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Das Projekt Verbraucherrechte in der digitalen Welt endet am 31.12.2015, so dass diese projektbezogene Internetseite www.surfer-haben-rechte.de nicht mehr weiter aktualisiert werden kann.

Recht auf Löschen

Recht auf Löschen

Es ist immer hilfreich, ab und zu im Netz mal nach sich selbst zu suchen. Nur so können Sie feststellen, welche Informationen über ihn im Internet verbreitet sind. Aber wie löschen Sie Suchergebnisse, die veraltet sind oder nicht stimmen?

Nicht immer gibt es nur erfreuliche Berichte. Sollten Sie Suchergebnisse finden, die unwahr sind oder die sie in einem schlechten Licht dastehen lassen,wenden Sie sich zuerst an den Webseitenbetreiber. Die Überschriften der Suchergebnisse und der Text der URL stammen nämlich nicht von den Suchmaschinenbetreibern selbst. Vielmehr stellen diese die Suchergebnisse nur zusammen.

Recht auf Löschen

Im Mai 2014 hat der Europäische Gerichtshof ein wegweisendes Urteil gefällt: Google und andere Suchmaschinenbetreiber sind demnach selbst verantwortlich für die Inhalte, die sie in ihren Ergebnislisten anzeigen. Und Verbraucher haben mit diesem Urteil nun das Recht, bestimmte Ergebnisse aus den Suchergebnissen löschen zu lassen.
Der EuGH musste bei diesem Urteil zwischen den Persönlichkeitsrechten der Nutzer und der Meinungs- und Pressefreiheit abwägen. Deshalb gibt es einige Einschränkungen.

Es können nur Suchergebnisse des eigenen Namens, die veraltet oder irrelevant sind, gelöscht werden. Wer also „Marie Schmidt“ heißt und einen Eintrag wegen Falschparkens vor 10 Jahren findet, sollte diesen löschen dürfen. Eine Suche nach „Falschparkerin in Berlin“ dagegen wird den unerwünschten Treffer weiter anzeigen. 

Kritiker befürchten, dass sich mit diesem Urteil der Charakter des Internets verändern wird und viele Menschen missliebige, aber legitime Informationen über sich selbst löschen lassen würden. Dabei hat der EuGH klargestellt, dass in jedem einzelnen Fall zwischen Persönlichkeitsrechten und öffentlichem Interesse abgewogen werden muss. Politiker oder andere Personen der Zeitgeschichte werden deshalb kaum negative Suchergebnissen löschen lassen können. Vielmehr richtet sich das Urteil an den „einfachen“ Verbraucher.

  • Stand: 
    Montag, Oktober 27, 2014