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Das Projekt Verbraucherrechte in der digitalen Welt endet am 31.12.2015, so dass diese projektbezogene Internetseite www.surfer-haben-rechte.de nicht mehr weiter aktualisiert werden kann.

Werbung für Kinder: Klicke jetzt hier!

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Wie Kinder Werbung im Netz erkennen und damit umgehen

Das Hans-Bredow Institut hat im Auftrag der Landesanstalt für Medien Nordrhein-Westfalen und des Familienministeriums Werbung auf 100 beliebten Webseiten, die gerne von Kindern genutzt werden, untersucht.

Die Studie wurde vergangene Woche auf einer Tagung vorgestellt, das Ergebnis: Kinder erkennen Werbung häufig nicht. Denn schon für Erwachsene ist die Ausgangslage unübersichtlich: Pop-Ups, Bannerwerbung, Overlay-Werbung, Pre-Rolls, die sich etwa vor Youtube-Filme setzen, Logoeinblendungen oder Gewinnspiele sind die üblichen Formen, denen wir alle im Internet begegnen.

Auch Kinder- und Jugendwebseiten sind da keine Ausnahme. Die Studie stellt fest, dass die Hälfte der untersuchten Webseiten Werbung einblendet und sich dort im Schnitt zwei Werbeblöcke befanden, meistens als einfache Bannerwerbung.

Wie erkennen Kinder Werbung?

Für Kinder ist es besonders schwierig, Werbung als solche zu erkennen und richtig einzuordnen. Ein Drittel der Webseiten kennzeichnet die Werbung nicht ausreichend, was es Kinder zusätzlich erschwert oder gar unmöglich macht zwischen Werbung und Inhalten zu unterscheiden. Dort, wo eine Kennzeichnung stattfand, wurde allerdings „Werbung“ oder „Anzeige“ für Kinder verwendet, im Unterschied zu eher verschleiernden Formulierungen wie „Ad“ oder „Promotion“.

Interessant auch: Zwar kennen so gut wie alle 6- bis 11-Jährigen den Begriff „Werbung“ und wissen, was gemeint ist. Aber nur gut drei Viertel der Kinder haben im Internet nach eigener Aussage schon einmal Werbung gesehen. Und nur ein Fünftel der von den Forschern befragten Kinder war in der Lage, alle Werbebotschaften im Internet zu erkennen, aber immerhin 84 Prozent der Kinder schaffte es, mehr als die Hälfte der Werbebotschaften zu entdecken.

Klicke jetzt hier – über Umwege direkt in den Shop

Bei der Präsentation der Studie ging die Dr. Anne Schulze vom Hans-Bredow-Insitut noch auf einen weiteren Aspekt ein, der auch uns vom Surfer-haben-Rechte-Projekt schon länger beschäftigt: Denn etwa jede siebte Anzeige habe einen „stark appellativen Charakter“ gehabt Formulierungen wie „Jetzt hier klicken!“, „Erfahre mehr!“, „Hast du kurz Zeit, dir das Angebot anzusehen? lenken Kinder und Jugendliche auf die von den Werbern gedachten Seiten und dienen damit häufig als mittelbare Kaufaufforderung. Wenn das Online-Spiel als Medieninhalt sich dann mit dem Produkt vermischt, gelangen Kinder so über einen kleinen Umweg direkt in den Herstellershop, etwa von Lego oder Playmobil.

Datenhunger auch schon gegen Kinder gerichtet

Carola Elbrecht vom Surfer-haben-Rechte-Projekt wies bei der Präsentation auch darauf hin, dass schon die Kleinsten Opfer des Datenhungers der Konzerne werden, um die Produkte noch besser vermarkten zu können: „Es ist nicht in Ordnung, wenn Kinder mit Gewinnspielaktion dazu verleitet würden, ihre persönlichen Daten einzugeben.“

Was tun?

Damit Eltern und Pädagogen nicht ratlos vor der Online-Werbung zurückbleiben, hat die Landesanstalt für Medien NRW mit dem Familienministerium einen Ratgeber herausgegeben. Der Ratgeber gibt Tipps zum Thema Datenschutz, Umgang mit Werbung und Apps fürs Smartphone als Datenschutzprobleme.

Und auf klicksafe.de, schau-hin.info und internetabc.de finden Sie außerdem Informationen, wie sie Werbung zum Beispiel ganz blocken können und welche Webseiten für Kinder besonders geeignet sind.