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Das Projekt Verbraucherrechte in der digitalen Welt endet am 31.12.2015, so dass diese projektbezogene Internetseite www.surfer-haben-rechte.de nicht mehr weiter aktualisiert werden kann.

Streaming kurz erklärt

Streaming kurz erklärt

Streaming bezeichnet den Vorgang der Datenübertragung, bei dem der Nutzer unmittelbar auf den Inhalt zugreifen kann. Das Endgerät empfängt Daten, die gleichzeitig abgespielt werden, ohne dabei den kompletten Inhalt dauerhaft herunterzuladen. Somit ist kein Speichern auf einem Endgerät erforderlich. Das ist praktisch, aber auf ein paar Dinge müssen Sie achten.

Was ist Streaming genau?

Streaming wird unterschieden in Livestream (z.. B. laufende Fernsehsendungen, Sportereignisse usw.) und On-Demand-Stream (Mediatheken, YouTube usw.). Bei Live-Streams kann das Programm direkt über die Website der TV-Sender angesehen werden, so als würde man Zuhause vor dem Fernseher sitzen. Die Daten werden unabhängig vom Server ausgetauscht und der Nutzer kann sich beispielsweise das Fußballspiel kostenlos ansehen. Bei den On-Demand-Streaming-Diensten hat der Nutzer die Möglichkeit im Gegensatz zum Live-Streaming den Film vor- oder zurückzuspulen. Damit dies funktioniert, werden die Daten des Empfängergeräts zwischengespeichert.

Anhören: ja – speichern: nein!

Regelmäßig haben Anbieter in ihren Allgemeinen Geschäftsbedingungen vorgesehen, dass eine Speicherung der Musik/Videos oder Filme nicht erlaubt ist. So dürfen beispielsweise Videos nur direkt über YouTube angesehen, nicht aber heruntergeladen werden. Bei registrierten Nutzern kommt es darauf an, ob der Nutzer mit den AGB einverstanden ist und diese wirksam in den Vertrag einbezogen wurden und ob es sich um zulässige Klauseln handelt. Wer also kein Benutzerkonto bei YouTube angelegt und dabei ein Häkchen unter die Bedingungen gesetzt hat, für den gelten sie nicht. 

Streaming-Portale – alle legal?

Musik oder Radio hören, Filme oder Serien im Fernsehen schauen. Von diesem sogenannten reinen Werkgenuss ist das Urheberrecht nicht betroffen, weil es keine Verwertung des Werkes im Sinne des Urheberrechts darstellt. Für den Nutzer ist Streaming genau das gleiche: Musik hören nicht über das Radio oder den CD-Player, sondern einfach und schnell über das Internet.

Technisch entsteht beim Streaming aber kurzfristig immer eine Kopie. Ob deswegen das Streaming juristisch anders beurteilt werden muss, als wenn man einen Film im Fernsehen anschaut, ist sehr umstritten und bislang nicht gerichtlich geklärt. Viele Streaming-Portale umgehen dieses rechtliche Problem, indem sie Lizenzen für die Musik oder Filme erwerben und der Nutzer eine monatliche Gebühr fürs Anhören oder Ansehen bezahlt. Die Nutzung solcher Streaming-Dienste ist dann vollkommen legal.

In einer rechtlichen Grauzone bewegen sich Nutzer bei illegalen Portalen wie kino.to oder kinox.to. Ein Anhaltspunkt für solche Portale kann sein, dass brandaktuelle Filme, die gerade im Kino laufen oder das gerade erschienene Album der Lieblingsband oder auch Serien, die noch gar nicht im deutschen Fernsehen ausgestrahlt werden, umsonst abrufbar sind. Vieles spricht zwar auch hier dafür, dass das bloße Anschauen per Streaming erlaubt ist. So kann die beim Streaming erstellte Kopie als  „flüchtige” Kopie gewertet werden, die durch eine Sonderregel im Urheberrechtsgesetz ausdrücklich erlaubt ist. Und selbst, wenn diese Sonderregel für Streaming nicht gelten sollte, kann die durch das Streaming erstellte Kopie unter die Privatkopie-Regel fallen. Wenn es zum Beispiel nicht gerade der brandaktuelle Kinofilm ist, kann man als Nutzer nur sehr selten von „offensichtlich rechtswidrig” hochgeladenen Musikstücken oder Videos ausgehen. Sicher ist aber sicher – daher sollten Sie solche Portale meiden und legale Angebote nutzen. 

  • Stand: 
    Montag, Oktober 27, 2014