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Das Projekt Verbraucherrechte in der digitalen Welt endet am 31.12.2015, so dass diese projektbezogene Internetseite www.surfer-haben-rechte.de nicht mehr weiter aktualisiert werden kann.

Was sind Lokalisierungsdienste und wie funktionieren sie?

Was sind Lokalisierungsdienste und wie funktionieren sie?

GPS, WLAN oder UMTS bieten die Möglichkeit, die Position des Nutzers zu ermitteln. Das machen sich einige Apps zu Nutze. 

Was sind Lokalisierungsdienste?

GPS, WLAN oder UMTS bieten die Möglichkeit, die Position des Nutzers zu ermitteln. Das Smartphone erkennt so, ob der Nutzer sich gerade auf der Arbeit, zu Hause oder im Restaurant befindet. Mit Hilfe von Lokalisierungsdiensten kann der Nutzer dann an dem ermittelten Standort einchecken und sieht, wer von seinen Freuden sich noch dort befindet, wer vor kurzem da war und wer häufig diesen Ort besucht. Zu jedem eingecheckten Ort kann der Nutzer Kommentare verfassen, Bilder hochladen oder auch Tipps für andere Nutzer hinterlassen. Solche Dienste bieten einige Vorteile: Entdecken neuer Orte, Erstellen von Urlaubstagebüchern und spontane Verabredungen mit Freunden. Trotzdem ist Vorsicht geboten. Standortdaten geben Aufschluss über die Gewohnheiten und Interessen der Nutzer. Die Daten werden häufig an die besuchten Unternehmen und Geschäfte weitergeben, damit diese ihre Werbung und Aktionen genau auf den Nutzer zuschneiden können.

Wie funktioniert die Ortung

GPS, WLAN und das Mobilfunknetz sind die „normalen“ Techniken dafür. Smartphones und Tablets sind – wie die Navigationsgeräte im Auto – mit einem GPS-Empfänger ausgerüstet, der über Satelliten die Position des Geräts auf einige Meter genau bestimmen kann. GPS ist – anders als beispielsweise der GSM-Standard der Mobilfunknetze – ein passives Protokoll. Das heißt, dass ein Mobiltelefon durch eine GPS-Ortung die eigene Position ermitteln kann, nicht jedoch umgekehrt. Sprich: Das Smartphone kann nicht durch die GPS-Satelliten geortet werden. Da das Endgerät nur Funksignale empfängt, aber selbst keine Daten sendet, ist die reine Nutzung von GPS kostenlos.

Ortung durch das Mobilfunknetz

Für die Ortung im Mobilfunknetz gibt es mehrere Möglichkeiten, die über Antennen und den damit verbundenen Funkzellen der jeweiligen Netzbetreiber funktionieren. Diese Funkzellen haben einen unterschiedlich großen Durchmesser. In städtischen Gebieten ist er ca. 200–300 Meter, auf dem Land kann er gut 35 Kilometer groß sein. Das Smartphone ermittelt, in welcher Funkzelle es sich befindet und kann mit Informationen über die angrenzenden Funkzellen eine Ortung auf etwa 50 Meter durchführen. Auf dem Land kann die Abweichung wegen der Größe der Zellen jedoch mehrere Kilometer betragen. Vorteil des Verfahrens ist seine hohe Geschwindigkeit, allerdings können bei dieser Technik zusätzliche Kosten für den Verbraucher auftreten. Auch verschiedene Unternehmen – wie beispielsweise Google – sammeln systematisch die Standorte von Mobilfunkmasten. Dies geschieht u. a. durch die Übertragung von Informationen die bei der Nutzung von Google Maps anfallen. Wird dabei ein das Endgerät des Nutzers über GPS geortet, wird gleichzeitig mit den GPS-Daten die Kennnummer der entsprechenden Funkzelle zu Google übertragen und dort in den Datenbanken gespeichert. Dadurch ist Google nun auch der Standort der jeweiligen Funkzelle bekannt und kann diese Information in Zukunft zur Ortung verwenden.

Ortung durch WLAN

Die Ortung über WLAN ähnelt der Ortung über das Mobilfunknetz. Auch WLAN-Zugangspunkte verfügen über eine eindeutige Kennnummer, die von den Endgeräten erfasst werden kann. Diese Kennnummer wird anschließend an einen zentralen Dienst gesendet, bei dem die Standorte der Zugangspunkte gespeichert sind und so der Standort des Nutzers ermittelt. Dazu muss das Gerät nicht mit dem entsprechenden WLAN verbunden, sondern nur in Empfangsreichweite sein.Auch bei diesen zentralen Diensten handelt es sich oftmals um Unternehmen wie Microsoft, Google oder Apple, die die Standorte der WLAN-Zugangspunkte – analog der Standorte von Mobilfunkmasten - durch die (oft unbewusst) übertragenen Nutzungsdaten ihrer Kunden erfassen. Google hat ferneraußerdem seine Kamerawagen, die die Bilder für Google Street View schossen, mit WLAN-Empfängern ausgestattet, um die Standorte der Zugangspunkte zu erfassen. Die Ortung über WLAN ist sehr schnell und funktioniert auch innerhalb geschlossener Räume gut. Allerdings müssen für die Peilung auch dem Dienst bekannte WLAN-Zugangspunkte in Reichweite des Endgeräts sein. Je mehr Standorte von Zugangspunkten jedoch in den Datenbanken gespeichert sind, umso genauer wird die Peilung. Derzeit kann oftmals eine Genauigkeit von drei bis fünf Metern erreicht werden. Da allerdings Daten über das Internet zwischen dem Endgerät und den Dienste-Servern übertragen werden, kann es auch hier es für die Verbraucher zu zusätzlichen Kosten kommen.

  • Stand: 
    Montag, Oktober 27, 2014