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Das Projekt Verbraucherrechte in der digitalen Welt endet am 31.12.2015, so dass diese projektbezogene Internetseite www.surfer-haben-rechte.de nicht mehr weiter aktualisiert werden kann.

Kostenfallen und Werbung

Kostenfallen und Werbung

Werbung zielt schon auf die Kleinsten. Nicht immer ist das in Ordnung, denn Kinder brauchen besonderen Schutz - auch vor Werbung.

Mit dieser Waffe bist Du unbesiegbar!

Gratis spielen bis Level fünf, danach muss gezahlt werden: ein beliebter Trick, wenn es um die Finanzierung von zunächst kostenlosen Spielangeboten geht. Solche Lockangebote sollen die Lust am Spiel wecken und den Nutzer zum Abschluss eines Vertrages bringen. Hier gilt: Ohne die vorherige Einwilligung der Eltern können Jugendliche bis zu einem Alter von 18 Jahren keine Verträge eingehen, aus denen ihnen Kosten entstehen. Das ist ein besonderer Schutz für Minderjährige, den das Bürgerliche Gesetzbuch vorsieht.

Die Eltern können einen solchen Vertrag übrigens auch im Nachhinein genehmigen. Kein Einverständnis der Eltern zum Abschluss des Vertrags braucht der Jugendliche, wenn er das Onlinespiel mit dem Geld gekauft hat, das ihm seine Eltern zur Verfügung gestellt haben (also zum Beispiel mit seinem Taschengeld).

Ebenfalls ein beliebter Trick der Anbieter, um Geld zu verdienen: Damit das Spiel weiter geht, muss der Nutzer virtuelle Waffen oder ähnliches kaufen. Häufig kann man über das Handy oder das Festnetz-Telefon bezahlen. Den Kindern und Jugendlichen wird damit der Kauf von virtuellen Gütern sehr leicht gemacht. Auch hier gilt: Der Vertrag ist nur wirksam, wenn die Eltern damit einverstanden sind oder wenn für den Kauf das Taschengeld verwendet wurde. Kinder unter sieben Jahre können keine Verträge abschließen!

In die Kostenfalle getappt?

Zugegeben: Kein Problem, das nur die jungen Nutzer betrifft. In die Kostenfalle kann jeder tappen! Denn immer wieder sind Angebote im Internet so aufbereitet, dass nicht klar ist, dass sie kostenpflichtig sind. Oft geht es um Dienste, die es an anderer Stelle im Netz umsonst gibt, zum Beispiel Video-Player und Anti-Viren-Software.

Wichtig: Minderjährige – also junge Leute bis sie 18 Jahre alt werden – können keine Verträge abschließen, aus denen ihnen Kosten entstehen! Wenn Jugendliche einen solchen Vertrag abschließen wollen, brauchen sie die vorherige Einwilligung oder die nachträgliche Genehmigung der Eltern. Haben sie diese nicht, ist der Vertrag ohnehin nicht wirksam. Das kann man dem jeweiligen Anbieter entgegenhalten, wenn er versucht, das Geld aus dem angeblich geschlossenen Vertrag geltend zu machen.

Aber auch ansonsten sind solche untergeschobenen Verträge in vielerlei Hinsicht rechtlich angreifbar. Deshalb sollte man sich im Zweifel gegen unberechtigte Rechnungen zu Wehr setzen. Unterstützung bieten die Verbraucherzentralen unter www.verbraucherzentrale.de.

Die Verbraucherzentrale NRW bietet darüber hinaus zur Information ein kostenloses Faltblatt „Erst durchblicken - dann anklicken!“ zum Download an.

Weitere Tipps rund um Kostenfallen bietet Ihnen auch das Bundesverbraucherministeriums (BMELV).

Die Rattenfänger von Hameln: Kinder im Werbefokus

Wenn Kinder im Internet unterwegs sind, begegnet ihnen Werbung – und zwar ganz unmittelbar und unumgänglich auch auf Webseiten, die eigenes für Kinder gemacht sind. Der Haken daran: Die Werbung ist einerseits nicht immer kindgerecht und andererseits häufig nicht als Werbung zu erkennen.

Klar ist, dass ein umfassendes und kostenloses Internetangebot für Kinder auch finanziert werden muss. Auch dass dies zum größten Teil über Werbung erfolgt, ist verständlich. Problematisch wird die Einbindung von Werbung auf Kinderseiten aber dann, wenn Kinder nicht erkennen können, dass es sich um Werbung handelt. Deshalb müssen zum einen die Anbieter von Kinderseiten im Internet ihre Werbung so gestalten, dass auch Kinder diese als Werbung erkennen. Zum anderen sollten die Eltern und Schulen die Werbe- und Medienkompetenz der Kinder fördern.

Stolpert ein Nutzer über nicht kindgerechte Werbung im Internet, kann er sich an die Beschwerdestelle von jugendschutz.net wenden.

Wie aus Kindern Kunden werden: Werbung auf Kinderseiten

Klar ist, dass ein umfassendes und kostenloses Internetangebot für Kinder auch finanziert werden muss. Auch dass dies zum größten Teil über Werbung erfolgt, ist verständlich. Problematisch wird die Einbindung von Werbung auf Kinderseiten aber dann, wenn Kinder nicht erkennen können, dass es sich um Werbung handelt.

Gerade wenn sich das Spielangebot der Seiten auch an Kinder richtet, ist ein besonderes Augenmerk auf die Einhaltung der rechtlichen Regelungen zu richten. Gesetzliche Grundlagen für Onlinewerbung, die sich an Kinder richtet, finden sich im Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb (UWG), im Telemediengesetz (TMG) sowie im Jugendmedienschutz-Staatsvertrag (JMStV).

Demnach muss Werbung klar vom redaktionellen Inhalt der Webseite getrennt sein und darf nicht auf entwicklungsbeeinträchtigende Inhalte wie Gewaltspiele verlinken. Eine Trennung zwischen Inhalten der Webseite und Werbung ist auf Kinderspielseiten noch strikter vorzunehmen als bei Erwachsenen. Insofern orientiert sich der Maßstab des Trennungsgrundsatzes nicht an dem „durchschnittlichen Verbraucher“, sondern vielmehr an der Nutzergruppe, die mit der Werbung und den Inhalten konfrontiert wird, in diesem Fall den Kindern. Diese sind nicht wie Erwachsene in der Lage zu beurteilen und danach zu differenzieren, ob es sich bei bestimmten Formen von Werbung um ein Spiel des Seitenbetreibers selbst oder ob es sich um die Werbung eines dritten Unternehmens handelt.

Das Besondere an Kinderseiten im Internet ist, dass sie häufig insgesamt ein sehr spielerisches Layout haben. Solche Webseiten arbeiten mit bewegten Bildern und weniger mit Text, um auch für eine jüngere Zielgruppe, deren Lese- und Schreibkompetenz noch nicht so ausgeprägt ist, ansprechend zu sein. Gerade dieser Umstand macht es Kindern besonders schwer zwischen Werbung und Inhalt auf solchen Spielewebseiten zu unterscheiden. Ein Klick in dem Glauben, das Kind startet ein Spiel und schon beginnt ein Werbefilm oder es wird umgeleitet auf eine Unternehmensseite oder gar auf nicht altersgerechte Inhalte, wie Horror- , Gewinn- oder Quizspiele, die den Tod errechnen sollen.

Darüber hinaus ist Werbung im Internet im Gegensatz zum Fernsehen immer direkter. Es besteht keine Möglichkeit sich der Werbung zu entziehen. Schließlich gibt es im Internet keine Werbeblöcke. Vielmehr begegnet dem Nutzer Werbung überall, nicht immer lässt sie sich wegklicken, häufig wirkt sie störend.

  • Stand: 
    Montag, Oktober 27, 2014