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Quantified-Self: Was ist das und wie funktioniert das?

Quantified-Self: Was ist das und wie funktioniert das?

Mit Quantified-Self lassen sich persönliche Körperdaten erfassen, um die Selbsterkenntnis und Selbstmotivation zu steigern. So zumindest die abstrakte Definition. Doch was steckt tatsächlich dahinter?

Was bedeutet Quantified-Self ?

Der Alltag der Menschheit ist mittlerweile dadurch geprägt, dass ständig und überall Daten elektronisch erfasst und verarbeitet werden - mal mehr, mal weniger freiwillig, mal selbstbestimmt, mal unbemerkt vom Nutzer. Datenströme fallen in vielen Lebensbereichen an,  zum Beispiel durch die elektronische Gesundheitskarte, in einem Sozialen Onlinenetzwerk oder beim Surfen im Internet.

Der Wunsch nach Datenerhebung und –verwendung verlagert sich mittlerweile auch auf den sehr persönlichen Bereich der Menschen. Zunehmend zeichnet sich ein Trend dahingehend ab, die eigenen Körperdaten aufzuzeichnen, auszuwerten und zu analysieren. Quantified-Self, Lifestyle- oder Fitness-Apps, Live-Tracker, Lifelogging, Selftracking, Self-Hacking, das sind die Schlüsselbegriffe, die im Kontext für eine vom Nutzer bewusste und gewollte Vermessung des eigenen Körpers, des Verhaltens, der Ernährung und Gesundheit oder der Gewohnheiten stehen.

Wie funktionieren die Quantified-Self Dienste?

Einen Trainingsplan erstellen, Trainingsverlauf, Entwicklung und Zielsetzung manuell überwachen und auswerten? Das war gestern. Heutzutage wird das manuelle Erfassen der Daten ersetzt durch Apps, die entweder per GPS oder mittels kleiner mit Bewegungssensoren versehenen Geräte in Form von Armbändern, Brust- oder Pulsgurten, Sticks oder Clips die Daten übermitteln.

Je nach Ausgestaltung und Vielseitigkeit des Dienstes wird jeder Schritt, jede Bewegung, jede Inaktivität (wie Ruhe- und Schlafphasen) mehr oder weniger genau erfasst. Durch die vorherige Eingabe weiterer gesundheitlicher und körperlicher Daten wie Allergien, Größe, Gewicht, Alter und Geschlecht kann zum Beispiel der tägliche Kalorienverbrauch oder die Überprüfung und Steigerung der körperlichen Fitness errechnet werden.

Behilflich sind hierbei spezielle Zusatzprogramme in Form von teilweise kostenpflichtigen Apps für Smartphones oder auch Tablets. Die Auswertungsergebnisse können mittels W-Lan, USB-Stick oder Bluetooth auf den heimischen Computer übertragen, Statistiken geführt und bei Bedarf beispielsweise das Trainingsprogramm angepasst werden. Über (Miss-) Erfolge können sich Nutzer in Foren und Blogs austauschen, Fotos und Rezepte hochladen und untereinander ihre Erfahrungen austauschen und sich gegenseitig Tipps geben.

Wozu soll Quantified-Self gut sein?

Die Hintergründe und Motive zur sogenannten Selbstvermessung sind vielseitig. Angefangen von der gewünschten Gewichtsreduktion oder Überprüfung und Steigerung der körperlichen Fitness einschließlich des Muskelaufbaus, aber auch als Instrument der Selbstbeobachtung und Analyse des eigenen Verhaltens, der Ernährung, der Gesundheit oder körperlicher Reaktionen auf bestimmte innere und äußere Einflüsse durch die Ernährung oder Umwelt.

Ebenso spielt der Ehrgeiz, sich nicht vom eigenen Körper „treiben zu lassen“, sondern aktiv darauf Einfluss zu nehmen und positive Veränderungen zu spüren, eine nicht zu unterschätzende Rolle bei der Reise ins Ich.

So kann zum Beispiel die Berechnung der Fettverbrennung bei bestimmten körperlichen Aktivitäten mit dem Ziel der Gewichtsreduktion, das Beobachten eines Leistungshochs durch die Aufnahme spezieller Lebensmittel zu einer bestimmten Tageszeit unter Berücksichtigung des eigenen Biorhythmus oder die Ermittlung stressauslösender Faktoren, Motivation sein, seinen eigenen Körper und sein Verhalten einer ständigen Kontrolle zu unterwerfen. Aber auch die schlichte Freude am persönlichen Daten- und Zahlenmaterial sowie an statistischen Auswertungen kann Antrieb für diese Art der akribischen Selbstbeobachtung sein.

Wunderwaffe Quantified-Self-Apps?

Oberstes Gebot ist jedoch, diesen Diensten nicht blind zu vertrauen. Sie können anspornend und motivationstreibend sein. Dennoch ist es immer wichtig, in erster Linie den eigenen Körpersignalen zu vertrauen und bei der Nutzung solcher Dienste etwaige Messungenauigkeiten der Geräte im Blick zu haben.

  • Stand: 
    Montag, Oktober 27, 2014