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Ich will doch nur spielen: Facebook-Apps

Ich will doch nur spielen: Facebook-Apps

Bei Facebook gibt es die Möglichkeit, Apps zu nutzen. Dies sind Programme, die von Drittanbietern für Facebook zur Verfügung gestellt werden, oft Spiele, Umfrage oder Quizze. Wird eine solche Anwendung installiert, ist sie fortan Teil des Profils. Doch hier ist Vorsicht geboten!

Die Anwendungen haben immer Zugriff auf die „öffentlichen" Daten. Dazu gehören der Name, das Profilbild, das Geschlecht, die Netzwerke, die Nutzerkennnummer und die Freundesliste. Darüber hinaus können die Drittanbieter auf alle Daten zugreifen, die "öffentlich" eingestellt sind. Daher sollten Informationen, die man nicht mit allen teilen möchte, in den Privatsphäre-Einstellungen in "Freunde“ eingestellt werden.

Facebooks App Center

Im Juli 2012 hat Facebook auf seiner Plattform ein sogenanntes App Center eingerichtet, wo alle Apps vorgestellt und erklärt werden. Im Gegensatz zu vorher, wird vor der Installation der App nicht mehr in einem Hinweisfenster angezeigt, auf welche Informationen die Anwendung noch zugreift. Nunmehr gibt der Nutzer mit einem arglosen Klick auf den Button "Spiel spielen" seine Einwilligung zur umfassenden Datennutzung und -weitergabe. Nur unterhalb des Buttons in kleiner hellgrauer Schrift findet sich eine Auflistung der umfassenden Datennutzung. So räumen sich die Drittanbieter zum Beispiel die Erlaubnis ein, auf den Chat, die Informationen der Freunde und die persönliche Kontaktdaten zuzugreifen sowie auf die Pinnwand des Nutzers zu posten.

Eine solche umfassende Datenweitergabe an Dritte ist nach deutschem Recht ohne die bewusste und eindeutige Einwilligung eines Nutzers gar nicht erlaubt. Hinzu kommt, dass der Button "Spiel spielen" dem Nutzer gar nicht klar macht, dass er in eine Datenweitergabe einwilligt. Dementsprechend kann der Nutzer auch nicht sein Recht auf Auskunft oder Löschung der Daten ausüben.

Facebook bietet lediglich in den Privatsphäre-Einstellungen an, dem Posten von Anwendungen im Namen des Nutzers zu widersprechen. Dieses Opt-Out genügt den Anforderungen des Datenschutzrechts nicht.  Facebook verschlechtert mit der Einführung des App-Centers den Datenschutz mal wieder, anstatt ihn zu verbessern. Facebook-Nutzer sollten sich daher immer die Frage stellen, ob das kostenlose Spielen die umfassende Nutzung ihrer Daten durch Dritte rechtfertigt.  

Vorsicht! Weitergabe von Daten von Freunden

Besonders problematisch ist darüber hinaus, dass Anwendungen immer Zugriff auf die Freundeslisten haben und sich häufig das Recht einräumen, auch auf die Informationen von Freunden zu greifen zu dürfen. So gibt der Nutzer auch immer Daten über seine Kontakte mit heraus - ohne deren Zustimmung. Selbst wenn der Nutzer keine eigenen Anwendungen benutzt, werden Daten an Dritte weitergeben, wenn der Nutzer mit einem aktiven App-Nutzer befreundet ist. Um den ungewollten Datenaustausch nur auf die „öffentlichen Daten“ einzuschränken, muss man die voreingestellten Häkchen bei „von anderen Nutzern verwendete Anwendungen“, entfernen. Möchte man darüber hinaus auch eine Weitergabe der „öffentlichen Daten“ unterbinden, müssen Anwendungen grundsätzlich deaktiviert werden.

  • Stand: 
    Montag, Oktober 27, 2014