oder Fax zu kommunizieren oder einen Anrufbeantworter zu nutzen. Der Nutzer erhält dann vom Webmail-Provider eine "Telefon"-Nummer, über die Fax, SMS und Telefonanrufe eingehen. Alle drei Nachrichtentypen werden an die Webmail-Adresse weitergeleitet und erreichen den Empfänger als E-Mail.
Checklisten und Materialien
"Ausgewählt, geprüft, bewertet" - welcher Dienst am besten abschneidet, sagt Ihnen die Stiftung Warentest.
Technische Hinweise
- Worauf sollte man aus technischer Sicht bei der Anbieterwahl achten?
- Wie funktioniert Verschlüsselung?
- Wie kann man sich vor Viren und Spam schützen?
Viele nützliche Tipps zur sicheren Nutzung von E-Mail finden Sie auf den Webseiten unseres Partnerprojektes.