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Das Projekt Verbraucherrechte in der digitalen Welt endet am 31.12.2015, so dass diese projektbezogene Internetseite www.surfer-haben-rechte.de nicht mehr weiter aktualisiert werden kann.

Wie funktioniert das Urheberrecht

Wie funktioniert das Urheberrecht

Das Urheberrecht ist für jeden da, der Texte, Bilder, Fotos, Filme oder auch Computerprogramme erstellt - unabhängig von einer Registrierung oder anderen Formalitäten. Der Gesetzgeber hat mit dem Urheberrechtsgesetz (UrhG) hierfür die gesetzliche Basis geschaffen. Die Grundidee: Wer etwas schafft, soll über die Verwendung entscheiden und auch entlohnt werden. Doch nicht alles ist absolut geschützt.

Der Urheber und sein Werk

Das Urheberrechtsgesetz schützt neben den klassischen Werken wie Filme, Bücher und Musikstücke auch Software und Computeranimationen etc. Die Idee hingegen, beispielsweise einen bestimmten Film zu drehen, ist nicht schützenswert. Die Abgrenzung zur reinen Idee ist aber häufig sehr schwierig und muss für jedes Werk im Einzelfall nachgewiesen werden. Darüber hinaus sind nur solche Werke geschützt, die ausreichend Kreativität aufweisen. So ist ein einzelner Akkord nicht geschützt, ein gesamtes Lied hingegen schon. Der Schutz beginnt mit der Schaffung des Werkes und endet 70 Jahre nach dem Tod des Urhebers.

Nutzungsrechte des Urhebers

Der Urheber selbst bestimmt, wer sein Werk veröffentlichen, vervielfältigen, verbreiten oder bearbeiten darf. Er kann anderen Nutzungsrechte an seinem Werk einräumen, zum Beispiel einer Zeitung den Abdruck oder für einen Film die Verwendung eines Musikstücks erlauben.

So kann ein Buchautor beispielsweise bestimmen, dass sein Verlag das Buch nur in Deutschland herstellen und verkaufen darf. Das heißt im Umkehrschluss auch, dass zum Beispiel ein Musiker einer politisch extremen Partei verbieten kann, mit seiner Musik zu werben. Ebenso für Verbraucher, die Soziale Netzwerke und Internetangebote für private Zwecke nutzen, kann das Nutzungsrecht an den eigenen Inhalten wichtig sein.

Verbraucher, die selbst Inhalte erstellen, sollten auch auf ihre Nutzungsrechte achten: Manche Betreiber von Sozialen Netzwerken räumen sich über die Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGBs) umfassende Rechte an den eingestellten Inhalten ihrer Nutzer ein. So können die Familienfotos oder lustige Handyvideos, die eigentlich nur für Freunde veröffentlicht werden sollten, auch für Werbung auf der Plattform genutzt werden.

Remix und Weiterverwendung

Urheberrechtlich geschützte Inhalte zu bearbeiten, ohne sie anderen zugänglich zu machen, ist grundsätzlich erlaubt. Bei der Verbreitung von Remixen bestehender urheberrechtlich geschützter Werke gibt es jedoch deutliche Einschränkungen. Unter bestimmten Umständen darf aber auch ein bearbeitetes Werk ohne Zustimmung des Urhebers veröffentlicht werden: Wenn nachweislich eine Neuschöpfung geschaffen wurde.

So kann es zulässig sein, längere Passagen eines Textes zu übernehmen, wenn dadurch ein neues Werk entsteht und eine inhaltliche Auseinandersetzung mit der Vorlage stattgefunden hat. Dies ist jedoch vom Einzelfall abhängig und damit für den juristischen Laien schwierig zu beurteilen. Der sichere Weg ist daher die Einholung der Erlaubnis zur Veröffentlichung. Sonst riskieren Verbraucher eine Abmahnung.

Verwertungsgesellschaften

Verwertungsgesellschaften sind Vereinigungen von Urhebern und Inhabern von Leistungsschutzrechten. Ein Beispiel hierfür ist die GEMA oder die VG Wort. Urheber können diese mit der treuhänderischen Wahrnehmung ihrer Rechte beauftragen.

In der Praxis erleichtert dies die oft aufwendige Vergabe von Nutzungsrechten, beispielsweise dem Aufführungsrecht an einem Theater- oder Musikstück. Das Geld, welches die Verwertungsgesellschaften durch die Verwertung der wahrgenommenen Rechte erwirtschaften, fließt mithilfe von Verteilungsschlüsseln wieder an die Urheber zurück.

Verwertungsgesellschaften spezialisieren sich meistens auf einen bestimmten Bereich. Für Musik ist die GEMA zuständig, bei Text die VG Wort und bei Bildern die VG Bild-Kunst. In Deutschland gibt es insgesamt 12 Verwertungsgesellschaften. In ihrem Bereich haben sie eine Monopolstellung, deshalb unterliegen sie der staatlichen Aufsicht.

Links und Einbettung

Einem Bundesgerichtshofurteil zufolge sind Links auf Inhalte keine Verstöße gegen das Urheberrecht, unabhängig von sonstigen Haftungsfragen und Rechtsansprüchen. Wer also auf seiner eigenen Webseite auf einen interessanten Artikel verweisen möchte, kann dies tun, in dem er einen Link setzt. Hingegen gibt es zum Einbetten von Inhalten wie zum Beispiel Videos („Embedden“) in die eigene Website bis heute keine abschließende Klärung der Rechtslage, so dass hier zur Vorsicht geraten werden muss.

Klar unzulässig ist die Verwendung urheberrechtlich geschützter Werke in einem eigenen Werk, wie zum Beispiel einer Webseite (Framing), ohne Zustimmung des Urhebers. Ein weiterer klassischer Fall ist die Nutzung fremden Bildmaterials im Zusammenhang mit privaten Verkäufen. So ist tunlichst davon abzuraten beispielsweise beim Verkauf von Spielzeug oder Elektroartikel die Originalfotos der Hersteller zu verwenden. Derartige Verstöße werden rigoros von den Herstellern/ Urhebern verfolgt.

Weitere Informationen: 
  • Stand: 
    Montag, Oktober 27, 2014